5. Juli 2022

3. Liga-Gegnercheck: „Ruhrpott-Duell“ zu Beginn der Saison

Gegnercheck: MSV Duisburg
(Illu: RWE / MSV Duisburg)

Rot-Weiss Essen stellt im „3. Liga-Gegnercheck“ auf der Homepage in den kommenden Wochen bis zum Saisonstart alle aktuellen Drittligisten vor. Heute wird der zweite Gegner der Saison vorgestellt, der MSV Duisburg.

Das erste Auswärtsspiel der Vereinsgeschichte in der eingleisigen 3. Liga bestreitet RWE gleich nebenan. Gegner ist der MSV Duisburg. Gerade einmal 27 Kilometer trennen das Stadion an der Hafenstraße und die Schauinsland-Reisen-Arena, wo die „Zebras“ ihre Heimpartien austragen. Man muss kein Prophet sein: Die 31.500 Zuschauer fassende Arena wird zum „Straßenbahn-Derby“ bestens gefüllt sein.

Es kommt Anfang August zum ersten Meisterschafts-Pflichtspiel zwischen dem MSV und Rot-Weiss Essen seit der Zweitliga-Saison 2006/2007. Damals hätten die Gefühlslagen beim Saisonfinale unterschiedlicher kaum sein können. Der MSV gewann im eigenen Stadion 3:0 und sicherte sich damit den Aufstieg in die Bundesliga. Gleichzeitig besiegelten die Duisburger den Essener Abstieg aus der 2. Bundesliga (in die damalige Regionalliga Nord), Seitdem mussten die RWE-Fans auf Profifußball an der Hafenstraße warten.

In der abgelaufenen Drittliga-Saison 2021/2022 musste der MSV allerdings fast bis zum letzten Spieltag aufpassen, nicht in die Regionalliga West abzusteigen und damit die attraktiven Derbys gegen RWE zu „verpassen“. Erst dank eines starken Endspurts unter der Regie des neuen Trainers Torsten Ziegner, der seit Anfang Mai im Amt ist, blieben die Meidericher (Rang 15 mit 42 Punkten und fünf Zählern Vorsprung auf die Abstiegsplätze) über dem Strich. Der Blick des MSV dürfte zur kommenden Saison wieder ein ganzes Stück weiter nach oben gerichtet sein.

Eine tragende Rolle könnte dabei auch ein ehemaliger Essener spielen, der beim MSV fast schon zum Inventar gehört. Moritz Stoppelkamp läuft seit dem Sommer 2017 für Duisburg auf. Der 35-jährige Routinier kann auf 71 Bundesliga- und 223 Zweitliga-Spiele sowie auf 95 Drittliga-Einsätze zurückblicken. Zu seinen Vereinen gehörten unter anderem Hannover 96, 1860 München, Karlsruher SC und SC Paderborn 07. Für RWE war Stoppelkamp zu Beginn seiner Karriere von 2004 bis 2006 sowie von 2007 bis 2008 am Ball.

Einen Eintrag in die Geschichtsbücher des deutschen Fußballs hat der in Duisburg geborene Kreativ-Spieler bereits sicher. Stoppelkamp erzielte im September 2014 beim Spiel des SC Paderborn 07 gegen seinen Ex-Klub Hannover 96 in der dritten Minute der Nachspielzeit das Tor zum 2:0-Endstand aus 83 Metern (!) und damit aus der größten Distanz, aus der bis heute jemals ein Treffer in der Bundesliga erzielt wurde.

Eine eher unfreiwillige Saison-Bestmarke stellten Stoppelkamp und Co. Dagegen in der vergangenen Drittliga-Spielzeit auf. Gemeinsam mit dem Absteiger TSV Havelse ließ die MSV-Abwehr die meisten Gegentreffer zu. Nach 36 Spieltagen standen jeweils 71 Einschläge im eigenen Gehäuse zu Buche.

Um diese Schwäche auszumerzen, verpflichteten die „Zebras“ vor der neuen Saison unter anderem einen Abwehr-Hünen für die Innenverteidigung. Von Zweitliga-Absteiger Dynamo Dresden wurde Sebastian Mai ablösefrei geholt. Der 28-Jährige hat beim Meidericher Spielverein einen Zwei-Jahres-Vertrag bis zum Sommer 2024 unterschrieben. Der 1,95 Meter große Abwehrspieler kommt mit der Erfahrung von 133 Drittliga- und 15 Zweitliga-Spielen (14 Tore) für Dynamo Dresden, den Halleschen FC und den SC Preußen Münster. Dazu absolvierte der gebürtige Dresdner auch noch weitere 58 Einsätze in der Regionalliga und 36 Oberliga-Partien.