6. Juli 2022

3. Liga-Gegnercheck: BVB U23 geht mit neuem Trainer in die Saison

Gegnercheck: Borussia Dortmund U23
(Illu: RWE / Borussia Dortmund U23)

Rot-Weiss Essen stellt im „3. Liga-Gegnercheck“ auf der Homepage in den kommenden Wochen bis zum Saisonstart alle aktuellen Drittligisten vor. Heute an der Reihe, die U23 von Borussia Dortmund.

Zweite Mannschaften von Profiklubs müssen in der Regel einen nicht ganz so leichten Spagat schaffen. Einerseits geht es um den sportlichen Erfolg. Vor allem geht es aber um die Ausbildung junger Talente, im Idealfall für die eigene erste Mannschaft. Die U23 von Borussia Dortmund, bei der Rot-Weiss Essen am 4. Spieltag zum Revierderby zu Gast sein wird, hat sich in beiden Bereichen einen guten Ruf erarbeitet. Der BVB-Nachwuchs, mit dem sich RWE in der Saison 2020/2021 ein episches Titelrennen geliefert und am Ende mit 90 Punkten aus 40 Partien hauchdünn den Kürzeren gezogen hatte, ist jedoch nicht nur ein gutes Sprungbrett für aufstrebende Spieler. In den letzten Jahren waren es auch die Trainer, die von ihrer Tätigkeit bei den Westfalen profitieren konnten.

Jüngstes Beispiel ist Enrico Maaßen. Der 38-Jährige verließ die Schwarz-Gelben in der Sommerpause in Richtung Bundesliga. Nach zwei Jahren beim BVB wechselte Maaßen, der über die SV Drochtersen/Assel aus der Regionalliga Nord und den langjährigen RWE-Ligakonkurrenten SV Rödinghausen nach Dortmund gekommen war, als Cheftrainer zum FC Augsburg. Damit reiht er sich ein in eine Riege von ehemaligen BVB II-Trainern, die den Sprung in höhere Ligen geschafft haben.

Unter den Vorgängern Maaßens sind zum Beispiel Hannes Wolf (jetzt Trainer der deutschen U 20-Nationalmannschaft), David Wagner (unter anderem FC Schalke 04, aktuell vereinslos), Daniel Farke (Borussia Mönchengladbach) und Ex-RWE-Trainer Jan Siewert (früher Huddersfield Town, jetzt Nachwuchs-Cheftrainer FSV Mainz 05) zu finden. Auch der aktuelle Dortmunder Cheftrainer Edin Terzic sammelte Erfahrungen bei der zweiten Mannschaft, wenn auch „nur“ als Co-Trainer.

Der neue Mann bei der Dortmunder Drittliga-Mannschaft ist Christian Preußer. Der 38-Jährige setzte Mitte Juni seine Unterschrift unter einen Zwei-Jahres-Vertrag beim BVB. Preußer war in der Zeit von 2009 bis 2015 in mehreren Funktionen bei Rot-Weiß Erfurt tätig – zunächst als U 19-Trainer und Leiter des Nachwuchsleistungszentrums, später als Co- und Cheftrainer in der 3. Liga. Im Sommer 2013 absolvierte er bei Borussia Dortmund ein mehrwöchiges Praktikum unter Trainer Jürgen Klopp (jetzt FC Liverpool).

Nach seiner Zeit in Erfurt folgte 2016 der Wechsel zur zweiten Mannschaft des SC Freiburg, mit der Preußer in der Saison 2020/2021 Meister der Regionalliga Südwest wurde und den Aufstieg in die 3. Liga schaffte. In der abgelaufenen Spielzeit trainierte Preußer bis zum Frühjahr Fortuna Düsseldorf in der 2. Bundesliga. „Ich freue mich sehr auf die spannende Aufgabe bei Borussia Dortmund“, sagt Christian Preußer.

Der neue U 23-Trainer wird die sportlichen Geschicke der höchsten BVB-Nachwuchsmannschaft gemeinsam mit dem Sportlichen Leiter Ingo Preuß bestimmen. Dieser ist sehr zufrieden, dass es nach dem kurzfristigen Abschied von Enrico Maaßen mit der Verpflichtung geklappt hat. „Dass wir mit Christian Preußer so kurzfristig wieder einen interessanten Trainer verpflichten konnten, zeigt die Strahlkraft auch unserer zweiten Mannschaft“, betont der Funktionär.

Ebenso ist der BVB als deutscher Vizemeister und Champions League-Teilnehmer für hochtalentierte junge Spieler interessant. Das zeigte sich zum Beispiel beim Transfer von Prince Aning. Der Abwehrspieler kommt aus dem Nachwuchs von Ajax Amsterdam ins Ruhrgebiet. In der letzten Saison lief der 18-Jährige für die U 18 des niederländischen Spitzenklubs auf. In der UEFA Youth League kam es dabei auch zum Aufeinandertreffen mit dem Nachwuchs von Borussia Dortmund. Beim BVB unterschrieb der Niederländer jetzt einen Vier-Jahres-Vertrag (bis zum 30. Juni 2026) und soll sich zunächst bei der U 23 für höhere Aufgaben empfehlen. Ingo Preuß sagt: „Prince Aning ist ein außergewöhnlicher Spieler mit einem starken linken Fuß.“

Die RWE-Bilanz gegen die „jungen Wilden“ der Dortmunder fällt recht positiv aus. Von 26 Vergleichen seit 1999 entschied Essen acht für sich. Viermal siegte der BVB. Gleich 14-mal, also in mehr als der Hälfte aller Partien, gab es zwischen den beiden Teams ein Remis.