2. April 2019

Nächster Gegner: Erhoffter Durchmarsch gerät ins Stocken

Im letzten Aufeinandertreffen trennten sich RWE und Uerdingen 2:2. (Foto: Endberg)
Im letzten Aufeinandertreffen trennten sich RWE und Uerdingen 2:2. (Foto: Endberg)

 Wiedersehen nach über einem Jahr: KFC Uerdingen 05 im Pokalhalbfinale zu Gast

Exakt 385 Tage wird es her sein, dass der KFC Uerdingen 05 zum letzten Mal bei Rot-Weiss Essen zu Gast war, wenn der Drittliga-Aufsteiger am kommenden Dienstag, 2. April, ab 19.30 Uhr im Niederrheinpokal-Halbfinale bei RWE antritt. Ein Zeitraum, in dem bei den Krefeldern viel passiert ist.

Rückblende, 13. März 2018: Rot-Weiss Essen liegt bis zur Schlussphase nach Toren von Benjamin Baier und Kevin Grund 2:0 gegen den KFC Uerdingen 05 in Führung. Dann kommt aber die Nachspielzeit. Den favorisierten Uerdingern gelingt durch Treffer von Maximilian Beister und Johannes Dörfler doch noch ein 2:2. Trotz der Aufholjagd musste der damalige Trainer und Ex-Bundesligaprofi Michael Wiesinger nur wenig später gehen. Als Nachfolger wurde Stefan Krämer verpflichtet. Mit elf Siegen aus zwölf Spielen fangen die Krefelder den FC Viktoria Köln im Kampf um die Meisterschaft in der Regionalliga Nordost noch ab und sichern sich in der Relegation gegen den SV Waldhof Mannheim (1:0 und 2:0 nach Spielabbruch) den Aufstieg in die 3. Liga.

Auch eine Etage höher schien es zunächst so, als wäre der KFC mit prominenten Verstärkungen wie Weltmeister Kevin Großkreutz, Dominic Maroh oder Stefan Aigner – wie erhofft – gleich ein Kandidat für den zweiten Aufstieg in Folge. Nach der Hinrunde belegten die Krefelder den dritten Platz, der zur Teilnahme an der Relegation zur 2. Bundesliga berechtigt. Trotz hochkarätiger Winterzugänge wie den ehemaligen Bundesliga-Spielern Adam Matuschyk (52 Spiele für den 1. FC Köln) und Assani Lukimya (86 Einsätze für Hansa Rostock und Werder Bremen) oder auch Osayamen Osawe (FC Ingolstadt 04) schaffte es der KFC allerdings nicht, im neuen Jahr an die Punktausbeute anzuknüpfen. Schon nach der ersten Niederlage 2019 (0:3 gegen die Würzburger Kickers) musste Stefan Krämer gehen.

Als Nachfolger wurde Norbert Meier verpflichtet. Mit seinen früheren Vereinen Arminia Bielefeld (2014/2015) und Fortuna Düsseldorf (2008/2009) hatte der ehemalige Nationalspieler während seiner Trainerkarriere bereits den Aufstieg von der 3. Liga in die 2. Bundesliga geschafft. Mit der Fortuna (2011/2012) und dem MSV Duisburg (2004/2005) gelang Meier sogar der Sprung in die Bundesliga. Das Kapitel Meier war beim KFC Uerdingen 05 allerdings nach nur 40 Tagen und sieben Spielen ohne Sieg (drei Zähler) wieder beendet. Dabei war erst kurz vor der Trennung von Meier auch dessen langjähriger Co-Trainer Frank Heinemann nach Krefeld geholt worden.

Kaum da, steht Heinemann beim KFC jetzt selbst als Interims-Cheftrainer in der Verantwortung. Der 54-Jährige soll den Drittliga-Aufsteiger nach aktuellem Stand bis zum Saisonende betreuen. Das Debüt des Ex-Profis als Interimstrainer verlief mit dem 0:0 beim FC Carl Zeiss Jena allerdings noch nicht wie gewünscht. Trainerübergreifend wartet der KFC seit zwölf auf einen Sieg und sammelte in diesem Zeitraum vier Punkte.

„Die Spieler müssen nach der Sieglos-Serie auch mal für sich selbst sagen: Darauf habe ich keinen Bock mehr“, fordert Uerdingens Geschäftsführer Nikolas Weinhart. „Nur durch Kampf kann man sich das Selbstvertrauen zurückholen.“

Zurückholen wollen sich Rot-Weiss Essen und der KFC Uerdingen 05 auch den Niederrheinpokal. RWE konnte den Wettbewerb zuletzt 2016 durch ein 3:0 gegen den Wuppertaler SV für sich entscheiden. Mit neun Titeln sind die Rot-Weissen Rekordsieger. Uerdingen holte bislang zweimal den Pokal, zuletzt 2001 (3:0 gegen die SSVg Velbert).

Beim erneuten Pokal-Duell zwischen RWE und dem KFC müssen sich die Zuschauer möglicherweise erneut auf 120 Minuten Spielzeit einstellen. Bei den zwei jüngsten Aufeinandertreffen gab es nach 90 Minuten keinen Sieger. 2011/2012 gewann RWE im Halbfinale 5:2 nach Elfmeterschießen. Auch in der Saison 2015/2016 hatten die Rot-Weissen in der zweiten Runde 4:1 nach Verlängerung die Nase vorne.