11. August 2016

„Unterstützung der Fans für uns sehr wichtig“

Cheftrainer Sven Demandt vor der Partie gegen den FC Viktoria Köln.

Der August wird für die RWE-Fans zum „Wonnemonat“! Das liegt nicht nur daran, dass die Mannschaft von Trainer Sven Demandt in der Regionalliga West mit sieben Punkten aus den ersten drei Partien sehr gut aus den Startblöcken gekommen ist. Hinzu kommt, dass in den nächsten Wochen an der Hafenstraße ein Höhepunkt den nächsten jagt. Vom Erstrundenspiel im Niederrheinpokal beim Bezirksligisten TuS Grevenbroich (24. August) einmal abgesehen, treten die Rot-Weissen ab dem Spitzenspiel gegen den Titelfavoriten FC Viktoria Köln gleich viermal in Folge vor eigenem Publikum an. Nacheinander stellen sich der Zweitligist Arminia Bielefeld in der ersten Runde des DFB-Pokals (20. August), Demandts Ex-Klub Borussia Mönchengladbach U 23 (27. August) und der SV Rödinghausen (2. September) im Stadion Essen vor. Für den 51-jährigen Fußball-Lehrer zählt aber nur die anstehende Partie gegen seinen früheren Verein Viktoria Köln. Vor dem Anpfiff sprachen mit dem RWE-Cheftrainer Sven Demandt.

Nach den beiden Auftaktsiegen in Wiedenbrück und gegen Bonn kam RWE im Derby beim Wuppertaler SV am Dienstag zu einem 0:0. Wie bewertest Du das Remis?

SD: „Unter dem Strich ging das 0:0 durchaus in Ordnung. In der ersten Halbzeit konnten wir vor allem in der Offensive nicht das umsetzen, was wir uns vorgenommen hatten. Das können wir zweifellos besser. Allerdings haben wir auch in dieser Phase kaum Tormöglichkeiten des Gegners zugelassen. Nach der Pause lief es deutlich besser, da haben wir uns auch die eine oder andere gute Chance erarbeitet.“

Kurz vor dem Schlusspfiff lag der Ball doch noch im Wuppertaler Tor, dem Treffer von Marcel Platzek blieb jedoch wegen einer vermeintlichen Abseitsstellung die Anerkennung versagt. Wie hast Du die Szene gesehen?

SD: „Selbst die Fernsehbilder konnten die Situation nicht exakt auflösen. In einem Video sah es klar nach Abseits aus. Allerdings war dabei der frühere RWE-Spieler Daniel Grebe nicht im Bild, der sich in der Nähe der Eckfahne aufhielt und deshalb das Abseits eventuell aufgehoben hat. Ich gehe davon aus, dass der Schiedsrichter-Assistent es richtig gesehen hat. Wenn nicht, ist das schade, aber wir müssen es auch dann so akzeptieren. Wir hatten auch noch andere Möglichkeiten, um das entscheidende Tor zu erzielen.“

Wie sehr hat sich das Fehlen von Frank Löning wegen Wadenproblemen bemerkbar gemacht?

SD: „Ich will es mal so sagen: Mit Frank Löning, Marcel Platzek und Kamil Bednarski verfügen wir aus meiner Sicht über drei Top-Stürmer. Wenn dann zwei dieser Spieler gleichzeitig ausfallen, dann ist das sicherlich nicht hilfreich. Dann würde auch jedes andere Team wohl Probleme bekommen.“

Besteht denn die Chance, dass Frank Löning gegen Viktoria Köln dabei ist?

SD: „Es ist zumindest keine schlimme Sache, die ihn für mehrere Wochen außer Gefecht setzt. Dennoch ist es keineswegs sicher, dass er gegen die Viktoria spielen kann.“

Wie sieht es bei den anderen verletzten Spielern aus?

SD: „Andreas Ivan ist wieder voll im Training. Kamil Bednarski konnte immerhin schon die Krücken zur Seite legen, ich rechne aber frühestens in vier bis fünf Wochen mit ihm. Bei Kai Druschky und Jeffrey Obst wird es noch wesentlich länger dauern.“

Der FC Viktoria Köln wird erneut als Meisterschaftsfavorit gehandelt. Würdest Du das unterschreiben?

SD: „Das sehe ich genauso. Die Viktoria verfügt über den am besten besetzten Kader und über die entsprechenden finanziellen Möglichkeiten. Also sollte die Mannschaft schon oben dabei sein. Wir wissen, was uns erwartet.“

Der frühere RWE-Spieler Mike Wunderlich hat nach drei Partien schon wieder vier Tore erzielt. Wirst Du Dir etwas Besonderes einfallen lassen, um ihn auszuschalten?

SD: „Dass Mike eigentlich zu gut für diese Liga ist, weiß inzwischen wohl jeder. Er ist ohne Zweifel ein sehr starker Spieler, hat nicht von ungefähr schon in der 2. Liga gespielt. Dennoch macht es wohl wenig Sinn, ihn in Manndeckung zu nehmen. Zwei Tore waren Freistöße, außerdem war auch ein Elfmeter dabei.“

Du bist in Köln geboren, hast Deine aktive Karriere bei der Viktoria beendet. Gibt es aus dieser Zeit noch Kontakte zum Verein?

SD: „Ich kenne Franz Wunderlich ganz gut. Aus meiner aktiven Zeit sind aber kaum noch Leute bei der Viktoria. Mein Freund Matthias Hönerbach hatte mich damals gefragt, ob ich Lust hätte, mit 38 noch ein Jahr Oberliga zu spielen. Gemeinsam mit Karsten Baumann waren wir die Routiniers des Teams.“

Jetzt stehen vier Heimspiele in Serie an. Wie spürst Du die Euphorie im Umfeld nach dem gelungenen Saisonstart?

SD: „Die Atmosphäre und die Unterstützung durch unsere Fans war bei allen drei Spielen sensationell, das ist für uns auch sehr wichtig. Wenn wir alle zusammenstehen, dann können wir auch einiges erreichen. Erst einmal zählt aber nur das Spiel gegen Viktoria Köln.“