26. August 2023
Altbekannter Westschlager an der Hafenstraße
Duellcheck: RWE will gegen Preußen Münster siegen.

Das zweite Drittliga-Heimspiel hat es für Rot-Weiss Essen in sich: Im Rahmen des 4. Spieltages ist am Sonntag ab 19.30 Uhr mit dem SC Preußen Münster ein altbekannter Gegner im Stadion an der Hafenstraße zu Gast. Gleichzeitig ist die Flutlicht-Partie der Abschluss der ersten sowie der Beginn der zweiten „Englischen Woche“, bei der aus RWE-Sicht der erste Saisonsieg eingefahren werden soll. Alles Wissenswerte zum Westschlager erfahren Zuschauer im Duellcheck!
Die Ausgangslage:
Golz, Golz, immer wieder ist es Jakob Golz! Die Offensivspieler von Viktoria Köln werden in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag mit Sicherheit schlecht vom RWE-Schlussmann geträumt haben. Der 25-jährige Golz glänzte im Sportpark Höhenberg mit einer Vielzahl von Paraden und sicherte seinem Team mit einem 0:0-Remis einen Zähler gegen den aktuellen Spitzenreiter der 3. Liga. „Es geht schnell in diesen Wochen, da ist nicht viel Zeit, um sich zu erholen, deswegen muss es weitergehen“, sagte Essens Stammtorwart unter der Woche im Interview vor dem Münster-Spiel.
Recht hat er, drei Tage hat das Team von Christoph Dabrowski Zeit, um sich zu regenerieren, ehe am Sonntag das nächste Pflichtspiel ansteht. „Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass ein Tag mehr zur Erholung und Regeneration von Vorteil ist. Dennoch glaube ich nicht, dass wir das nicht auffangen können. Wir haben vor Saisonbeginn eine intensive Vorbereitung absolviert und die Mannschaft hat in den ersten Spielen schon gezeigt, dass sie sich körperlich in einem sehr guten Zustand befindet“, weiß Dabrowski.
Mit zwei Punkten aus drei Partien rangiert das Hafenstraßen-Team derzeit auf dem 17. Tabellenplatz und kann mit dem ersten Saisonsieg ins Mittelfeld der Tabelle springen.
Das letzte Duell gegen Münster gab es in der Saison 2021/22. Im aktuellen RWE-Kader sind noch neun Spieler, die den Aufstieg in die 3. Liga miterlebt haben und natürlich auch die Duelle gegen Preußen Münster. Zu Beginn genannter Jakob Golz ist einer der Spieler. Der RWE-Torwart verfolgte bisher vier Preußen-Duelle als damaliger Ersatzkeeper von der Bank. „Ich freue mich extrem auf dieses Spiel, auch wenn es am Ende eine Partie wie jede andere ist. Vor einer vollen Hafenstraßen macht es dann natürlich nochmal mehr Spaß“, spricht Golz im Vorfeld seines ersten Startelf-Einsatzes am Sonntag gegen Münster.
Eine nahezu ausverkaufte Hafenstraße erwartet das RWE-Team gegen Münster. Ein Faktor, der Rot-Weiss Essen einen Vorteil einbringen kann: „Dass ein starkes Band zwischen den Fans und der Mannschaft entstanden ist, hatte sich schon beim Auftaktspiel in Halle gezeigt. Die Zuschauer haben trotz der Niederlage ein feines Gespür bewiesen, dass die Jungs alles versucht haben. Das Pokalspiel gegen den HSV hat ohnehin alle elektrisiert, aber auch beim letzten Heimspiel gegen Aue war eine richtig geile Energie zu spüren. Auch am Mittwoch in Köln wurden wir phantastisch unterstützt. Das Entscheidende ist doch, dass die Fans sehen, dass die Jungs marschieren und alles geben. Dennoch wissen wir natürlich, dass wir uns für unseren Aufwand auch mit Ergebnissen und im besten Fall Siegen belohnen müssen – uns und die Fans“, sagt RWE-Trainer Dabrowski.

