13. Juli 2022

3. Liga-Gegnercheck: Zweite U23-Mannschaft kommt aus dem Breisgau

3. Liga-Gegnercheck: Zweite U23-Mannschaft kommt aus dem Breisgau – Rot-Weiss Essen
(Illu: RWE / SC Freiburg)

Rot-Weiss Essen stellt im „3. Liga-Gegnercheck“ auf der Homepage in den kommenden Wochen bis zum Saisonstart alle aktuellen Drittligisten vor. Heute ist ein Klub aus dem Breisgau an der Reihe, die zweite Mannschaft des SC Freiburg.

Neben der U23 des deutschen Vizemeisters Borussia Dortmund stellt in dieser Saison nur noch der SC Freiburg eine zweite Mannschaft in der 3. Liga. Die Breisgauer, die am 11. Spieltag Rot-Weiss Essen empfangen, gehen in ihre zweite Saison nach dem Aufstieg, nachdem sie den Klassenverbleib in der abgelaufenen Runde mit 47 Punkten und zehn Zählern Vorsprung auf Rang 17 recht souverän unter Dach und Fach gebracht hatten.

Für U23-Cheftrainer Thomas Stamm, der insgesamt schon seit sieben Jahren in Freiburg arbeitet (zunächst sechs Spielzeiten bei der U19, seit der abgelaufenen Saison bei der zweiten Mannschaft) ändert sich die Zielsetzung kaum. „Die Entwicklung der einzelnen Spieler steht auch in dieser Saison wieder im Vordergrund unseres jungen Teams“, sagt der Schweizer, der jedoch um die guten Ausbildungsmöglichkeiten in der 3. Liga weiß. „Natürlich wollen wir als Mannschaft aber auch Woche für Woche maximalen Erfolg haben.“

Die ersten drei Gegner der Freiburger heißen FC Erzgebirge Aue, SpVgg Oberfranken Bayreuth und Hallescher FC. „Ein Absteiger, ein Aufsteiger und ein etablierter Drittligist – das ist ein schönes, aber auch ein sehr ambitioniertes Auftaktprogramm“, sagt Thomas Stamm, der in Zürich geboren wurde und in seiner Heimat unter anderem Co-Trainer bei der U 15- sowie U 16-Auswahl der Eidgenossen war.

In Freiburg hatte der 39-jährige Stamm 2015 als U19-Trainer begonnen. Bis 2021 trainierte er die Freiburger A-Junioren, holte mit ihnen in der Saison 2017/2018 den DFB-Pokal der Junioren. Einem seiner Vorgänger, dem aktuellen Freiburger Cheftrainer Christian Streich, war dieses Kunststück in 15 Dienstjahren bei der U19 gleich dreimal gelungen. Außerdem wurde der 57-Jährige, der dank seiner Aussagen bei Interviews und Pressekonferenzen mittlerweile Kult-Status erlangt hat, einmal Deutscher A-Junioren-Meister (2007/2008).

Aus der Freiburger A-Jugend-Mannschaft der Vorsaison rückten einige Talente wie Mittelfeldspieler Felix Allgaier (19) oder Außenbahnspieler Mika Baur (17) in den Kader der zweiten Mannschaft auf. Das Durchschnittsalter senken sie kaum. Die meisten Spieler des Drittligakader sind ebenfalls erst um die 20 Jahre.

Da es ausschließlich mit jugendlicher Unbekümmertheit auf dem Platz aber in der Regel nicht ohne weiteres funktioniert, setzen die Freiburger unter anderem auch auf die Erfahrung von Sandrino Braun-Schumacher. Mit seinen 34 „Lenzen“ ist er der mit Abstand älteste Spieler im Kader. Der Innenverteidiger kann die Routine von unter anderem 229 Einsätzen in der 3. Liga für die Stuttgarter Kickers, den SC Preußen Münster und die Freiburger in die Waagschale werfen. Braun-Schumacher gehörte in der Saison 2005/2006 auch zur Freiburger U19-Mannschaft, die unter der Regie von Christian Streich den Pokalsieg feiern durfte. 2019 kehrte er als Routinier zu seinem Ausbildungsverein zurück.

Weitere Routiniers im Team sind der frühere Duisburger Angreifer Vincent Vermeij (27), der in der letzten Saison elf Treffer zum Klassenverbleib beisteuern konnte, und Mittelfeldspieler Patrick Lienhard (30), der vom Südwest-Regionalligisten FC 08 Homburg in den Breisgau zurückkehrte. Kurios: Auch Lienhard wurde (in der Saison 2010/2011) unter der Regie von Christian Streich mit der U19 DFB-Pokalsieger der Junioren. Jetzt soll er bei der U23 vor allem Johannes Flum ersetzen, der seine Karriere im Alter von 34 Jahren beendet hat.

Dass eine zweite Mannschaft in der 3. Liga den Titel erringen konnte, kam bisher erst einmal vor. Am Ende der Saison 2019/2020 hatte der FC Bayern München II mit 65 Punkten die Nase vorn. Aufstiegsberechtigt war die FCB-Reserve freilich nicht. Und in der folgenden Spielzeit musste München auch den Gang in die Regionalliga Bayern antreten. Dieses Schicksal wollen die Freiburger verhindern. Sie wollen möglichst Stamm-Gast in Liga drei und kein Streich-Kandidat sein.