14. September 2021

Traditionsmannschaft reloaded

Dirk Wissels subjektiver Spielbericht über die Rückkehr der RWE-Legenden gegen Marl.

Traditionsmannschaft reloaded – Rot-Weiss Essen
Die Traditionsmannschaft in Marl. (Foto: Breilmannswiese)

Nachdem wir unsere Traditions-Versehrten-Truppe davon überzeugen konnten, dass der Sommerurlaub im September tatsächlich zu beenden sei, haben sich am Samstag doch einige wenige Schwererziehbare zu einem fußballerischen Vergleich mit der Spielvereinigung Marl überreden lassen. Einen herzlichen Dank an dieser Stelle für den Besuch der RWE-Fans, die sich an diesem Nachmittag dieses Spiel lieber als eine Sky-Übertragungung von Millionären mit Ball am Fuß anschauten.

Der Gegner versuchte uns schon früh in die Irre zu führen, denn das Spiel fand in Wulfen statt. Wir wurden sehr nett empfangen und nach dreimaligem Durchzählen fanden sich auf unserer Seite doch 14 Spieler zusammen, inklusive der Brüder Lorenz, die ausnahmsweise etwas später erschienen, weil sie wahrscheinlich mehrere Zeitzonen von Bottrop nach Wulfen überfahren mussten.

Von Jetlag aber auch bei den beiden Legenden keine Spur, das Spiel konnte bei bedecktem aber regenlosem Himmel pünktlich um 17:00 Uhr beginnen. Auf der Reservebank nahm zunächst mit Jeron Peters ein Testspieler aus den Niederlanden Platz, den uns Erwin Koen warm empfohlen hatte. Wie das Spiel zeigen sollte wurde Erwins Eindruck nach Jerons Einwechslung zur 2. Halbzeit bestätigt. Allerdings ist jetzt auch klar, warum unsere Nachbarn nur 1988 Europameister geworden sind, als wir sie haben gewinnen lassen.

Wir begannen das Spiel zunächst konzentriert und hatten bereits nach zwei Minuten die erste gute Chance durch Thorsten Burgsmüller. Danach konnte eine gute Marler Traditionsmannschaft das Spiel offen gestalten und kam selbst zu einigen gefährlichen Angriffen, bei denen wir jedoch – ohne Rücksprache mit der Trainerbank – durch unnötige Ballverluste Unterstützung leisteten. Gleichzeitig verweigerten wir bei zwei eigenen sehr guten Einschussgelegenheiten die Gefolgschaft der Anweisung der Trainerbank den Ball möglichst mit vollem Ballumfang hinter die benetzte Torauslinie des Gegners unterzubringen. So ging es leistungsgerecht mit 0:0 in die Pause, in der wir zunächst Ronny Peters für Igor Denysiuk in der Innenverteidigung ins Spiel brachten.

In der Pause Schnittwunden mit dem Pritt-Stift versorgt

In der Pause wurden schnell Schnittwunden mit dem Pritt-Stift versorgt und Prellungen weggepustet. Nach der Pause versuchte der Gastgeber ein zweites Mal Verwirrung zu stiften, denn es standen 12 gelb gekleidete Männer zum Anstoß bereit. Nach einer kurzen internen Marler Schnick-Schnack-Schnuck-Runde wurde aber die korrekte Spielerzahl wieder hergestellt.

Die Hälfte zwei geriet zur Krüger-Show, denn der Patient von der rechten Mittelfeldseite sorgte nach sehenswerter Vorarbeit von Thorsten Burgsmüller zunächst für das 1:0. Nach dem schnellen Ausgleich durch eine ebenfalls fein anzuschauende Bogenlampe , war es wiederum Lars, der eine Koen-Flanke volley im gegnerischen Kasten unterbrachte. Ein Kopfball von Ronny Peters, der seine Innenverteidiger Position sehr … individuell mit Wechseln auf die Positionen sechs und zehn interpretierte, hätte die Entscheidung bedeuten können. So jedoch glich die Spvg. Marl noch einmal aus. Auch die Einwechselungen von Dietmar Klinger und Sven Polnik änderten am Resultat nichts mehr.

Schlussendlich geht das 2:2-Unentschieden im Hexenkessel von Wulfen absolut in Ordnung. Nach dem Spiel wurden wir von den netten Marler Sportskameraden noch auf eine Kiste Pils eingeladen, von der der großartige Ronny sofort schwärmte: „Sieht aus wie Heineken und schmeckt auch so, kann also kein Bier sein!“

Kader: Frank Kurth, Alexander Volobuyev, Lukas Wegrzyn, Sven Polnik, Jeron Peters, Stefan Lorenz, Igor Denysiuk, Lars Krüger, Michael Lorenz, Pedrag Crnogaj, Mike Prybilla, Erwin Koen, Dietmar Klinger, Thorsten Burgsmüller.