15. Juni 2021

Vier Jahrzehnte an der Hafenstraße

Unglaubliche 40 Jahre RWE: Vorstand Marcus Uhlig (r.) gratuliert Silvia Zimmert zu diesem tollen Jubiläum. (Foto: RWE)
Unglaubliche 40 Jahre RWE: Vorstand Marcus Uhlig (r.) gratuliert Silvia Zimmert zu diesem tollen Jubiläum. (Foto: RWE)

Auf den Tag genau: Mitgliederbetreuerin Silvia Zimmert mit besonderem Dienstjubiläum.

Von Helmig zu Herzenbruch, von Mill zu Mölders, von Pusch zu Plechaty: Silvia Zimmert hat sie alle erlebt. Die Mitgliederbetreuerin ist schließlich schon seit 40 Jahren an der Hafenstraße Ansprechpartnerin für rot-weisse Anliegen. Aufstiege, Abstiege, Lizenzentzüge: Zimmert hat Höhen und Tiefen miterlebt – und an der Hafenstraße sogar ihren Mann kennengelernt.

Silvia Zimmert kann es gar nicht glauben, als RWE-Vorstandsvorsitz Marcus Uhlig ihr den Bilderrahmen überreicht: „40 Jahre schon. Es kommt mir so vor, als wären die letzten 15, 20 Jahre einfach vorbeigeflogen“, staunt die jung gebliebene Rot-Weisse, die seit vier Jahrzehnten alles für ihren Herzensverein gibt. Dabei hat ihre Tätigkeit 1981 angefangen: Rot-Weiss Essen befindet sich gerade in der 2. Bundesliga, hat den Aufstieg in die Erstklassigkeit verpasst. Zimmerts heutiger Ehemann Klaus-Peter schildert, wie ein Brief von Silvia Zimmert in feinster Handschrift auf der Geschäftsstelle eintrifft, in dem steht, sie wolle RWE aushelfen. Auch die Mitgliederbetreuerin weiß noch genau Bescheid: „An diesen Brief an den damaligen Präsidenten des Vereins erinnere ich mich, als wäre es heute gewesen“.
Drei Tage nach ihrem Gesuch sitzt die junge Dame in ihren Zwanzigern dann an der Hafenstraße am Schreibtisch, als Fußballobmann Klaus-Peter Zimmert, der in seiner Position Lippens oder Burgsmüller den Kabinenplatz bereitete und heute einen Platz im Wahlausschuss des Vereins innehat sowie als Legendenbetreuer fungiert, vom Trainingsplatz zurückkehrt. Nur weitere drei Tage später ist er mit seiner späteren Frau zum Essen verabredet. Die Treue zu sich selbst – aber auch zu RWE – halten beide bis heute. Silvia Zimmert: „Natürlich fiebere ich bei jedem RWE-Spiel mit. Ist ja gar keine Frage!“

Viel mehr als nur ein Job
Wer nach den Achtzigerjahren Mitglied bei Rot-Weiss Essen geworden ist, der kann beinahe sicher sein, sein Antrag lief einmal durch die Hände von Silvia Zimmert. Per Hand druckt die Borbeckerin Mitgliedsausweise und schnürt Willkommenspakete. „Nachdem über die Jahre immer mehr Mitarbeiter an den Verein gebunden wurden, wurden die Aufgaben weiter verteilt. Die Mitgliederbetreuung konnte ich aber von jedem Ort der Welt aus machen, das war das einfachste für mich“, erklärt sie auf die Frage, warum genau dieser Aufgabenbereich in ihren Händen blieb.

Heute sperrt Zimmert zwei Mal in der Woche ihre Bürotür für Rot-Weisse auf, ist nicht gerade Corona-Zeit. Doch selbst in der Pandemie ruht die Tastatur der Powerfrau, die einst fünf Jahre Paul Nikelski als Geschäftsstellenleiterin beerbte, natürlich nicht: Mitgliedsanträge, Mitgliedskündigungen, Mitgliedsbeiträge – all diese Dinge erledigt Zimmert, bis Februar sogar neben ihrem hauptamtlichen Job.

Ihr spektakulärstes Erlebnis in den 40 Jahren Rot-Weiss Essen? Da weiß Silvia Zimmert sofort eine Antwort: Das Pokalfinale 1994 in Berlin gegen Werder Bremen. „Ich habe Hotels gebucht und Ausflüge für Spielerfrauen und Gremien organisiert“, erinnert sie sich. Zu ihren Kompetenzen um eins der erinnerungswürdigsten Spiele der rot-weissen Geschichte gehörte aber noch viel mehr, schließlich war die Geschäftsstelle bei weitem nicht so gut ausgestattet, wie sie es heute ist. Fanclubs halfen Zimmert bei der Organisation um das Finale. „Das Endspiel an sich habe ich dann selbstverständlich im Olympiastadion auf der Tribüne erlebt“, sagt sie und zeigt ein Foto von sich im komplett rot-weissen Aufzug. Für das Pokal-Abenteuer übrigens ließ sich Zimmert einmal mehr von ihrem Beruf bei der Stadt beurlauben. Mit vollem Herz und voller Seele für RWE eben! Auf weitere Jahre, gemeinsam mit Silvia Zimmert!