18. Juli 2022

3. Liga-Gegnercheck: Mitaufsteiger aus Niedersachsen

3. Liga-Gegnercheck: Mitaufsteiger aus Niedersachsen – Rot-Weiss Essen
(Illu: RWE / VfB Oldenburg)

Rot-Weiss Essen stellt im „3. Liga-Gegnercheck“ auf der Homepage bis zum Saisonstart alle aktuellen Drittligisten vor. Heute im Portrait der VfB Oldenburg.

Manche mögen sie, für viele ist sie ein Albtraum: Eine kalte Dusche am Morgen. Die Spieler des VfB Oldenburg müssen vorerst allerdings mit kaltem Wasser vorliebnehmen. Aufgrund der Energiekrise hat die Stadt Oldenburg beschlossen, in den Sommerferien (in Niedersachsen bis zum 24. August) die zentrale Warmwasserbereitung in sämtlichen städtischen Sporthallen und Sportstätten abzustellen. Diese Maßnahme gilt auch für das Marschwegstadion, die sportliche Heimat des VfB.

Neben RWE, der SpVgg Oberfranken Bayreuth und der SV 07 Elversberg sind die Oldenburger der vierte Drittliga-Neuling in der Saison 2022/2023. Unter der Regie von Cheftrainer Dario Fossi war der VfB auch der späteste der vier Aufsteiger. Denn der Meister der Regionalliga Nord mussten erst noch Aufstiegsspiele bestreiten, bevor sie erstmalig in der Vereinsgeschichte in der 3. Liga an den Start gehen dürfen.

Nach einem 2:0-Auswärtserfolg im Hinspiel beim Nordost-Titelträger BFC Dynamo in Berlin genügte dem VfB Oldenburg im zweiten Aufeinandertreffen mit dem einstigen DDR-Rekordmeister eine 1:2 (1:1)-Heimniederlage, um sich durchzusetzen. Vor 12.000 begeisterten Fans im ausverkauften Marschwegstadion stieß Oldenburgs Kapitän Max Wegner, der den RWE-Fans noch in guter Erinnerung sein dürfte, mit dem umjubelten Führungstreffer die Tür zum Profifußball nach 25 Jahren Abstinenz weit auf. Die Berliner drehten durch Treffer von Niklas Brandt (44.) und durch den eingewechselten Andor Bolyki (90.+6) zwar noch die Partie, hatten aber am Ende das Nachsehen.

Auch in den Planungen für die Premieren-Saison in Liga drei spielen einige ehemalige Essener eine wichtige Rolle. So unterstützt Frank Löning seit einigen Wochen Dario Fossi. Der 40-jährige Löning, der unter anderem für den FC Erzgebirge Aue, den Chemnitzer FC, Rot-Weiss Essen, den SC Paderborn 07 und den SV Werder Bremen am Ball war, kennt den VfB-Cheftrainer aus gemeinsamen Tagen beim SV Wilhelmshaven. Insgesamt kann Löning auf 102 Zweitliga-Partien und 136 Begegnungen in der 3. Liga zurückblicken. „Die 3. Liga ist natürlich eine große Hausnummer, aber für alle auch eine tolle Chance“, so Löning. Erste Erfahrungen an der Seitenlinie sammelte Ex-Stürmer Löning als Trainer der zweiten Mannschaft des SV Sandhausen und bei Germania Wiesmoor.

Ebenfalls neu in Oldenburg ist Innenverteidiger Oliver Steurer (27), der vom MSV Duisburg kam, zuvor aber auch schon in der 2. Bundesliga beim 1. FC Heidenheim unter Vertrag stand sowie für den SC Preußen Münster, den KFC Uerdingen 05, die U23 von Borussia Dortmund und Rot-Weiß Oberhausen am Ball war. Einen Teil seiner fußballerischen Ausbildung (U17 und U19) absolvierte Abwehrspieler Oliver Steurer aber im RWE-Trikot.

Eine führende Rolle beim VfB soll auch weiterhin Kapitän Max Wegner auf dem Platz übernehmen. Der 33-jährige Stürmer kennt die Hafenstraße aus der Saison 2018/2019. Über die folgende Station bei der U23 von Fortuna Düsseldorf wechselte der Routinier im Sommer 2020 zum VfB Oldenburg. Zum Aufstieg steuerte Wegner in der abgelaufenen Spielzeit fünf Treffer bei 13 Einsätzen bei. Eine Knieverletzung verhinderte mehr Spielzeit.

Zu den wichtigsten Oldenburger Stützen soll auch in der 3. Liga mit Ayodele Adetula ein weiterer Ex-Essener gehören. Doch der 24-jährige Offensivspieler, in der Aufstiegssaison mit zehn Treffern und 15 Vorlagen Top-Scorer der Oldenburger, muss sich vorerst in Geduld üben. Adetula, von Sommer 2019 bis Ende 2020 für RWE am Ball, hat sich in der Vorbereitung eine Außenbandverletzung im Knie zugezogen und kann mehrere Wochen nicht in das Geschehen eingreifen.

Bis zum ersten Aufeinandertreffen mit Rot-Weiss Essen dürfte Adetula, der seinen Vertrag beim VfB erst einige Wochen nach dem Aufstieg verlängert hatte, dann aber wieder fit sein, sofern alles nach Plan läuft. Erst Anfang November (15. Spieltag) stehen sich beide Mannschaften in Oldenburg gegenüber. Ob dann warm oder kalt geduscht werden kann, steht noch nicht endgültig fest. Klar ist: Die Rot-Weissen werden alles dafür tun, um eine „kalte Dusche“ auf dem Platz definitiv zu vermeiden.