2. Dezember 2016

Nächster Gegner: „RWE ist auf höchstem Niveau“

Trainer Daniel Zillken schwärmt vor Duell mit Rot-Weiss Essen

Für den Bonner SC, der am kommenden Sonntag, 4. Dezember, ab 14 Uhr im Rahmen des 19. Spieltages in der Regionalliga West Rot-Weiss Essen empfängt, läuft es in dieser Saison bisher wie geschmiert. Der Neuling mischt die Liga auf, hat aktuell ein großes Polster auf die Abstiegsplätze und rangiert im oberen Tabellenmittelfeld. Auch gegen den ebenfalls furios gestarteten Mitaufsteiger Wuppertaler SV setzte sich Bonn 3:0 durch.

Im Vorfeld der Partie gegen Wuppertal hatte es große Aufregung gegeben. Unbekannte sollen in der Nacht zuvor einen Buttersäure-Anschlag auf den VIP-Bereich des Sportpark Nord ausgeübt haben. Dies löste sogar einen „ABC-Einsatz“ der Polizei und Feuerwehr aus. Der VIP-Bereich blieb vorerst geschlossen. Außerdem musste die Polizei zu einer Auseinandersetzung zwischen Bonner und Wuppertaler Fans außerhalb des Stadions ausrücken. Das Spiel wurde erst mit rund 20-minütiger Verspätung angepfiffen.

Trainiert wird der Bonner SC seit Juli 2014 von Daniel Zillken. Die bisherige Punkteausbeute des 49-jährigen Fußball-Lehrers ist durchaus beeindruckend. Nach 77 Spielen stehen durchschnittlich 1,96 Zähler zu Buche.

Vor RWE hat Zillken großen Respekt: „Das gesamte Umfeld ist auf höchstem Niveau. Allein das Stadion ist mehr als nur regionalligatauglich. Für mich zählen die Rot-Weissen zu den Top-Mannschaften der Liga. Da können wir nicht nur unser Spiel durchziehen, sondern müssen auch auf die Stärken der Essener eingehen. Aber wir haben beispielsweise beim 2:2 in Dortmund gezeigt, dass wir mit den Top-Teams der Liga mithalten können.“ Auch beim 1:2 im Hinspiel an der Hafenstraße hatte der BSC einen starken Eindruck hinterlassen.

Als Trainer arbeitet Zillken bereits seit seinem 22. Lebensjahr. „Ich habe große Lust verspürt, ins Trainergeschäft einzusteigen. Bei meinem Jugendverein TuS Höhenhaus bekam ich dann die Möglichkeit, zweigleisig zu fahren und als Spielertrainer im Amateurbereich zu arbeiten“, erinnert sich Zillken, bei dem es nie für eine Profikarriere gereicht hat. „Zu meiner Zeit bei Borussia Mönchengladbach, in der Jupp Heynckes Cheftrainer der Profis war, konnte ich zwar technisch mithalten. Mir fehlte aber das Tempo. Ich war nicht schnell und torgefährlich genug – anders als beispielsweise ein Andreas Möller, der mein Jahrgang ist und einen unglaublichen Speed hatte. Man kann nun einmal nicht alles im Leben haben. Ich bin dennoch damit zufrieden, wie es bisher gelaufen ist “, so Zillken.

Später betreute Zillken unter anderem einige Jahre die U17 von Bayer 04 Leverkusen. Wenn er sich festlegen müsste, wer der beste Spieler ist, den er je trainiert hat, wäre das Nationalspieler Gonzalo Castro vom Bundesligisten Borussia Dortmund: „Was er damals mit seinen 15 Jahren für eine Technik und Dynamik hatte, war überragend. Es ist kein Wunder, dass er den Durchbruch geschafft hat und mittlerweile mit dem BVB in der Champions League spielt“, so Zillken.

Weitere Engagements bei Profivereinen lehnte Zillken aber ab. Es folgten Stationen bei den unterklassigen Vereinen FC Junkersdorf und FC Bergheim. Dafür gab es für Zillken einen einfachen Grund. „Ich hätte meinen Job im Warenhaus aufgeben müssen. Das stand aber nie zur Debatte. Der Beruf, dem ich jetzt seit rund 30 Jahren nachgehe, ist genau mein Ding. Alles andere ist Zubrot. Das wird auch immer so bleiben.“

Seit 2014 steht Zillken nun in Bonn an der Seitenlinie. Nach dem Aufstieg in der letzten Saison sieht es derzeit ganz danach aus, als ob der BSC sich in der Regionalliga West etablieren könnte. Dennoch tritt der Cheftrainer auf die Euphoriebremse: „Wir dürfen nicht größenwahnsinnig werden, müssen bodenständig bleiben. Auch die SpVgg Velbert ist in der vergangenen Saison gut gestartet. Am Ende ist sie abgestiegen. Diese Liga ist knallhart. Auch für uns wird es ein langer, steiniger Weg bis zum Klassenverbleib. Wenn wir über dem Strich stehen, haben wir alles erreicht, was wir wollten.“

Ein Wiedersehen gibt es in Bonn mit Roberto Guirino. Der Linksverteidiger war 2011 aus der U19 des Bonner SC zu RWE gewechselt, eroberte zwischenzeitlichen einen Stammplatz und bestritt bis 2014 insgesamt 68 Partien. Über Alemannia Aachen und Viktoria Köln kehrte der 24-Jährige im Sommer zum BSC zurück. In dieser Saison kam er bislang in sechs Regionalligaspielen zum Einsatz.