17. November 2021

„Es hieß immer: Wir gehen an die Hafenstraße!“

FFA und RWE sorgen für abwechslungsreichen Infoabend zum „Stadion an der Hafenstraße“.

Die Veranstaltung zum Stadionnamen in der Zeche Hafenstraße.
„Im Namen der Hafenstraße“ versammelten sich zahlreiche Fans in der „Zeche Hafenstraße“. (Foto: Endberg)

Für einen Austausch über die Fundraising-Aktion rundum den neuen Stadionnamen „Stadion an der Hafenstraße“ versammelten RWE sowie die Fan- und Förderabteilung (FFA) am Dienstagabend Essener in der „Zeche Hafenstraße“. Gemeinsam mit RWE-Vorstand Marcus Uhlig, FFA-Vorstand Jost Peter und Vereinshistoriker Georg Schrepper wurde in gemütlicher Runde samt Getränken über Auswahl, Bedeutung und Resonanz der neuen Bezeichnung gesprochen.

„Es hieß immer: Wir gehen an die Essener Hafenstraße“, stellte Schrepper treffend fest, während Uhlig einen Tag nach der offiziellen Bekanntgabe auch den Fans in den Zuschauerreihen und vor dem kurzfristig arrangierten Livestream via YouTube anhand einer Präsentation das Konzept präsentierte. Für alle schon bekannt: Die rot-weisse Heimspielstätte wird ab 2022 für mindestens fünf Jahre offiziell „Stadion an der Hafenstraße“ heißen, in einer Fundraising-Aktion werden 10.000 Stadionpaten gesucht. Noch kurz vor der Veranstaltung verkündete Rot-Weiss Essen in einem Ticker auf Homepage und in sozialen Medien, der jetzt regelmäßig gepflegt wird, dass nach nur einem Tage bereits 451 Patenschaften erworben wurden. „Das Konzept und Prinzip ist: Nicht Einer zahlt Alles, sondern jeder ein bisschen“, erklärte Uhlig nochmals.

Eins der diskutierten Themen im Hospitality-Bereich des Bald-„Stadion an der Hafenstraße“: Die Auswahl des Namens. „Es ist nicht so, dass wir komplett frei entscheiden durften, wie das Stadion heißt“, erläutert Uhlig den Fans vor Monitor und seinen Augen, „ein übergeordneter Freigabeprozess findet noch statt.“ So musste ein treffender Name gefunden, der zwar die RWE-DNA beinhaltet, dennoch nicht andere im Stadion stattfindende Veranstaltungen sowie die Heimspiele der Frauenfußball-Bundesliga-Mannschaft SGS Essen ausgrenzt.


Die Interessierten im Publikum bringt das auf die Frage, warum der Name denn „Stadion an der Hafenstraße“ und nicht „Stadion Hafenstraße“ laute. Uhlig scherzhaft: „Ich habe auch schon ‚Stadion anne Hafenstraße‘ gehört“, bevor der RWE-Vorstand die gewählte Vertragslaufzeit näher erläutert: „Fünf Jahre Namensrecht waren das maximal vertretbare, aber auch im Voraus überschaubare Risiko.“ Wie Uhlig ausführt, helfen schon ein paar Top-Partner entscheidend, das Projekt zu finanzieren. Die Fan-Beiträge generieren somit einen Überschuss für die RWE-Kasse und unterstützen den Verein, sich weiterzuentwickeln. Jost Peter weiß außerdem um die Rolle, die das Projekt für die Bewahrung der rot-weissen Fankultur hat. „So kann sich ein Fanclub im Vereinskontext verewigen“, meint der FFA-Vorstand.

Besonders stellten die Rot-Weissen auf dem Podium hervor, wie bedeutend die Bezeichnung eines Fußballstadions ist. Vereinshistoriker Schrepper ist sich sicher „dass dieser Stadionname in den Sprachgebrauch der Stadt einziehen wird.“ Uhlig verspricht: „Wir prüfen aktuell auch zweite und dritte Schritte nach dem Erwerb des Namensrechts.“ Merchandising, passendes Logo zum Stadion oder die Änderung von Verkehrsleitschildern im Stadtbild – über all das werde sich nun Gedanken gemacht. Das zeigt: Der Stadionname wird nicht nur im RWE-Kontext genutzt. Uhlig stellt beispielhaft fest: „Auch auf Eintrittskarten eines Toten-Hosen-Konzerts steht ‚Stadion an der Hafenstraße‘!“


So mache sich RWE für Sponsorings bei Top-Unternehmen attraktiver. „Es geht hier nicht nur um klassisches Sponsoring beim Viertligisten Rot-Weiss Essen, sondern auch um einen anderen Ansatz: Standortmarketing!“

Ein rundes Argument für all jene, mit ungesundem Laster, Stadionpate zu werden, hat Historiker und Studiendirektor Schrepper parat: „Die Stadionpatenschaft sind 19,07 Euro im Halbjahr, 3,20 Euro im Monat. Das ist nichtmal eine Zigarettenschachtel“, rechnet er vor und weiter: „Also – Für all jene, die mit dem Rauchen aufhhören wollen…“

Auch weit über die Stadtgrenzen hinaus findet das Projekt schon Beachtung. So berichteten diverse überregionale Medien, darunter das beliebte Fankultur-Magazin 11FREUNDE auf einer ganzen Seite, über das „Stadion an der Hafenstraße“. Die Fundraising-Aktion fand in etwa Anklang bei einem Unterstützer der Offenbacher Kickers, auch Drittligist Eintracht Braunschweig wurde auf der Projekt aufmerksam.

Jetzt Stadionpate werden!

Seit Montag können sich Rot-Weisse als „Stadionpate“ anmelden. So finanziert Rot-Weiss Essen die Umbenennung des Stadion Essens in „Stadion an der Hafenstraße“. Wer sich entscheidet, dabei zu sein, schreibt nicht nur Stadt- und Vereinsgeschichte weiter, sondern wird auch auf zwei LED-Tafeln am Stadionäußeren dargestellt, die neben den Schriftzügen montiert werden. Wer eine Stadionpatenschaft bucht, wird bei voller Auslastung einmal in acht Stunden dargestellt, wer zwei Stadionpatenschaften bucht doppelt so oft. Direkt zur Bestellung geht es unter www.stadionanderhafenstrasse.de. ​