16. November 2021

Fairplay und Gewaltlosigkeit im Sport

Fairnesspreis an FC Karnap verliehen.

Fairplay und Gewaltlosigkeit im Sport – Rot-Weiss Essen
Rot-Weiss-Essen-Vorstand Marcus Uhlig (r.) übergab dem FC Karnap während des Lotte-Heimspiels den Fairnesspreis. (Foto: RWE)

Die Ausschreitungen gegen den Schiedsrichter durch einen Spieler des Vereins AL-ARZ Libanon während eines Kreisliga-Spiels gegen den 1. FC Karnap haben zurecht hohe Wellen geschlagen. Zum Heimspiel gegen die Sportfreunde Lotte am vergangenen Samstag haben Rot-Weiss Essen, Essener Sportbund und der Sportausschussvorsitzender der Stadt Essen Michael Schwamborn deshalb ein gemeinsames Zeichen für Fairplay gesetzt.

„Wir haben am Samstag den Fairnesspreis an die Spieler der 1. Mannschaft des FC Karnap für ihre sportliche und faire Geste, das Spiel am 10. Oktober fortzuführen, verliehen. Das ist ein deutliches Signal, dass Vereinswelt und Sportpolitik keine Gewalt dulden. Nicht im Fußball und auch in keiner anderen Sportart. Sport dient eben dazu, die Kräfte in einem fairen Wettkampf mit klaren Regeln zu messen. Und auch eine Niederlage zu akzeptieren und diese als Anreiz zu nehmen, die persönlichen Leistungen noch weiter zu steigern. Wer diese Grundregeln nicht versteht und bewusst missachtet und stattdessen lieber die Fäuste fliegen lässt, hat auf keinem Sportplatz der Welt etwas verloren“, so Schwamborn.

Marcus Uhlig, Vorstandvorsitzender Rot-Weiss Essen: „Wir sprechen im Fußball immer von ‚Fair Play‘ und von ‚Zivil-Courage‘. Beides hat die Mannschaft des FC Karnap eindrucksvoll bewiesen und gelebt. Gewaltausbrüche auf dem Platz und auf den Rängen kommen leider immer wieder vor und im Ergebnis zu oft. Es ist wichtig, dass wir so etwas nicht einfach teilnahmslos hinnehmen, sondern etwas tun. Wir müssen uns kümmern. Wir stellen gerne die öffentlichkeitswirksame Bühne für die Überreichung des Fairnesspreises und appellieren an alle, denen der Fußball wichtig ist: Gebt alles, aber bleibt stets fair dabei! Auf und neben dem Platz!“

Thorsten Flügel, Geschäftsführer des Essener Sportbunds e.V.: „Bereits im Jahre 2015 hat unter der Federführung des Essener Sportbunds und des Fußballkreises Essen eine erste Zusammenkunft aller Essener Fußballvereine stattgefunden, an deren Ende sich alle Vereine schriftlich gegen Gewalt auf unseren Sportanlagen ausgesprochen haben. In den Folgejahren haben wir alle Vorfälle begleitet, analysiert und auch gemeinsam mit anderen Akteuren der Stadt Essen Sanktionen getroffen. Wir werden auch weiterhin gemeinsam mit den Verantwortlichen der Vereine alles dafür tun, unseren geliebten Sport frei von Gewalttätern zu halten, präventiv unterstützen, aber auch mit aller Macht gegen Menschen vorgehen, die die Werte des Sports mit Füßen treten und die wir in unserer Gemeinschaft nicht haben wollen! Der FC Karnap ist ein Beweis dafür, dass wir den richtigen Weg eingeschlagen haben.

Wolfgang Jockschies vom FC Karnap ergänzt: „Diese Auszeichnung in Empfang zu nehmen, ist eine große Ehre für uns. Wir hoffen, so auch Vorbild gerade für jüngere Sportlerinnen und Sportler zu sein, stets dafür zu sorgen, dass aus Emotionen auf dem Spielfeld und am Spielfeldrand keine Eskalationen werden. Ich möchte aber betonen, dass wir diese Auszeichnung nur stellvertretend für all die Vereine in unserer Stadt erhalten, die sich tagtäglich auch diesem Ziel verpflichtet fühlen.“

„Ich danke Rot-Weiss Essen, dass sie dieses wichtige Symbol in Richtung des Essener Sports möglich gemacht habe. Für die Zukunft würde ich mir wünschen, dass in solchen Fällen Politik, ESPO und Verwaltung das als gutes Beispiel nehmen, um ein gemeinsames Zeichen setzen. Alleine kann man nichts erreichen “, so Michael Schwamborn abschließend.