19. August 2023
Unter Flutlicht zum ersten Dreier!
Duellcheck: RWE empfängt zum Abschluss des 2. Spieltags Erzgebirge Aue.

Im Stadion an der Hafenstraße steigt am Sonntagabend zur neuen Anstoßzeit von 19.30 Uhr das erste Heimspiel der neuen Drittliga-Spielzeit gegen den FC Erzgebirge Aue. RWE-Fans werden sich erinnern, den ersten Sieg (2:1) der vergangenen Saison gab es zu Hause unter Flutlicht gegen die „Veilchen“. Wie schon im September letzten Jahres kann also auch am Sonntag unter gleichen Bedingungen der erste Dreier eingefahren werden. Ein gutes Omen? Alle wichtigen Fakten zur Partie Rot-Weiss Essen gegen Aue gibt es im Duellcheck!
Ausgangslage:
Knapp an der Sensation vorbei! 18.800 Zuschauer sahen am Sonntag im Stadion an der Hafenstraße nicht nur sieben Tore und ein Spiel, das über 120 Minuten ging. Viel mehr sahen sie einen aufopferungsvollen Kampf des Teams von Christoph Dabrowski, der am Ende nicht belohnt wurde. Mit 3:4 unterlag RWE in der 1. DFB-Pokal-Runde Zweitligist Hamburger SV.
„Wir können stolz auf unsere Leistung sein“, sagte Felix Götze nach der Partie. Auch wenn RWE sowohl am 1. Spieltag gegen den Halleschen FC (1:2) als auch gegen den HSV mit leeren Händen dastand, sind es Leistung und Einstellung, die Mut für die kommenden Wochen machen. „Wir wollten mutig auftreten, hatten dadurch gute Spielanteile und Chancen. Ich meine, wir haben drei Tore gegen Hamburg gemacht – da sieht man, was wir nach vorn können“, so der Mittelfeldmann weiter.
Mit der Partie gegen Erzgebirge Aue macht Rot-Weiss Essen den Auftakt in eine „Englische Woche“. Es folgen Spiele bei Viktoria Köln (Mi., 23. August, 19.00 Uhr, Sportpark Höhenberg) und zu Hause gegen Aufsteiger Preußen Münster (So., 27. August, 19.30 Uhr). RWE ist gewillt, die erste Partie gegen die „Veilchen“ erfolgreich zu bestreiten. „Wir haben uns in den letzten Spielen viele Torchancen erspielt, daran müssen wir am Sonntag anknüpfen und vor dem Tor effektiver sein“, weiß Torben Müsel. RWE erzielte in den letzten beiden Partien vier Tore. Allerdings kassierte das Hafenstraßen-Team auch sechs Tore, da ist es kein Geheimnis, dass es gegen Aue auch auf die Defensivleistung ankommen wird.
Apropos Defensive: Für den letzten Sieg gegen Aue waren zwei RWE-Abwehrspieler hauptverantwortlich. Kapitän Felix Bastians und Jose Enrique Rios Alonso trafen beim 2:1-Erfolg in der vergangenen Saison. Für Trainer Christoph Dabrowski ist das allerdings kein Grund zurückzusehen: „Die Partie am Sonntag ist eine neue Herausforderung. Wir haben eine neue Mannschaft, es ist eine neue Saison. Wir gehen in das Spiel mit dem Ziel, uns mit Punkten für unsere Leistung zu belohnen.“
Die Drittliga-Heimpremiere in diesem Spieljahr werden definitiv vier Profis verpassen. Ekin Celebi (Leistenprobleme), Nils Kaiser (Innenbandanriss), Aaron Manu (Achillessehnenreizung) und Sandro Plechaty (Knieprobleme) fehlen weiterhin verletzt. Wieder auf dem Trainingsplatz und am Sonntag im Kader steht Cedric Harenbrock, der zuletzt mit muskulären Problemen zu kämpfen hatte. Ein Fragezeichen steht derweil hinter dem Einsatz von Felix Götze. Der 25-Jährige stand in dieser Woche aufgrund eines Infekts nicht die ganze Zeit zur Verfügung.

