18. März 2022

„Auch mit 1:0 einverstanden!“

Christian Neidhart vor dem Heimspiel gegen Uerdingen.

Christian Neidhart vor dem Spiel gegen den KFC Uerdingen.
Voller Fokus auf Uerdingen: Christian Neidhart. (Foto: Endberg)

Wenige Tage nach dem Wiedereinstieg in den Spielbetrieb nach der fast dreiwöchigen Corona-Pause geht es für Rot-Weiss Essen mit dem Heimspiel gegen den stark abstiegsbedrohten KFC Uerdingen 05 weiter. Im Hinspiel fuhr das Team von RWE-Trainer Christian Neidhart in Velbert einen 11:0-Kantersieg ein und stellte damit einen neuen Rekord für die Regionalliga West auf. Auch diesmal sollen die drei Punkte auf das RWE-Konto wandern, gerne auch mit dem knappsten aller Ergebnisse. Im Interview nimmt Christian Neidhart ausführlich Stellung zur aktuellen Situation.

Hallo Christian! Gegen den KFC Uerdingen 05 steigt das erste RWE-Heimspiel seit einem Monat. Mit welchen Erwartungen gehst Du in die Begegnung?
Christian Neidhart: Wir sind im Kampf um die Meisterschaft und den Aufstieg in die 3. Liga nach wie vor in der Position, dass wir alles in der eigenen Hand haben. Diese Ausgangsposition wollen wir bewahren und festigen. Selbstverständlich ist es unser Anspruch, die drei Punkte an der Hafenstraße zu behalten. Wenn wir unsere Ziele erreichen wollen, müssen wir solche Spiele gewinnen – ohne Wenn und Aber.

Beim 11:0 im Hinspiel landete RWE den höchsten Sieg in der Geschichte der Regionalliga West. Welche Erinnerungen hast Du daran?
Es war nicht unser Ziel, das Spiel so deutlich zu gewinnen, aber das Ergebnis und den Rekord haben wir natürlich gerne mitgenommen. An diesem Tag war der Sieg auch in dieser Höhe verdient.

Dürfen Sich die RWE-Fans auch beim erneuten Aufeinandertreffen auf ein Torfestival freuen?
Der KFC Uerdingen 05, der zuletzt sieben Punkte aus drei Spielen geholt hat, ist nicht mehr mit dem Team zu vergleichen, auf das wir in der Hinserie getroffen sind. Die Mannschaft macht inzwischen einen wesentlich gefestigteren Eindruck. Davon konnten wir uns zuletzt auch bei den Spielbeobachtungen überzeugen. Das heißt: Von uns wird volle Konzentration gefordert sein, um die Partie für uns zu entscheiden. Wenn wir diesmal am Ende „nur“ 1:0 gewinnen sollten, wäre ich damit definitiv einverstanden.

Erst am Mittwoch endete für RWE mit der Nachholpartie bei Fortuna Köln die fast dreiwöchige Corona-Pause. Schon am kommenden Mittwoch geht es nach Ahlen. Wird es deshalb für das Duell mit dem KFC Uerdingen 05 Umstellungen geben?
Das könnte gut sein, ist aber kein Automatismus. Zum einen ist es ja erst die zweite Partie nach unserem Wiedereinstieg in den Trainings- und Spielbetrieb, so dass die Jungs nicht unbedingt jetzt schon wieder eine Pause benötigen werden. Zum anderen wollen wir jetzt auch nicht grundsätzlich von Spiel zu Spiel die Formation verändern.

Wie schon während der gesamten Spielzeit werden wir auch in Zukunft immer mal wieder Wechsel auf verschiedenen Positionen vornehmen. Dadurch können wir die Belastung ein wenig verteilen und gleichzeitig die Jungs bei Laune halten. Hinzu können natürlich auch noch Umstellungen auf Grund von Verletzungen oder Sperren kommen. Dafür haben wir genügend Alternativen. Entscheidend ist, dass wir ein Team sind, in dem mit Sicherheit jeder einzelne Spieler noch gebraucht wird.

Durch die ausstehenden Nachholpartien und den noch laufenden Pokalwettbewerb wird die Belastung in den nächsten Wochen enorm. Dabei konntest Du wegen der zahlreichen Corona-Fälle fast zwei Wochen lang nicht mit dem kompletten Team trainieren. Wie bist Du damit umgegangen?
Das war natürlich nicht einfach. Auf der anderen Seite mussten wir wegen der stark ansteckenden Variante damit rechnen, dass es auch uns irgendwann erwischen könnte. Wenn man der Situation noch etwas Gutes abgewinnen möchte, dann ist es die Tatsache, dass bei uns so viele Spieler auf einen Schlag betroffen waren.

Noch schwieriger wäre es, wenn sich jede Woche zwei oder drei infizieren und dann nach und nach ausfallen. So hoffe ich, dass wir es jetzt weitgehend überstanden haben. Dennoch werden wir natürlich auch weiterhin sämtliche Vorsichtsmaßnahmen ergreifen und unsere Hygienekonzepte einhalten.

Gibt es bei den Betroffenen keine Nachwirkungen?
In den bisherigen Trainingseinheiten haben ich davon zumindest – zum Glück – nichts bemerkt. Alle haben sich gesund und fit präsentiert. Das war natürlich eine große Erleichterung für uns. Jetzt hoffe ich selbstverständlich, dass es auch so bleibt.

Die Tabelle ist nach wie vor stark verzerrt. Wie bewertest Du die Lage innerhalb der Spitzengruppe?
Wegen der zahlreichen Absagen ist es in der Tat ein schiefes Bild. Wahrscheinlich sieht man erst in etwa vier Wochen klarer. Ich schaue derzeit weniger auf den aktuellen Punktestand, sondern mehr auf die noch mögliche Ausbeute. Da haben wir definitiv noch einen Vorteil gegenüber der Konkurrenz und damit alles in der eigenen Hand. So soll es auch bleiben.

Noch unklar ist die Wertung des abgebrochenen Münster-Spiels. RWE hat inzwischen Berufung gegen das Urteil aus der ersten Instanz eingelegt. Könnte das die Mannschaft ablenken?
Klares Nein. Wir konzentrieren uns darauf, was wir selbst beeinflussen können. Unser voller Fokus ist auf die nächste sportliche Aufgabe gerichtet, also jetzt auf das Spiel gegen den KFC Uerdingen 05. Wir alles geben, um die drei Punkte bei uns zu behalten.