9. Juli 2022

3. Liga-Gegnercheck: Bergbau-Tradition verbindet

3. Liga-Gegnercheck: Bergbau-Tradition verbindet – Rot-Weiss Essen
(Illu: RWE / FC Erzgebirge Aue)

Rot-Weiss Essen stellt im „3. Liga-Gegnercheck“ auf der Homepage in den kommenden Wochen bis zum Saisonstart alle aktuellen Drittligisten vor. Am heutigen Samstag ist der Zweitliga-Absteiger FC Erzgebirge Aue an der Reihe.

„Glück auf!“ So lautet traditionell die Begrüßung der Bergleute. In der Geschichte des Ruhrgebiets, der Heimat von RWE, ist er fest verankert. Aber auch im Erzgebirge mit seiner ebenfalls langen Bergbau-Tradition ist die Begrüßungsformel noch heute – in Zeiten nur noch weniger Bergwerke – weit verbreitet. Kein Wunder also, dass der FC Erzgebirge Aue – der unter anderem auch als „Macht aus dem Schacht“ bekannt ist – seinen neuen Cheftrainer Timo Rost auf seinen Medien-Kanälen mit „Glück auf“ begrüßte.

Doch nicht nur Timo Rost, der in der letzten Saison die SpVgg Oberfranken Bayreuth zum Aufstieg in die 3. Liga geführt hatte und sich anschließend dem FCE anschloss, wurde willkommen geheißen. Nach dem Abstieg aus der 2. Bundesliga als Tabellenvorletzter, sechs Punkte von Relegationsrang 16 und 14 Zähler vom 15. Platz entfernt, blieb in Aue kaum ein Stein auf dem anderen.

Die Aktivitäten des FC Erzgebirge auf dem Transfermarkt waren umfangreich. Auffällig: Die meisten Zugänge kommen aus dem Süden, haben fast alle schon ihre Fußstapfen in Bayern hinterlassen. Zufall? Eher nicht! Der neue Auer Cheftrainer Timo Rost war in den letzten zehn Jahren schließlich durchgängig in Bayern (FC Amberg, SpVgg Greuther Fürth II, Bayreuth) tätig und kennst sich dort bestens aus.

Zwei der Neuen brachte Rost direkt aus Bayreuth mit. Die beiden Offensivspieler Tim Danhof und Ivan Knezevic feierten vor wenigen Wochen gemeinsam mit Rost den Aufstieg mit der SpVgg – und dürfen sich jetzt auf ein Wiedersehen mit ihrem Ex-Klub eine Liga höher freuen. Pikant: Die beiden Aufeinandertreffen steigen zum Ende der Hinrunde (19. Spieltag) und zum Saisonabschluss (38. Spieltag). Es ist zumindest nicht ganz ausgeschlossen, dass die Partie am letzten Spieltag entscheidende Bedeutung haben könnte.

Aus Sicht des FC Erzgebirge Aue steht fest, dass sich der „Förderkorb“ möglichst bald wieder in Richtung 2. Bundesliga bewegen soll – wenn nicht schon in der kommenden Saison, dann in jedem Fall auf Sicht. Die 2. Bundesliga war in den zurückliegenden Jahren nahezu durchgängig die sportliche Heimat des FCE. Seit der Saison 2003/2004 verpasste der Klub aus der 20.000 Einwohner-Stadt Aue-Bad Schlema in Sachsen lediglich drei Spielzeiten im Unterhaus (2008/2009, 2009/2010 und 2015/2016).

Einer, der einen Großteil dieser Spielzeiten als Spieler des FCE erlebt hat, ist Martin Männel. Der 34-jährige Schlussmann und Kapitän war 2008 vom FC Energie Cottbus nach Aue gewechselt und spielt seitdem ununterbrochen für die Erzgebirgler. Seine Vita umfasst unter anderem 330 Einsätze in der 2. und 102 Spiele in der 3. Liga.

Aktuell erholt sich der erfahrene Torhüter von einer schweren Verletzung. Im linken Knie war bei Männel in der abgelaufenen Saison ein Einriss im Meniskus festgestellt worden. Er musste operiert werden und verpasste die abschließenden fünf Partien. Trotz des anschließenden Reha-Programms sieht es nicht danach aus, als könne Männel schon zu Beginn der Drittliga-Spielzeit wieder in das Geschehen eingreifen. Nach aktuellem Stand dürfte deshalb Neuzugang Lukas Sedlak, der zuvor beim FC Carl Zeiss Jena unter Vertrag stand, recht gute Karten haben, am 1. Spieltag (Gastspiel beim SC Freiburg II) zwischen den Pfosten zu stehen.

Im Stadion an der Hafenstraße wird der FC Erzgebirge Anfang September im Rahmen des 7. Spieltages zu Gast sein – dann vielleicht auch schon wieder mit Martin Männel. Beim bislang jüngsten Aufeinandertreffen der beiden Traditionsklubs war er allerdings noch nicht dabei. Am 30. Spieltag der Zweitliga-Saison 2006/2007 erkämpfte RWE in Aue ein 0:0, nachdem es im Hinspiel eine 0:1-Heimniederlage gegen die „Veilchen“ gegeben hatte. Insgesamt stehen nach zehn Duellen in der (damals noch drittklassigen) Regionalliga Nord und in der 2. Bundesliga drei RWE-Siege, drei Unentschieden und vier Erfolge für die Erzgebirgler zu Buche.