4. Februar 2023

„Nicht an uns zweifeln, sondern Weg weitergehen!“

Christoph Dabrowski vor dem Heimspiel gegen den MSV Duisburg.

RWE-Chef-Trainer Christoph Dabrowski spricht im Interview über die bevorstehende Partie gegen den MSV Duisburg.
Christoph Dabrowski: „Gehe davon aus, dass ein Kampfspiel auf uns wartet.“ (Foto: Endberg)

Ausverkaufte Hafenstraße, prickelnde Derby-Atmosphäre: Schon seit Tagen fiebern die RWE-Fans dem Ruhrgebiets-Klassiker gegen den MSV Duisburg entgegen. Am 21. Spieltag in der 3. Liga geht es für beide Teams darum, die Position im Tabellenmittelfeld zu festigen und im besten Fall noch ein Stück zu verbessern. Die Mannschaft von RWE-Chef-Trainer Christoph Dabrowski will gegen die „Zebras“ nicht nur die Serie von sieben Heimspielen in Serie ohne Niederlage fortsetzen, sondern auch erstmals seit Mitte September (1:0 gegen den 1. FC Saarbrücken) wieder alle drei Punkte in Essen behalten. Wie schon beim Hinspiel in Duisburg, bei dem RWE nach einem 0:2-Rückstand noch ein verdientes 2:2 erkämpfte und in der Nachspielzeit beinahe noch den Siegtreffer erzielt hatte, erwartet die Zuschauer erneut ein emotionales Duell. Vor dem Anpfiff spricht Christoph Dabrowski über die bevorstehende Partie.

Hallo Dabro! Die Erfolgsserie von Rot-Weiss Essen endete nach neun Spieltagen mit dem 0:3 bei Spitzenreiter SV 07 Elversberg. Wie tief saß zunächst die Enttäuschung?
Christoph Dabrowski: Das Ergebnis war extrem bitter für uns, denn wir hatten gegen einen sehr guten Gegner einen über weite Strecken des Spiels beherzten Auftritt hingelegt. Wir hatten sehr gute Möglichkeiten, um in Führung zu gehen, haben sie jedoch leider nicht genutzt. Das 1:0 hat Elversberg dann auf die Siegerstraße gebracht. Während beim Gegner der Glaube an den Sieg immer stärker wurde, ließ er bei uns nach. Unter dem Strich müssen wir die Niederlage akzeptieren, nach vorne schauen und weitermachen.

Schon in Verl hatte RWE einige sehr gute Tormöglichkeiten vergeben. Wie kann man daran arbeiten, die Abschlussschwäche zu beheben?
Christoph Dabrowski: Zunächst einmal ist es positiv, dass wir in diese Situationen kommen und uns Torchancen erarbeiten. Was uns aktuell fehlt, ist die Effizienz. In der Hinserie haben wir oft auch kein Chancenfeuerwerk abgebrannt, waren aber effektiver und konnten uns auf die ruhenden Bälle verlassen. Da müssen wir wieder hinkommen. Im Training arbeiten mit verschiedenen Spielformen und Torschussübungen intensiv daran. Da funktioniert es auch gut. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir uns auch in dieser Hinsicht schon bald wieder steigern werden.

Was versprichst Du Dir in dieser Hinsicht von Neuzugang Torben Müsel, der kurz vor dem Ablauf der Winter-Transferperiode von Borussia Mönchengladbach verpflichtet wurde?
Christoph Dabrowski: Torben ist ein sehr variabler Spieler, der uns in der Offensive noch einmal mehr Möglichkeiten gibt. Er sucht viele spielerische Lösungen, hat dabei aber auch immer Zug zum Tor. Ich bin überzeugt davon, dass er uns gefährlicher machen und weiterhelfen wird.

"Nicht an uns zweifeln, sondern Weg weitergehen!" – Rot-Weiss Essen
Neuzugang Torben Müsel stand am Montagnachmittag nach der Vertragsunterschrift direkt auf dem Platz. (Foto: RWE)

Durch die Niederlage in Elversberg wurde aus der Positivserie plötzlich ein vermeintlicher Negativtrend mit fünf Partien ohne Sieg. Wie gehst Du damit um?
Christoph Dabrowski: Wir sollten uns von solchen Statistiken nicht beeinflussen und schon gar nicht verunsichern lassen. Wir haben in den letzten Wochen und Monaten konstant gepunktet und wichtige Zähler eingesammelt. Jetzt ist die Serie zwar beendet, aber wir sind grundsätzlich nach wie vor gut unterwegs und stabil. Wir dürfen jetzt nicht an uns zweifeln, sondern müssen den eingeschlagenen Weg weitergehen und Meter machen. Dann werden wir auch unsere Ziele in dieser Saison erreichen.

Mittelfeldspieler Felix Götze konnte in diesem Jahr verletzungsbedingt noch nicht eingesetzt werden. Wie sieht es für das Derby gegen den MSV Duisburg aus?
Christoph Dabrowski: Felix konnte vor dem Spiel in Elversberg zumindest wieder mit individuellem Training beginnen und ist im Laufe der Woche wieder voll eingestiegen. Von daher besteht die Chance, dass er uns gegen den MSV zur Verfügung steht. Man darf dabei aber nicht vergessen, dass er drei Wochen raus war und einiges aufzuholen hat.

Wie sehr habt Ihr ihn in den letzten Partien vermisst?
Christoph Dabrowski: Dass er seit seiner Verpflichtung – abgesehen von einer Gelbsperre – immer von Beginn an auf dem Platz stand, sagt ja schon einiges aus. Felix war vor der Winterpause definitiv ein Faktor in unserem Spiel. Wenn ein solcher Leistungsträger fehlt, ist das immer ein schmerzlicher Verlust. Umso mehr freuen wir uns, wenn er wieder dabei ist.

"Nicht an uns zweifeln, sondern Weg weitergehen!" – Rot-Weiss Essen
„Leistungsträger“ Felix Götze (r.) stieg am Donnerstag wieder ins Mannschaftstraining ein. (Foto: Endberg)

Mit welchen Erwartungen blickst Du jetzt auf das Derby gegen den MSV?
Christoph Dabrowski: Es wird mit Sicherheit ein komplett anderes Spiel als zuletzt in Verl oder Elversberg. Die Derby-Atmosphäre wird dazu beitragen, dass es ein besonders emotionales Duell wird. Ich gehe davon aus, dass ein Kampfspiel auf uns wartet, in dem wir uns durchsetzen wollen. Dafür müssen wir alles in die Waagschale werfen, dürfen aber auch nicht überdrehen. Es geht darum, kühlen Kopf zu bewahren.

Welche Erinnerungen verbindest Du mit dem 2:2 im Hinspiel?
Christoph Dabrowski: Es war ein besonderes und emotionales Erlebnis, vor dieser Kulisse aufzulaufen. Man hat die Wucht beider Klubs gespürt, es war ein Hauch von Bundesliga. Beide Teams haben sich nichts geschenkt. Diesmal wird es mit Sicherheit nicht anders sein.

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