Aktiv an der Belohnung werden am Sonntag weiterhin nicht die verletzten Felix Bastians (Zerrung im Adduktorenbereich), Ekin Celebi (Leistenprobleme), Nils Kaiser (Innenbandanriss), Aaron Manu (Achillessehnenreizung) und Sandro Plechaty (Knieprobleme) arbeiten können.
Der Gegner:
Zum Saisonstart war für Preußen Münster schon alles dabei: Ein Unentschieden gegen Borussia Dortmunds U23 (0:0), eine Niederlage bei Arminia Bielefeld (0:4) und zuletzt der erste Sieg gegen den FC Ingolstadt (3:1). „Es war ein völlig verdienter Sieg, weil wir uns sehr viele Chancen herausgespielt hatten. Mit dem vergebenen Elfmeter mussten wir einen Nackenschlag hinnehmen, haben aber viel Mut bewiesen und sind auch dank unserer Einwechselspieler, die jeweils die Tore erzielten, eindrucksvoll zurückgekommen. Unter dem Strich haben wir eine sehr gute Leistung abgeliefert“, sage SCP-Trainer Sascha Hildmann nach der Partie.
Dritter, Zweiter und schließlich Erster in der Regionalliga West: Genau wie zuvor schon Rot-Weiss Essen geht auch der SC Preußen Münster nach konstanten Leistungen über mehrere Jahre und stetigen Steigerungen jetzt wieder in der 3. Liga an den Start, für die „Adlerträger“ erstmals seit der Saison 2019/2020. Da der SC Preußen schon nach dem 2:0 gegen die U23 von Fortuna Düsseldorf am 31. Spieltag Ende April nicht mehr von der Spitze zu verdrängen war, bejubelten 12.412 Anhänger im Anschluss an das letzte Saisonspiel gegen Rot Weiss Ahlen (3:0) die offizielle Vergabe der Meistertrophäe.
Bei den sieben externe Verpflichtungen sticht ins Auge, dass die Münsteraner mit Malik Batmaz (Karlsruher SC, 70 Einsätze), Rico Preißinger (FC Ingolstadt 04, 46 Partien), Sebastian Mrowca (SV Wehen Wiesbaden, 26 Begegnungen) und Dominik Schad (1. FC Kaiserslautern 17 Spiele) einiges an Zweitliga-Erfahrung hinzugewonnen haben. Vom FC Bayern München wurde Torhüter Johannes Schenk ausgeliehen.
Ein alter Bekannter ist dagegen Joel Grodowski. Nach zuletzt zwei Jahren beim SC Verl kehrte der 25-Jährige in diesem Sommer an die Hammer Straße zurück. Hinter dem Angreifer liegt ein ungewöhnlicher Karriereweg: Aus der Kreisliga wechselte er 2017 vom PSV Bork in die dritte englische Liga (Bradford City), bevor es nach einem Jahr auf der Insel wieder zurück nach Deutschland in die Oberliga (Hammer SpVg) ging. Wiederum ein Jahr später klopfte erstmals der SC Preußen Münster bei ihm an und holte den schnellen Angreifer in die 3. Liga. „Wir haben Joel, seit er uns vor zwei Jahren verlassen hat, nie aus den Augen verloren und seinen Werdegang in Verl immer genau verfolgt“, so Niemeyer. „Sportlich hat er noch einmal einen Schritt nach vorne gemacht und bewiesen, dass er die Qualität für die 3. Liga besitzt.“

Einen Spieler, den man auch an der Hafenstraße noch gut kennt, wird man beim Spiel zwischen RWE und dem SC Preußen zumindest nicht auf dem Feld sehen können: Während der Vorbereitung zog sich der inzwischen 37-jährige Mittelfeldspieler Dennis Grote im Testspiel gegen den Zweitligisten Eintracht Braunschweig (3:1) nur wenige Augenblicke nach Beginn der zweiten Halbzeit bei einer Abwehraktion eine schwere Knieverletzung zu. Nach eingehender MRT-Untersuchung bestätigte sich der Anfangsverdacht einer Zerrung des hinteren Kreuzbandes sowie eines Einrisses des vorderen Kreuzbandes. Der frühere RWE-Kapitän wird damit in diesem Jahr wohl nicht mehr zum Einsatz kommen. „Ich sehe, wie Dennis arbeitet, habe ihn noch lange nicht abgeschrieben“, sagt Münster-Trainer Sascha Hildmann.

Hildmann, der beim letzten Heimspiel von RWE gegen Aue im Stadion war, weiß: „Auf uns wartet an der Hafenstraße eine große Herausforderung.“ Bei dieser Herausforderung muss der SCP-Coach jedoch auf den bereits genannten Dennis Grote (Kreuzbandriss) sowie auf Marc Lorenz (Aufbautraining) und Dominik Schad (Außenbandanriss) verzichten.
Letzte Duelle gegeneinander:
20. Februar 2022: Rot-Weiss Essen – Preußen Münster 0:2 (Nach Entscheidung der Sportgerichtsverhandlung im Zuge eines Böllerwurfs von der Essener Tribüne)
14. September 2021: Preußen Münster – Rot-Weiss Essen 2:3 (SCP: Deters, Deters – RWE: Holzweiler, Young, Engelmann)
Schiedsrichter:
Lukas Benen (Nordhorn) leitet die Partie am Sonntagabend. Für den 30-Jährigen ist es die zweite Partie mit RWE-Beteiligung. Benen pfiff in der letzten Saison bereits den 2:0-Erfolg gegen die U23 von Borussia Dortmund.
An den Seitenlinien unterstützen ihn Daniel Fleddermann (34, Nordhorn) und Maximilian Nie-Hoegen (24, Lingen).
Als 4.Offizieller wird Luca Marx (25, Brühl) eingesetzt.
Wetter:
Echtes Hafenstraßen-Wetter erwartet RWE-Fans am Sonntag. Regen bei 17 Grad.
Übertragung:
MAGENTA SPORT überträgt das West-Duell ab 19.15 Uhr. Kommentiert wird die Partie von Philip Konrad, Thomas Wagner leitet als Moderator durch die Sendung. Thomas Kraus wird die Partie als Experte analysieren.
