19. August 2021

Nächster Gegner: Zedi und Wolze mit Erfahrung

Flutlicht-Serie: Die letzten drei Hafenstraßen-Spiele fanden für den SV Straelen allesamt unter Flutlicht statt. (Foto: Endberg)
Flutlicht-Serie: Die letzten drei Hafenstraßen-Spiele fanden für den SV Straelen allesamt unter Flutlicht statt. (Foto: Endberg)

SV Straelen kommt mit neuem Sportlichen Leiter und langjährigem Zweitliga-Profi an die Hafenstraße.

Die Zeit des Wartens ist zu Ende. Exakt 86 Tage nach dem letzten Meisterschaftsspiel an der Hafenstraße steht für RWE am Freitag (ab 19.30 Uhr) die erste Partie der neuen Saison im "heimischen Wohnzimmer" an. Gegner ist der SV Straelen. Die bisher letzte Liga-Begegnung in Essen endete für Rot-Weiss am vorletzten Spieltag der abgelaufenen Saison mit einem 5:2-Kantersieg gegen die Sportfreunde Lotte.

Das Duell mit dem Gast aus Straelen hatte es in der vergangenen Spielzeit gleich dreimal gegeben. Nach zwei Siegen für die Mannschaft von RWE-Trainer Christian Neidhart im Liga-Betrieb (4:1/2:0) trafen sich beide Teams Mitte Mai auch im Halbfinale des Niederrheinpokals. Nach 120 packenden Pokal-Minuten mit Toren in letzter Minute sowie einer Gewitter-Unterbrechung behielt die Mannschaft von Straelen-Trainer Benedict Weeks nach Elfmeterschießen (6:4) die Oberhand. Dabei zwangen die Straelener Essen in den letzten Atemzügen der regulären Spielzeit noch in die Verlängerung, die zwar zwei Tore mit sich brachte, aber keinen Sieger fand. Den ganz großen Wurf – den Gewinn des Niederrheinpokals – verpasste der SVS allerdings im Finale (1:2 beim Wuppertaler SV).
„Viele Spieler waren schon beim Sieg im Pokal dabei. Das war ein besonderes Gefühl. Als zusätzliche Motivation dient aber auch, dass wir diesmal vor einer großen Kulisse an der Hafenstraße spielen dürfen. Mehr als 6.000 Zuschauer werden beim Spiel dabei sein. Für einen Großteil unserer Spieler wird das eine neue Erfahrung sein“, sagt Straelen-Cheftrainer Benedict Weeks.

Sorgenfreie Vor-Saison
In der Meisterschaft hatte die Straelener Mannschaft um ihren jungen Trainer als Aufsteiger eine recht sorgenfreie Saison hinter sich gebracht. Nach kleineren Startschwierigkeiten sammelte der SVS regelmäßig Punkte ein und hielt sich von der gefährlichen Tabellenzone weitgehend fern. In der Endabrechnung sprang Rang 13 (47 Punkte aus 40 Spielen) heraus.
Vor seiner zweiten Saison als Straelener Cheftrainer hätte Benedict Weeks nichts dagegen, wenn es auch diesmal ähnlich laufen würde. "Wir wollen unsere gute Saison bestätigen und uns erneut möglichst frühzeitig für eine weitere Spielzeit in der Regionalliga West qualifizieren", gibt der 31-jährige A-Lizenz-Inhaber Weeks die Marschroute für die Mannschaft von der niederländischen Grenze vor.

Geht es allerdings nach dem langjährigen Straelener Präsidenten und Bau-Unternehmer Hermann Tecklenburg, dann darf der Blick in der Tabelle auch gerne noch ein Stückchen weiter nach oben gerichtet werden. Der Mäzen des SVS, verheiratet mit Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg, gilt als besonders ehrgeizig und hält mit seiner Meinung zu sportlichen Entwicklungen nur selten hinter dem Berg.

Ein rot-weisser Bekannter als neuer Sportverantwortlicher
Vor Saisonbeginn sprach Tecklenburg Trainer Weeks das Vertrauen aus, installierte dazu mit dem in Essen noch bestens bekannten Rudi Zedi (46) einen neuen Sportlichen Leiter. Als ehemaliger Profi kann Zedi unter anderem 61 Einsätze in der 2. Bundesliga, 111 Partien in der 3. Liga und 224 Spiele in verschiedenen Regionalligen vorweisen. Unter anderem lief er für RWE, den ETB Schwarz-Weiß sowie Fortuna Düsseldorf, den Chemnitzer FC, den VfR Ahlen, Kickers Emden und den SC Paderborn 07 auf. Seine erfolgreichste Zeit hatte er bei Rot-Weiß Erfurt, wo er 2004 als Stammspieler am Aufstieg in die 2. Bundesliga beteiligt war. "Man merkt ihm seine Erfahrung auf Anhieb an. Er ist bemüht, uns in der Kaderplanung auf Anhieb voranzubringen. Die Zusammenarbeit mit ihm funktioniert sehr gut“, so Weeks zur Zusammenarbeit.

In den letzten Jahren war Zedi in Ostfriesland heimisch geworden, arbeitete unter anderem einige Jahre als Trainer und Sportlicher Leiter für Kickers Emden. Zuletzt betreute er den Bezirksligisten SpVg Aurich, wollte jetzt aber zurück in den Westen und wurde sich mit Hermann Tecklenburg schnell einig. Beide kannten sich bereits aus gemeinsamen Zeiten bei Fortuna Düsseldorf, wo "Tecki" ebenfalls lange Zeit dem Vorstand angehörte und wo sich Ehefrau Martina aktuell im Aufsichtsrat engagiert.