Gegner:
Torhüter Martin Männel hütet seit 2008 das Tor von Erzgebirge Aue. Seit seinem Wechsel aus Cottbus – damals Bundesligist – in den „Schacht“, bewahrte der 35-Jährige sein Team in 489 Partien vor Gegentreffern. Dass die „Veilchen“ nicht am DFB-Pokal teilnehmen, erlebt der ehemalige Junioren-Nationalspieler in seiner 16. Saison allerdings erst zum zweiten Mal. Entweder als automatisch qualifizierter Zweitligist oder Drittliga-Zweitplatzierter, in den vergangenen dreizehn Saisons zählte der FCE immer zum Teilnehmerfeld im National-Wettbewerb – auch wenn zumeist nach der 1. Runde Hammer und Meißel eingepackt werden mussten. Weil 2023 nach einer deutlichen 0:3-Niederlage im Sachsenpokal ausgerechnet gegen Ex-Aue-Kicker Christian Tiffert und den Chemnitzer FC im Viertelfinale Schluss war, hatte Aue am vergangenen Samstag Pflichtspiel-frei.
Ein Sinnbild für die Saison 2022/23 des damaligen Zweitliga-Absteigers. In der Hinrunde geriet das gut besetzte Aue mit Spieler wie in etwa Sam Schreck (jetzt Arminia Bielefeld), Elias Huth (Jahn Regensburg) und einem damals dauerverletzten Antonio Jonjic (Wehen Wiesbaden) nicht recht in die Spur. Gar leuchtete die Laterne im „Schacht“ am 16. Spieltag knallrot. Mit einem Sieg gegen Borussia Dortmund (1:0) befreiten sich die Erzgebirgler gerade so von dieser Bürde über die Weihnachtsfeiertage.
Dass der Klassenerhalt dennoch drei Spieltage vor Schluss in trockenen Tüchern lag, hat Aue wohl vor allem dem Drittliga-Expertencoach schlechthin zu verdanken. Pavel Dotchev fristet bereits seine dritte Amtszeit im Erzgebirge. Der 57-Jährige übernahm das Team in der Winterunterbrechung. Mit Erfahrung aus beinahe 300 und nun noch mehr Duellen an der Seitenlinie sammelte der Spielklassen-Rekordtrainer 25 wichtige Zähler ein.

So kann sich der „Veilchen“-Blick nun weitestgehend sorgenfrei nach vorn richten. Mit dem Ziel, sich zu stabilisieren, um im kommenden Jahr anzugreifen, holte Erzgebirge Aue zehn neue Fußballer ins Team, darunter drei aus der eigenen Jugend. Joshua Schwirten (1. FC Köln), Steffen Meuer (Borussia Mönchengladbach) und Niko Vukancic (Fortuna Düsseldorf) verpflichtete Sportgeschäftsführer Matthias Heidrich allesamt aus Bundesliga-Reserveteams der West-Regionalliga.
Aufhorchen lässt der Transfer von Marcel Bär. Mit dem 31-Jährige hat der Ost-Verein nun den Torschützenkönig der Saison 2021/22 in den eigenen Reihen. Damals hatte der Angreifer 21 Treffer auf dem Konto. Nach einem holprigen 1860-Spieljahr mit Verletzungsstart hofft Bär nun, im Erzgebirge wieder Torlaune zu entwickeln.
Dass die Transfer-Ideen von Heidrich und Dotchev Früchte tragen, bewies sich am vorletzten Wochenende. Gegen Aufstiegsfavorit FC Ingolstadt, der im Transfersommer vor allem im Zweitliga-Regal zugriff, setzte Maximilian Thiel zum Saisonauftakt den Lucky Punch. Wenige Sekunden vor Abschluss der regulären Spielzeit stocherte der wenige Minuten zuvor eingewechselte Mittelfeldspieler Meuers Hereingabe in die Maschen. So überrascht Dotchevs Fazit auf der Pressekonferenz nach dem Spiel nicht: „Ich freue mich sehr für die Mannschaft, dass wir ein Spiel gegen eine so starke Mannschaft für uns entscheiden konnten!“
Letzte Duelle gegeneinander:
- 11. März 2023: FC Erzgebirge Aue – Rot-Weiss Essen 2:1 (AUE: Nazarov, Nazarov – RWE: Eisfeld)
- 02. September 2022: Rot-Weiss Essen – FC Erzgebirge Aue 2:1 (RWE: Bastians, Rios Alonso – AUE: Schreck)

Schiedsrichter:
Der 28-jährige Patrick Schwengers leitet die letzte Partie des 2. Drittliga-Spieltags. Für den Juristen ist es das dritte Spiel mit RWE-Beteiligung. Schwengers pfiff bereits die Partien gegen Saarbrücken (0:3) und 1860 München (2:2) in der vergangenen Spielzeit.
An den Seitenlinien unterstützen ihn Fabian Maibaum (35, Hagen) und Marcel Rühl (27).
Als 4.Offizieller wird Felix Weller (27, Siegen-Wittgenstein) eingesetzt.
Wetter:
Sommerliches Wetter an der Hafenstraße! Bei 25 Grad bleibt der Himmel frei von Wolken.
Übertragung:
Pay-TV-Sender und Ligapartner MAGENTA SPORT überträgt die Partie ab 19.15 Uhr live. Während Christian Straßburger kommentiert, moderiert Gari Paubandt.
