7. Juli 2022

3. Liga-Gegnercheck: FC Ingolstadt will Wiederaufstieg

Gegnercheck: FC Ingolstadt 04
(Illu: RWE / FC Ingolstadt 04)

Rot-Weiss Essen stellt im „3. Liga-Gegnercheck“ auf der Homepage in den kommenden Wochen bis zum Saisonstart alle aktuellen Drittligisten vor. Der nächste Verein in dieser Serie ist der FC Ingolstadt 04 aus dem Süden Deutschlands.

Einer der Anwärter auf den Aufstieg in die 2. Bundesliga gibt am 5. Spieltag der neuen Drittliga-Saison 2022/2023 seine Visitenkarte im Essener Stadion an der Hafenstraße ab. Beim FC Ingolstadt 04 genügt schon der Blick auf einige Personalentscheidungen, um zu erahnen, dass die „Schanzer“ nach der unfreiwilligen Rückkehr in die 3. Liga direkt wieder in die Offensive und zurück in die 2. Bundesliga wollen.

Da wäre zum einen das Festhalten an Cheftrainer Rüdiger Rehm. Der 43-Jährige war Ende des Jahres 2021 verpflichtet worden, konnte den Abstieg aus dem Unterhaus des deutschen Profifußballs aber nicht mehr verhindern. Dennoch stellte der Verein frühzeitig klar, dass Rehm den Umbruch im Kader begleiten und im Idealfall zu einem guten Ende führen soll.

Schaffen die Bayern aus der „Audi-Stadt“ im kommenden Frühjahr 2023 tatsächlich den direkten Wiederaufstieg, würde sich das Fahrstuhlfahren der zurückliegenden Jahre fortsetzen. Noch 2006 war der ambitionierte FCI in der Bayernliga zu finden. Innerhalb von nur zwei Jahren ging es rauf bis in Liga zwei. Die erste Zweitliga-Saison endete zwar mit dem Abstieg, es gelang jedoch der direkte Wiederaufstieg (2010). Danach etablierten sich die Ingolstädter in der 2. Liga – und wurden 2015 Meister. Nach zwei Bundesliga-Spielzeiten ging es jedoch nach und nach wieder runter bis in die 3. Liga (2019). Im Frühjahr 2021 schaffte der FCI erneut den Zweitliga-Aufstieg, stieg aber direkt wieder ab – und nimmt jetzt erneut Anlauf.

Die Ambitionen auf einen Spitzenplatz in der bevorstehenden Saison unterstreicht etwa der Transfer von Pascal Testroet. Der in der Jugend beim FC Schalke 04 und beim SV Werder Bremen ausgebildete 31-jährige Angreifer kann in seiner bisherigen Karriere auf insgesamt 341 Zweit- und Drittliga-Partien zurückblicken, in denen dem gebürtigen Bocholter 104 Tore und 51 Assists gelangen.

Schon mit Arminia Bielefeld (Saison 2014/2015) und Dynamo Dresden (2015/2016) wurde Testroet jeweils Meister der 3. Liga. In der abgelaufenen Saison war er mit immerhin zehn Treffern der erfolgreichste Torschütze des SV Sandhausen in der 2. Bundesliga. Dennoch entschied er sich für den Wechsel nach Ingolstadt.

„Paco ist ein richtiger Torjäger, der neben seiner hohen Intensität in den Zweikämpfen und neben seiner Robustheit auch durch seine vielseitigen Abschlussqualitäten überzeugt“, sagt Ex-Profi Dietmar Beiersdorfer, Geschäftsführer Sport und Kommunikation beim FCI. „In den zurückliegenden Spielzeiten hat er regelmäßig zweistellig getroffen und damit durchgehend seine Torgefahr und seine Bedeutung für die jeweiligen Klubs unter Beweis gestellt.“

Auch die Entscheidung von Maximilian Dittgen, der mit dem FC St. Pauli in der letzten Saison beinahe in die Bundesliga aufgestiegen wäre, für den FC Ingolstadt 04 dürfte bei der Konkurrenz als deutliches Zeichen gesehen werden, wohin die Reise gehen soll. Der 27-jährige Offensivspieler (97 Zweit- und 81 Drittligaspiele) wechselte ablösefrei zum FCI und erhält die Rückennummer „10“.

Dittgen stellt klar: „Ich will alles reinwerfen, damit dieser sehr professionell geführte Verein wieder dahin kommt, wo er hingehört.“ In 59 Pflichtduellen für die „Kiezkicker“ aus St. Pauli erzielte Dittgen acht Treffer und bereitete vier Tore vor.

Ein weiterer Zugang muss sich dagegen noch gedulden, bis er in das Geschehen eingreifen kann. David Kopacz, von den Würzburger Kickers gekommen, zog sich eine Syndesmosebandverletzung zu. Der 23-jährige Mittelfeldspieler, der einen Großteil seiner Jugend bei Borussia Dortmund verbrachte und für Würzburg trotz des Abstiegs immerhin drei Treffer und elf Torvorlagen beisteuern konnte, muss wochenlang pausieren. Ob er rechtzeitig zum Gastspiel bei Rot-Weiss Essen wieder fit sein wird, ist äußerst fraglich.