19. Juni 2019

„Froh wieder Rasen zu riechen“

RWE-Chef-Trainer Christian Titz vor dem Trainingsauftakt.
RWE-Chef-Trainer Christian Titz vor dem Trainingsauftakt.

Chef-Trainer Christian Titz vor dem Trainingsauftakt

Nach den Leistungstests der vergangenen Tage wird Christian Titz mit der neu formierten rot-weissen Mannschaft am heutigen Mittwoch erstmals einen Fußballplatz betreten. Im Interview spricht der Chef-Trainer über den Ablauf der Vorbereitung.

Hallo Christian! Wenn man als Trainer neu zu einem Verein stößt, dominieren häufig erstmal die Themen abseits des Rasens die Agenda. Wie froh bist du, dass du heute mit der Mannschaft zum ersten Mal auf dem Platz stehen wirst?
Sehr froh. Ich bin Fußballtrainer, weil ich es liebe, mit Spielern zu trainieren und sie auf den Spieltag vorzubereiten. Der andere Teil gehört dazu und ist momentan natürlich sehr umfangreich, schließlich haben wir einige Spieler verpflichtet. Wir brauchen dafür auch mit Sicherheit noch ein paar Tage, weil wir nicht alle Positionen im Kader besetzt haben, aber ich bin froh, wieder auf dem Platz stehen zu können und den Rasen zu riechen.

Wie würdest du dich selbst einsortieren: Bist du mehr der Schleifer oder eher der Fußball-Professor? Was erwartet die Jungs in der Vorbereitung?
Weder noch. Im Herzen bin ich Fußballspieler geblieben und ich kenne Vorbereitungen, in denen man in der ersten Woche nur laufen geht und dann in der zweiten Woche auch mal den Ball dazunimmt, so habe ich es selbst erlebt. Das wird so nicht bei uns gehen, allein aus dem Grund, dass wir den Spielern für die Pause Überbrückungspläne gegeben haben. Das heißt, sie haben ihren körperlichen Zustand zu einem Großteil schon erreicht und wir können mit dem Ball auf dem Platz arbeiten. Wenn wir auf den Platz rausgehen, spielen wir Fußball. Man kann auch im Spiel sehr viele Laufinhalte positionsspezifisch mittrainieren, aber wir wollen die Zeit auch nutzen, um uns schnellstmöglich als Mannschaft einzuspielen.

Kann man so eine Vorbereitung in verschiedene Phasen einteilen?
Es ist so, dass wir insgesamt den Grundlagen-Ausdauerbereich stärken wollen. Den kann man mit Läufen, aber auch mit verschiedenen Spielformen trainieren. Insgesamt ist es so, dass wir die ersten zehn Tage langsam beginnen. Wenn wir einen Spieler aus der Überbrückungsphase bekommen, der zuvor lange kein Fußball gespielt hat, werden die Muskeln natürlich besonders beansprucht. Die erste Woche wird überschaubar ablaufen, in der zweiten Woche werden wir die Intensitäten deutlich steigern, sodass wir schnell in die Bereiche kommen, wo auch Willensschulung ein wichtiger Inhalt wird. Der erste Abschluss von der Vorbereitung ist nach drei Wochen, dann haben wir die Spieler mit dem Überbrückungsplan fünf Wochen gehabt und die Spieler bekommen ein paar Tage frei. Dann ist ein Spieler gut vorbereitet. Wenn die Jungs dann zurückkommen, gehen wir in den Feinschliff. Dort bekommen wir unsere Spielidee rein, das Training beginnt, positionsgetreuer und individueller zu werden.

Es sind in dieser Sommerpause besonders viele neue Gesichter dazugekommen, die Mannschaft muss sich also auch selbst erst kennenlernen. Versuchst du das durch Teambuilding-Maßnahmen zu unterstützen?
Da haben wir einiges vor. Wir gehen gemeinsam essen, veranstalten einen Grillabend. Im Trainingslager werden wir auch Teambuilding-Maßnahmen mit der Mannschaft durchführen, beispielsweise zum Abschluss natürlich auch den traditionellen Mannschaftsabend. Was ich zudem wichtig finde ist, dass sich auch die Familien kennenlernen. Insgesamt glaube ich, dass es sehr wichtig ist, einen Zusammenschluss zu finden. Letztendlich wollen wir unsere Ziele als Mannschaft erreichen. Als Gruppe von Einzelspielern wird es nicht gehen.