11. Juli 2022

3. Liga-Gegnercheck: Zweiter Club aus dem Saarland zu Gast

3. Liga-Gegnercheck: Zweiter Club aus dem Saarland zu Gast – Rot-Weiss Essen
(Illu: RWE / 1. FC Saarbrücken)

Rot-Weiss Essen stellt im „3. Liga-Gegnercheck“ auf der Homepage in den kommenden Wochen bis zum Saisonstart alle aktuellen Drittligisten vor. Der 1. FC Saarbrücken ist der nächste Club in dieser Reihe.

In kaum einem anderen Bundesland ist die Dichte von Drittligisten so hoch wie im Saarland. Eines der flächen- und bevölkerungsmäßig kleinsten Bundesländer stellt mit dem 1. FC Saarbrücken und der SV 07 Elversberg gleich zwei Drittligisten. Zum Vergleich: Das vielfach größere Nachbarland Baden-Württemberg hat mit dem SC Freiburg II lediglich einen Vertreter. Brandenburg gehört zu den Bundesländern, die gar keinen Verein in der 3. Liga stellen. Aus Nordrhein-Westfalen kommen in dieser Drittliga-Saison zwar immerhin fünf Klubs (neben RWE noch der MSV Duisburg, der FC Viktoria Köln, der SC Verl und die U 23 von Borussia Dortmund). NRW ist allerdings gut 13-mal so groß wie das Saarland und kommt sogar auf 18-mal so viele Einwohner.

Mitte September macht sich der ehemalige Bundesligist 1. FC Saarbrücken auf, um am 9. Spieltag an der Essener Hafenstraße anzutreten. Die vom langjährigen Fortuna Köln-Trainer Uwe Koschinat trainierten Saarländer hätten nichts dagegen, wenn sie schon bald nicht mehr der 3. Liga angehören. Der Verein macht keinen Hehl daraus, dass er nach den Plätzen fünf und sieben seit dem Aufstieg ambitioniert genug ist, um ganz oben anzuklopfen.

Um die gesteckten Ziele zu erreichen, setzen Cheftrainer Koschinat und Sportchef Jürgen Luginger (viele Jahre in verschiedenen Funktionen bei Rot-Weiß Oberhausen) nicht zuletzt auf einen prominenten Routinier. Mike Frantz ist wieder da, wo einst seine Karriere begann: Der 35-jährige Mittelfeldspieler ist nach 228 Bundesligapartien und 68 Einsätzen in der 2. Bundesliga wieder für seinen Heimatverein 1. FC Saarbrücken am Ball.

Mit seinen 35 „Lenzen“ geht Frantz in seine 16. Saison als Profi. „Nach dem letzten Spiel mit Hannover 96 hatte ich mir die Frage gestellt: Bist du noch mental und körperlich in der Lage, jeden Tag auf und neben dem Platz für die Fußballkarriere 100 Prozent zu geben? Wenn ich bei der Antwort auch nur den Hauch eines Zweifels gehabt hätte, würde ich nicht noch einmal das Trikot des 1. FC Saarbrücken anziehen wollen. Das hätte ich mit mir selbst nicht vereinbaren können“, so der erfahrene Mittelfeldspieler. „Es gab für mich auch die Möglichkeit, in der 2. Bundesliga zu bleiben oder Erfahrung im Ausland – in den USA oder Australien – zu sammeln. Da ich jedoch ein sehr heimatverbundener Mensch bin, war es aber immer ein Wunsch von mir, in Richtung Karriere-Ende wieder in meiner Geburtsstadt zu spielen.“

Für Saarbrücken wird Frantz seine ersten Spiele in der 3. Liga bestreiten. „Ich habe mir schon sehr viele Spiele angesehen und die 3. Liga intensiv verfolgt“, erklärt er. „Mit einigen Gegenspielern aus meiner Karriere wird es zu einem Wiedersehen kommen. Meiner Meinung nach ist die Leistungsdichte in der 3. Liga so hoch wie in sonst keiner anderen deutschen Profiliga. Hier wird man jede Woche vor neue Aufgaben gestellt. So kann es schon einmal vorkommen, dass sich Teams mit dem vermeintlich größten Namen in Regionen der Tabelle wiederfinden, mit denen nicht gerechnet wurde. Umso wichtiger ist es, von Beginn an als Einheit aufzutreten.“

Zu dieser Einheit zählt auch ein ehemaliger Rot-Weisser. Der 29-jährige Offensivspieler Kasim Rabihic wechselte vom Ligakonkurrenten SC Verl zum FCS. Seit seinem Wechsel von Türkgücü München zum Sportclub war Rabihic in 72 Partien für die Verler am Ball, erzielte dabei zwölf Tore und bereitete weitere 27 Treffer vor. Damit hatte er entscheidenden Anteil daran, dass die Ostwestfalen zweimal den Klassenverbleib schafften.

Wie ungern die Verler Rabihic, der von 2015 bis 2017 das RWE-Trikot trug (49 Einsätze in der Regionalliga West, drei Tore, fünf Vorlagen), abgegeben haben, beweist folgendes Zitat: „Kasim kam vor zwei Jahren aus der Regionalliga zu uns und hat sich super entwickelt“, erklärt Verls Sportdirektor Sebastian Lange. „Er war sicherlich einer unserer Unterschiedsspieler. Er hat Gegner und Fans mit seiner Spielweise beeindruckt. Wir wünschen Ihm alles Gute.“ Mit dem 1. FC Saarbrücken kehrt Kasim Rabihic jetzt erstmals seit seiner Essener Zeit an die Hafenstraße zurück.