5. März 2021

„Legen für unser großes Ziel alles rein“

Fokussiert: Christian Neidhart empfängt mit seiner Mannschaft am Sonntag Fortuna Köln an der Hafenstraße. (Foto: Endberg)
Fokussiert: Christian Neidhart empfängt mit seiner Mannschaft am Sonntag Fortuna Köln an der Hafenstraße. (Foto: Endberg)

RWE-Cheftrainer Christian Neidhart vor Heimspiel gegen Fortuna Köln

Der DFB-Pokal ist abgehakt, jetzt zählt für Rot-Weiss Essen nur noch die Meisterschaft in der Regionalliga West. Und dort geht es für Cheftrainer Christian Neidhart und sein Team jetzt "in die Vollen". Die bevorstehende Partie an der Hafenstraße gegen den Tabellenvierten Fortuna Köln ist für RWE-Cheftrainer Christian Neidhart und sein Team nur das erste von einer ganzen Reihe von Spitzenspielen in den nächsten Wochen. Das Ziel ist klar: Nach den beiden 0:3-Niederlagen in der Liga bei der U 23 von Fortuna Düsseldorf und im Viertelfinale des DFB-Pokals gegen Holstein Kiel sollen die drei Punkte unbedingt in Essen bleiben. Im aktuellen Interview nimmt Christian Neidhart Stellung.

Hallo Christian! Wie sehr musstest Du die Mannschaft nach dem Pokal-Aus gegen Holstein Kiel aufrichten?

Es ist nicht so, dass das Team nach jeder Niederlage aufgerichtet werden muss. Wir waren über das Ergebnis enttäuscht, klar. Auch darüber, wie es zustande gekommen ist. Wir hatten aber keinen Grund, niedergeschlagen zu sein. Wir haben alle das große Ziel, den Aufstieg in die 3. Liga zu schaffen. Darauf fokussieren wir uns jetzt noch mehr und wollen im Heimspiel gegen Fortuna Köln den nächsten Schritt auf diesem Weg machen.

Da hattest unmittelbar nach dem Schlusspfiff mit den Spielern, Trainer und Betreuern einen Kreis gebildet. Was hast Du dem Team mit auf den Weg gegeben?

Dass wir trotz der Niederlage gegen Holstein Kiel allen Grund dazu haben, stolz darauf zu sein, was wir in dieser Pokalsaison geleistet und erreicht haben. Dass wir jetzt aber auch alles dafür tun müssen, um schnell zu regenerieren, damit wir gegen Fortuna Köln unsere bestmögliche Leistung auf den Platz bringen können. Das wird auch notwendig sein, um die drei Punkte an der Hafenstraße zu behalten.

Nach den drei Pokal-Überraschungen gegen Arminia Bielefeld, Fortuna Düsseldorf und Bayer 04 Leverkusen blieb beim 0:3 gegen Holstein Kiel die erneute Sensation aus. Wie fällt Dein Fazit aus?

Fakt ist, dass wir gut ins Spiel gekommen sind und bei Standards sehr präsent waren. Wir standen ordentlich, haben das gut gemacht und uns auch Möglichkeiten erspielt. Die äußerst unglückliche Elfmeter-Entscheidung hat uns dann leider auf die Verliererstraße gebracht. Ich bin mir sicher: Wenn das erste Gegentor nicht fällt, dann fällt auch das zweite Tor nicht. Es bringt jetzt aber nichts mehr, dem nachzutrauern. In der zweiten Halbzeit haben wir dann noch einmal alles versucht, um das Spiel mit dem Anschlusstreffer wieder spannend zu machen. Leider ist uns das nicht gelungen, obwohl wir durchaus zu einigen guten Abschlüssen gekommen sind, beispielsweise durch Isaiah Young, Simon Engelmann, Cedric Harenbrock oder Joshua Endres. Das zeigt schon, dass wir durchaus unsere Möglichkeiten hatten. Vielleicht hat uns in der einen oder anderen Szene die letzte Überzeugung gefehlt, um ein Tor zu erzwingen. Ich habe aber immer gesagt, dass wir als Außenseiter auch das nötige Spielglück benötigen, um einen spielstarken Gegner aus der Bundesliga oder 2. Bundesliga ausschalten zu können. Das hatten wir beispielsweise gegen Leverkusen auf unserer Seite, gegen Kiel war genau das Gegenteil der Fall.

Was bleibt jetzt nach dieser Pokalsaison hängen?

Ich bin stolz auf die Jungs und stolz auf die Pokalsaison, die wir gespielt haben. Alles, was vorher gelaufen ist, war überragend. Wir haben herausragende Spiele abgeliefert, RWE ausgezeichnet präsentiert, für bundesweites Interesse gesorgt und auch sehr wichtige Einnahmen für den Verein generiert. Wenn mir vor der Saison jemand gesagt hätte, wir schalten im DFB-Pokal zwei Bundesligisten und einen ambitionierten Zweitliga-Klub aus und müssen uns als Viertligist erst im Viertelfinale geschlagen geben, dann hätte ich das wohl blind unterschrieben. Nach dem Spiel gegen Kiel war erst einmal die Enttäuschung groß. Mittlerweile ist diese aber verflogen. Wir schauen jetzt nur noch nach vorne. Wir werden alles reinlegen, um unsere Ausgangsposition in der Liga weiter zu verbessern. Da werden wir gerade in den nächsten Wochen erheblich gefordert.

Fortuna Köln unterlag am Mittwoch nach zuvor 13 Spielen ohne Niederlage in einer Nachholpartie beim Wuppertaler SV 0:2. Wie schätzt Du den Gegner ein?

Es wird ein sehr schweres Spiel für uns. Trotz der Niederlage in Wuppertal rechnet sich die Fortuna mit Sicherheit noch Chancen aus, ganz oben angreifen zu können. Sollten die Kölner an der Hafenstraße gewinnen, dann wären sie wieder voll dabei. Wir werden alles tun, um das zu verhindern und einen direkten Konkurrenten auf Distanz zu halten.

Worauf wird es ankommen?

Im Vergleich zum Kiel-Spiel werden wir die Aufgabe sicher wieder etwas offensiver angehen, wollen den Gegner unter Druck setzen und unsere Stärken auf den Platz bringen. Beim 1:1 im Hinspiel hatten wir schon ein sehr gutes Spiel abgeliefert, den Ausgleich durch einen glücklichen Distanzschuss der Fortuna kassiert. Um diesmal erfolgreich zu sein, benötigen wir eine hochkonzentrierte Leistung und wieder etwas mehr Konsequenz und Überzeugung im Torabschluss.

Wie sieht es personell vor dem Top-Spiel aus?

Oguzhan Kefkir war nach seiner Corona-Quarantäne ja schon gegen Kiel wieder dabei. Seit kurzem  ist auch Amara Condé wieder beim Team und ich hoffe, dass er seine Infektion ebenso gut weggesteckt hat wie Ötzi. Sandro Plechaty steht uns verletzungsbedingt noch einige Zeit nicht zur Verfügung, David Sauerland befindet sich weiter im Aufbautraining.