14. Juli 2022

3. Liga-Gegnercheck: Mit Routinier zurück in die 2. Bundesliga

3. Liga-Gegnercheck: Mit Routinier zurück in die 2. Bundesliga – Rot-Weiss Essen
(Illu: RWE / SG Dynamo Dresden)

Rot-Weiss Essen stellt im „3. Liga-Gegnercheck“ auf der Homepage in den kommenden Wochen bis zum Saisonstart alle aktuellen Drittligisten vor. Der nächste Gegner in dieser Reihe ist die SG Dynamo Dresden.

Neuer Anfang bei Dynamo Dresden nach dem Abstieg aus der 2. Liga: Neue Liga, neuer Trainer, eine in großen Teilen neue Mannschaft. Und dennoch werden den Sachsen gute Chancen eingeräumt, gleich wieder oben mitzuspielen. Von der Stärke des Gegners können sich die RWE-Fans Mitte Oktober selbst ein Bild machen. Dann ist Dynamo Dresden im Rahmen des 12. Spieltages im Stadion an der Hafenstraße zu Gast.

Eines ist jetzt schon sicher: Der Traditionsklub geht mit einem der bekanntesten Trainer in die neue Saison. Die SGD hat den früheren Bundesligaprofi Markus Anfang dafür vorgesehen, den Umbruch sportlich zu gestalten und den Verein zurück in die 2. Bundesliga zu führen. Der 48-Jährige unterschrieb einen Vertrag bis 2024.

Das ist keine Selbstverständlichkeit, denn um Markus Anfang hatte es vor wenigen Monaten bundesweite Schlagzeilen gegeben. Beim damaligen Zweitligisten SV Werder Bremen endete die Zusammenarbeit mit dem Cheftrainer im November 2021, nachdem bekannt geworden war, dass Markus Anfang einen gefälschten Impfpass genutzt hatte. Er wurde deshalb vom DFB-Sportgericht rückwirkend zum 20. November für ein Jahr gesperrt. Die Strafe wurde aber ab dem 10. Juni 2022 bis zum Ende der kommenden Saison 2022/2023 zur Bewährung ausgesetzt, um dem Fußball-Lehrer ein neues Engagement zu ermöglichen. Dieses hat er nun in Dresden gefunden.

Insgesamt hat Anfang bereits 112 Spiele (52 Siege, 29 Remis, 31 Niederlagen) als Cheftrainer in der 2. Bundesliga vorzuweisen. In der 3. Liga stand er bislang 33-mal (16 Siege, zwölf Remis, fünf Niederlagen) an der Seitenlinie in der Verantwortung. Während seiner aktiven Laufbahn war der gebürtige Kölner für Fortuna Düsseldorf, den FC Schalke 04, den FC Tirol Innsbruck, den 1. FC Kaiserslautern, den FC Energie Cottbus, den MSV Duisburg, Wacker Innsbruck und Eintracht Trier am Ball.

Nach seinen ersten Trainerstationen beim Niederrheinligisten SC Kapellen-Erft und im Nachwuchsbereich von Bayer 04 Leverkusen (unter anderem Deutscher B-Junioren-Meister) kam Anfang im Sommer 2016 zu Holstein Kiel, wo er bereits mit dem aktuellen Dresdner Sportgeschäftsführer Ralf Becker zusammenarbeitete. Unter Anfangs Regie gelang den Norddeutschen 2017 der Aufstieg in die 2. Bundesliga, in der die Kieler in der Folgesaison als Tabellendritter in der Relegation gegen den VfL Wolfsburg (1:3 und 0:1) nur knapp den direkten Durchmarsch in die Bundesliga verpassten. Im Anschluss trainierte Anfang den 1. FC Köln, den er nur wenige Tage vor dem Aufstieg in die Bundesliga verlassen musste, und den SV Darmstadt 98, ehe er zur Saison 2021/2022 beim SV Werder Bremen unterschrieb.

„Ich bin den Verantwortlichen von Dynamo Dresden für diese Chance sehr dankbar“, sagte Markus Anfang bei seiner Vorstellung. „Es ist eine spannende und herausfordernde Aufgabe. Vor allem freue ich mich aber auch auf meine neue Mannschaft und diesen tollen Verein mit fantastischen Fans. Gemeinsam mit meinem Team bin ich hochmotiviert und voller Tatendrang, die vom Verein gesteckten Ziele in Angriff zu nehmen.“

Auf dem Feld soll bei dem Erreichen der Ziele auch Stürmer Stefan Kutschke helfen. Der 33-jährige Routinier ist frisch zur SG Dynamo gewechselt, in Dresden aber ein alter Bekannter. Der gebürtige Dresdner unterschrieb einen Zwei-Jahres-Vertrag bis zum 30. Juni 2024. Er war zuvor für den FC Ingolstadt 04 aufgelaufen, konnte mit den „Schanzern“ den erneuten Abstieg aus der 2. Bundesliga aber ebenfalls nicht verhindern.

Kutschke begann als Sechsjähriger beim SSV Turbine Dresden mit dem Fußball. Anschließend war er auch bei Sportfreunde 01 Dresden-Nord und dem FV Laubegast als Nachwuchsspieler aktiv, ehe er 2007 eine Halbserie für die U19 der SG Dynamo Dresden auflief. Im Profibereich spielte Kutschke für den SV Babelsberg 03, RB Leipzig, VfL Wolfsburg, SC Paderborn 07 und 1. FC Nürnberg, bis er im Januar 2016 von der SGD ausgeliehen wurde. Mit Dynamo stieg der Angreifer nach 15 Einsätzen und drei Treffern am Ende der Saison postwendend in die 2. Bundesliga auf, in der er in der Folgesaison in 32 Partien auf dem Platz stand und 16 Tore schoss. Insgesamt absolvierte er 50 Pflichtspiele für die Sportgemeinschaft, in denen ihm 21 Tore und neun Vorlagen gelangen.

Nach dem Leihende wurde der 1,94 Meter große Offensivspieler im Sommer 2017 vom 1. FC Nürnberg zum FC Ingolstadt 04 transferiert, für den er in 168 Einsätzen 40 Tore erzielte. Jetzt schließt sich für Kutschke der Kreis. „Ich weiß genau, was es heißt, für Dynamo Dresden spielen zu dürfen, und freue mich riesig darauf, zurück zu sein und wieder in meiner Heimatstadt Fußballspielen zu können“, sagt er – und lässt keinen Zweifel, wohin die Reise gehen soll. „Ich will allen zeigen, dass ich das Zeug immer noch in mir habe, um meinen Teil dazu beizutragen, dass dieser großartige Verein schnellstmöglich wieder dahin kommt, wo er mindestens hingehört: Nämlich in die 2. Bundesliga.“