11. März 2017

RWE verpasst Auswärtssieg um Zentimeter

Ein hochintensives Spiel erlebten die 1610 Zuschauer am heutigen Samstag im Häcker-Wiehenstadion. Lars Hutten hatte den Gastgeber nach einer Viertelstunde im Anschluss an einen Freistoß in Führung gebracht (15.), die Kamil Bednarski noch in der ersten Halbzeit ausglich (30.). Ein verschossener Elfmeter brachte RWE in der Schlussminute noch um einen verdienten Auswärtssieg. "Wir haben nach dem bitteren Zusammenprall der beiden Rödinghäuser Spieler und dem anschließenden Gegentor zehn Minuten gebraucht, um ins Spiel zu kommen. Danach haben wir ein ordentliches Auswärtsspiel gemacht", bewertete Chef-Trainer Sven Demandt die Partie seiner Jungs nach dem Schlusspfiff.

Die ersten 20 Minuten waren für die Rot-Weissen zum Vergessen. Zum einen, weil RWE nur sehr mühsam in die kampfbetonte Begegnung fand, zum anderen weil sich in der Anfangsphase eine Szene abspielte, die alle Zuschauern im Häcker-Wiehenstadion plötzlich verstummen ließ.  Gleich zwei Rödinghäuser gingen ins Kopfballduell mit Marcel Platzek und rasselten dabei so unglücklich zusammen, dass Koray Kacinoglu von Mitspieler Azur Velagic mit dem Fuß am Kopf getroffen wurde und anschließend regungslos auf dem Rasen liegen blieb. Sofort machten sich RWE-Mannschaftsarzt Dr. Martin Mosen und Physiotherapeut Simon Fries daran, das Schlimmste zu verhindern und brachten den SVR-Kapitän nach einigen bangen Minuten schließlich gemeinsam mit dem Notarzt wieder zu Bewusstsein. Der Schock saß jedoch tief bei allen im Stadion, auch bei der RWE-Elf. Diese verschlief prompt den anschließenden Freistoß, bei dem der Ball nach zu kurzer Abwehr plötzlich Lars Hutten vor die Füße fiel, der diesen zur Führung für den Gastgeber über die Linie drückte (15.).
Doch anschließend gewann RWE mehr und mehr Zugriff auf die Partie. Wirklich gefährlich vor dem Tor der Gastgeber wurde es allerdings erst nach einer halben Stunde, als Kamil Bednarski auf seiner linken Seite schön freigespielt wurde und allein auf Torwart Paterok zulief, diesen auswackelte und zum Ausgleich einschob (30.). Spätestens jetzt war RWE voll in der Partie, nutzte die Räume, die der Gastgeber den Rot-Weissen bot, aber weiterhin zu selten konsequent. Roussel Ngankam (34.) und Benjamin Baier (45.) waren in der ersten Halbzeit für die Bergeborbecker noch am nächsten dran am Führungstor.    
Nach dem Seitenwechsel dauerte es dann erneut einige Minuten, bis sich auf dem Platz neben intensiven Zweikämpfen auch Torchancen ergaben. Der starke Timo Brauer wurde nach einer gespielten Stunde im SVR-Strafraum von Kamil Bednarski eingesetzt, bekam aber mit seinem schwächeren linken Fuß nur wenig Druck hinter den Ball (61.). Wenig später legte Marcel Platzek schön auf Kamil Bednarski ab, dessen Abschluss aus 20 Metern aber deutlich über das Tor rauschte (68.). RWE machte jetzt von Minute zu Minute mehr Dampf, kam jedoch weiterhin nur selten in klare Abschlusspositionen. Kasim Rabihic erspielte sich eine solche, indem er sich im Eins-gegen-Eins gegen seinen Gegenspieler durchsetzte und nach innen zog. Seinen Schuss konnte Paterok entschärfen (76.). 
Die klarste Abschlussposition verschafften sich die Rot-Weissen jedoch in der letzten Spielminute. Kamil Bednarski zog mit Tempo in den Strafraum, wo sich Lennart Madroch nur noch mit einem Foul zu helfen wusste – Elfmeter lautete die logische Konsequenz. Benjamin Baier, noch in der Vorwoche gegen die Gladbacher Reserve aus elf Metern erfolgreich, trat an, zielte allerdings um Zentimeter zu hoch und setzte den Ball an die Unterkante der Latte (90.). "Das Unentschieden heute fühlt sich nach diesem Spielverlauf und sicherlich eher nach Niederlage an", so Demandt daher nach dem Spiel.