16. Juli 2022

3. Liga-Gegnercheck: Erstes Duell seit 25 Jahren

3. Liga-Gegnercheck: Erstes Duell seit 25 Jahren – Rot-Weiss Essen
(Illu: RWE / FSV Zwickau)

Rot-Weiss Essen stellt im „3. Liga-Gegnercheck“ auf der Homepage bis zum Saisonstart alle aktuellen Drittligisten vor. Der nächste Gegner in dieser Reihe ist der FSV Zwickau.

Mit der Heimpartie gegen den FSV Zwickau am 14. Spieltag Ende Oktober wird das Pflichtspieljahr 2022 für Rot-Weiss Essen bereits auf die Zielgerade einbiegen. Bis Mitte November folgen nur noch drei weitere Begegnungen in der 3. Liga, dann ist – wegen der Fußball-Weltmeisterschaft in Katar – bereits vorzeitig Winterpause. Die beiden abschließenden Partien der Hinserie werden deshalb erst im Januar ausgetragen.

Der bereits seit dem 1. Juli 2018 vom US-Amerikaner Joe Enochs (50) trainierte FSV Zwickau geht bereits in seine siebte Drittliga-Spielzeit hintereinander. Die beste Platzierung war ein fünfter Platz in der Aufstiegssaison. Am meisten zittern mussten die Fans der Westsachsen in der Saison 2019/2020, die auf Rang 16 abgeschlossen wurde. In den vergangenen beiden Spielzeiten erreichten die Zwickauer jeweils den zehnten Platz.
 
Gegen eine Saison 2022/2023 im sicheren Tabellenmittelfeld hätten wohl weder Cheftrainer Enochs, der beim VfL Osnabrück als Spieler und Trainer über viele Jahre eine Identifikationsfigur war, noch Sportdirektor und Ex-Spieler Toni Wachsmuth etwas einzuwenden. Denn – wie einige andere Vereine auch – ist der FSV finanziell nicht gerade auf Rosen gebettet. Hinzu kamen zuletzt Unstimmigkeiten auf der Vorstandsebene.
 
In einer solchen Situation ist vor allem eines wertvoll: Erfahrung. Und die hat im Kader des FSV vor allem Ronny König reichlich. Der Stürmer wurde am 2. Juni 39 Jahre jung und gehört damit zu den ältesten Spielern in Liga drei. Bereits seit 2016 schnürt der Torjäger seine Schuhe für Zwickau. Zu seinen ehemaligen Vereinen gehören unter anderem der Chemnitzer FC, der SV Darmstadt 98 (Zweitliga-Vizemeister 2015), der FC Erzgebirge Aue, der SV Wehen Wiesbaden und RWE-Nachbar Rot-Weiß Oberhausen.
 
Der 1,90 Meter große und robuste Mittelstürmer Ronny König kann damit neben seiner körperlichen Präsenz im gegnerischen Strafraum vor allem die Routine aus 243 Drittliga-Spielen (61 Treffer) und 220 Zweitliga-Einsätzen (43 Tore) in die Waagschale werfen. Auf sein für Fußballer schon recht fortgeschrittenes Alter schaut König selbst nicht. „Das ist doch nur eine Zahl“, sagt er gelassen. „Ich habe weiterhin jeden Tag großen Spaß daran, auf dem Platz zu stehen. Ich genieße jedes Spiel.“ Königs Vertrag bei den „Schwänen“ aus Zwickau läuft nach aktuellem Stand noch bis Saisonende, also über seinen 40. Geburtstag hinaus.
 
Ein Genuss sind Teile der Sommervorbereitung für Fußballer eher selten – vor allem, wenn es darum geht, die konditionellen Grundlagen zu legen. Die Spieler des FSV Zwickau konnten für eine Woche bei den Einheiten immerhin einen sehenswerten Ausblick genießen. Dank externer Sponsoren war es gelungen, ein Trainingslager in Österreich zu organisieren. Anfang des Monats bereitete Enochs sein Team für eine Woche in Hinterstoder (Oberösterreich) vor, inklusive schweißtreibender Einheiten vor idyllischer Berg-Kulisse.
 
Jeweils vierstellige Kulissen gab es bei den bisher einzigen zwei Aufeinandertreffen zwischen Rot-Weiss Essen und dem FSV Zwickau, die rund ein Vierteljahrhundert zurückliegen. In der Zweitliga-Saison 1996/1997 konnte der FSV beide Spiele für sich entscheiden. In Essen siegten die Westsachsen 2:1 und auch daheim setzten sich die „Schwäne“ 2:1 durch. Am Ende der Saison belegten die Zwickauer Rang 14, RWE musste als Tabellenvorletzter wieder runter. Eine Saison später stieg dann der FSV ebenfalls als Vorletzter aus Liga zwei ab. Jetzt gibt es in dieser Saison das Wiedersehen in der 3. Liga.