14. Oktober 2016

Nächster Gegner: Bald Gladbach und BVB Konkurrenz machen

Stellenwert der U 21 soll beim 1. FC Köln künftig noch aufgewertet werden

Bayer 04 Leverkusen machte es vor. Der Champions League-Teilnehmer meldete seine zweite Mannschaft als erster Bundesligist vom Spielbetrieb der Regionalliga West ab. Weitere Profiklubs, darunter Eintracht Frankfurt, der VfL Bochum oder der 1. FC Union Berlin, folgten diesem Beispiel. Für einen anderen Weg hat sich der 1. FC Köln entschieden, dessen Zweitvertretung offiziell als „U 21“ firmiert und heute an der Hafenstraße gastiert.

Kein Wunder: Schließlich hatten in den vergangenen Jahren unter anderem der heutige Nationalverteidiger Jonas Hector, Profi-Stammtorhüter Timo Horn oder auch zuletzt die weiteren Eigengewächse Lukas Klünter, Marcel Hartel older Salih Özcan den Sprung aus der Regionalliga-Mannschaft der „Geißböcke“ den Sprung in den Profikader geschafft.

„Die U 21 hat im Verein nach wie vor einen sehr hohen Stellenwert. Die Kommunikation funktioniert nach oben zu den Profis, aber auch nach unten zu den weiteren Nachwuchsteams ausgezeichnet“, sagt Stefan Emmerling. Der 50-jährige Ex-Profi ist seit Saisonbeginn für die Kölner U 21 als Trainer verantwortlich, soll mit seiner Mannschaft eine „stabile Saison“ spielen, also – im Gegensatz zu den Vorjahren – vor allem nicht erneut in akute Abstiegsgefahr geraten.

Schließlich mussten die Kölner in den vergangenen Spielzeiten gleich mehrfach um den Klassenverbleib zittern, hatten dabei auch einige Male das Glück auf ihrer Seite. Einmal verhinderte die Insolvenz und der damit verbundene Zwangsabstieg des Wuppertaler SV den Absturz des „Effzeh“ in die Mittelrheinliga. Vor wenigen Monaten reichte den Kölnern der 15. Tabellenplatz nur deshalb zum Klassenverbleib, weil sich West-Meister Sportfreunde Lotte in den Aufstiegsspielen zur 3. Liga gegen den ehemaligen Bundesligisten SV Waldhof Mannheim durchsetzen konnte (0:0/2:0).

Statt in der 5. Liga gegen Klubs wie Viktoria Arnoldsweiler, den FC Inde Hahn oder die Spvg Wesseling-Urfeld antreten zu müssen, mischen die Domstädter weiterhin in der Regionalliga West mit, dürfen sich dort mit Tradititonsklubs wie RWE, Alemannia Aachen, Rot-Weiß Oberhausen oder den Wuppertaler SV messen. „Das bringt die jungen Spieler in ihrer Entwicklung deutlich voran“, weiß Trainer Emmerling, der in den vergangenen Partien auch immer wieder auf Jungprofis wie etwa Klünter und Hartel oder auch den neuverpflichteten französischen Stürmer Sehrou Guirassy zurückgreifen konnte.

Für die Zukunft soll es den FC-Verantwortlichen allerdings nicht mehr reichen, „nur“ in der Regionalliga mitspielen zu dürfen. Schon bald sollen möglichst höhere Ziele angepeilt werden. „Wir haben uns vorgenommen, uns Jahr für Jahr zu steigern, um dann irgendwann in die Tabellenregionen vorzustoßen, wo sich jetzt schon seit Jahren Borussia Mönchengladbach und Borussia Dortmund bewegen“, lässt Stefan Emmerling durchblicken.

Dass sich seine Mannschaft in dieser Saison trotz zweier noch ausstehender Nachholspiele zumindest schon mal ein Stück von der Gefahrenzone absetzen konnte, liegt vor allem an der eindrucksvollen Auswärtsstärke. Aus vier Partien auf fremden Plätzen holten die „Geißböcke“ zwölf von zwölf möglichen Punkten, siegten bei der U 23 des FC Schalke 04 (1:0), bei der SG wattenscheid 09 (1:0), beim starken Aufsteiger Bonner SC (3:2) und zuletzt sogar im Derby beim Titelaspiranten FC Viktoria Köln (4:2). Vor eigenem Publikum läuft es dagegen nicht optimal. Nur zwei Zähler aus sechs Begegnungen stehen zu Buche.

Die Bilanz gegen Rot-Weiss Essen ist aus Kölner Sicht negativ. Sechs Siegen stehen acht Unentschieden und neun Niederlagen gegenüber. Die beiden Mannschaften standen sich bereits in der Oberliga Nordrhein, in der früheren Regionalliga Nord, in der Regionalliga West und sogar im DFB-Pokal gegenüber. In der Saison 1979/1980 setzte sich RWE als damaliger Zweitligist (unter anderem mit den späteren Nationalspielern Matthias Herget und Frank Mill) in der ersten Pokalrunde gegen die Kölner Reserve 2:1 (1:1) durch. Während für RWE in Runde zwei Endstation war (0:4 bei Borussia Mönchengladbach), erreichten die Profis der „Geißböcke“ in dieser Spielzeit sogar das Finale, unterlagen erst dort dem „Erzrivalen“ Fortuna Düsseldorf 1:2 (1:0).