12. Juli 2022

3. Liga-Gegnercheck: Wiesbaden führt „ewige“ Tabelle an

3. Liga-Gegnercheck: Wiesbaden führt "ewige" Tabelle an – Rot-Weiss Essen
(Illu: RWE / SV Wehen Wiesbaden)

Rot-Weiss Essen stellt im „3. Liga-Gegnercheck“ auf der Homepage in den kommenden Wochen bis zum Saisonstart alle aktuellen Drittligisten vor. Heute im Portrait der SV Wehen Wiesbaden.

Knapp ein Viertel der Saison ist schon vorbei, wenn sich Rot-Weiss Essen Anfang Oktober im Rahmen des 10. Spieltages beim SV Wehen Wiesbaden vorstellt. Dabei trifft der Liganeuling von der Hafenstraße auf einen „Dauerbrenner“ in der dritthöchsten deutschen Spielklasse. Die Hessen verfügen über die meiste Erfahrung in der eingleisigen 3. Liga. Von den bisherigen 14 Spielzeiten in der 3. Liga absolvierte der SVWW zwölf. Nur die Premieren-Saison 2008/2009 (Abstieg aus der 2. Liga) und die Spielzeit 2018/2019 (Kurz-Gastspiel in der 2. Liga) „verpassten“ die Wiesbadener.

Da der Klub aus der Nähe von Frankfurt am Main die meisten Spiele in der 3. Liga absolviert hat (454 Partien) und in der Endabrechnung häufig auch in der oberen Tabellenhälfte oder sogar in der Spitzengruppe zu finden war, verwundert es nicht, dass der SVWW die „Ewige Tabelle“ der 3. Liga vor dem Beginn der neuen Saison 2022/2023 souverän anführt. Exakt 656 Zähler (177 Siege, 125 Remis, 152 Niederlagen) holten die Hessen. Rang zwei geht an den VfL Osnabrück, der in zehn Spielzeiten (378 Begegnungen) 585 Punkte einfuhr. Die Wiesbadener „Tabellenführung“ dürfte also noch eine Weile Bestand haben.

Dass die Position eins in der „Ewigen Tabelle“ – zumindest in dieser Saison – noch weiter ausgebaut wird, darauf hofft unter anderem SVWW-Geschäftsführer Nico Schäfer. Der 54-Jährige arbeitet bereits 2016 für den ehemaligen Zweitligisten – und kennt sich auch bei RWE bestens aus. Schließlich war Schäfer von 1997 bis 2009 in leitenden Positionen an der Hafenstraße tätig, erlebte dabei sämtliche Höhen und Tiefen hautnah mit.

„Leiter“ der Wiesbadener Mannschaft ist seit Oktober 2021 Cheftrainer Markus Kauczinski. Der gebürtige Gelsenkirchener, der zuvor bei der SG Dynamo Dresden tätig war, unterschrieb beim SVWW einen Vertrag bis zum 30. Juni 2023. Der 52-Jährige trat die Nachfolge von Rüdiger Rehm (jetzt FC Ingolstadt 04) an, der mit einer Amtszeit von etwas mehr als vier Jahren und acht Monaten Rekordtrainer bei den Hessen war. Kauczinskis Auftrag ist klar: Er soll die Wiesbadener möglichst zurück in die 2. Bundesliga führen, wie es ihm einst bereits mit dem Karlsruher SC gelungen war.

Die abgelaufene Saison schloss der SV Wehen Wiesbaden auf Rang acht ab. Die 51 Zähler bedeuteten einen Rückstand von zwölf Punkten auf Tabellenplatz drei (1. FC Kaiserslautern). Unter dem Strich war das eine Enttäuschung. Die Süddeutschen wollten sich ursprünglich weiter nach oben orientieren. In dieser Saison wollen sich Kauczinski und Co. entsprechend wieder steigern und zumindest in der Spitzengruppe mitmischen. „Es ist unser Ziel, um die vorderen Plätze mitzuspielen“, betont der erfahrene Trainer.

Auf Tore von Petar Sliskovic muss der SVWW bei einem neuen Anlauf in der bevorstehenden Saison allerdings verzichten. Der 31-jährige Stürmer löste seinen Vertrag vor wenigen Tagen auf, um nach Indien zu wechseln. „Petar ist mit dem Wunsch auf uns zugekommen, den Verein zu verlassen, um ein Angebot aus Indien annehmen zu können. Diesem Wunsch haben wir entsprochen“, so Nico Schäfer.

Sliskovic, der in insgesamt 153 Drittliga-Spielen immerhin 39-mal traf, besaß eigentlich noch einen Vertrag bis zum 30. Juni 2023. Jetzt schloss er sich jedoch dem indischen Erstligisten Chennaiyin FC mit dem deutschen Trainer und Ex-Nationalspieler Thomas Brdaric an.

Noch ein weiterer Stürmer steht beim SV Wehen Wiesbaden im Scheinwerferlicht. Der 1,96 Meter große Schwede Gustaf Nilsson machte in der abgelaufenen Spielzeit mit 14 Treffern bei 30 Einsätzen auf sich aufmerksam. Schon im Winter soll in Wiesbaden für den 25-jährigen Stürmer ein Millionen-Angebot hineingeflattert sein. Auch jetzt gibt es offenbar Interessenten. Aktuell bereitet sich Nilsson mit der SVWW-Mannschaft auf die neue Saison vor. Bis zum 31. August können Transfers aber noch getätigt werden. Auf der Seite der Zugänge, die bislang von Sportdirektor Paul Fernie verpflichtet wurden, könnten einige Spieler den RWE-Fans bekannt vorkommen. Dazu gehört Linksverteidiger Brooklyn Ezeh (21), der vor seiner Zeit beim FC Viktoria 1889 Berlin für die U 23 des FC Schalke 04 am Ball war. Auch die Offensivspieler Suheyel Najar (26/zuletzt Fortuna Köln) und Kianz Froese (26/bisher TSV Havelse, früher Fortuna Düsseldorf U 23) kennen sich im Fußball-Westen bestens aus. Gleiches gilt auch für Angreifer Johannes Wurtz (30/einst VfL Bochum), Mittelfeldspieler Mehmet Kurt (26/SC Verl) oder auch die beiden Außenverteidiger Gino Fechner (24/VfL Bochum, KFC Uerdingen 05) und Dennis Kempe (36/Borussia Mönchengladbach, 1. FC Kleve).