29. November 2023
Cedric Harenbrock: „Nicht mit der Niederlage aufhalten!“
25-jähriger Mittelfeldspieler zuletzt mit drei Scorern in zwei Spielen.

Zwei Treffer und eine Vorlage in den beiden zurückliegenden Partien: Rot-Weiss Essen-Mittelfeldkicker Cedric Harenbrock (25) hatte nicht nur beim 2:0-Sieg gegen den SV Waldhof Mannheim im Stadion an der Hafenstraße seine Füße im Spiel, auch in der jüngsten Partie beim FC Ingolstadt 05 (1:2) konnte sich der bereits im Sommer 2017 von Bayer 04 Leverkusen verpflichtete Mittelfeldspieler in die Torschützenliste eintragen. Vor dem Heimspiel gegen den SV Sandhausen nahm sich der dienstälteste RWE-Spieler Zeit für ein Interview.
Hi Cedi! Wie schon beim 1:1 im Februar hast du auch beim zweiten RWE-Gastspiel in Ingolstadt getroffen. Liegt Dir der FC Ingolstadt 04 besonders?
Cedric Harenbrock: Das könnte man auf jeden Fall meinen. (lacht) Ich habe mich auch über meinen Anschlusstreffer gefreut. Das Tor hat uns noch einmal zusätzlichen Schwung gegeben. Ich hatte am Elfmeterpunkt gelauert und war froh, dass Eric Voufack mich im Rückraum gesehen hatte. Dass ich in beiden Spielen in Ingolstadt erfolgreich war, war aber vermutlich Zufall. Im vorherigen Heimspiel gegen den SV Waldhof Mannheim hatte ich ja auch schon getroffen. So kann es gerne weitergehen.
Was hat aus Deiner Sicht gefehlt, um auch diesmal etwas Zählbares aus Ingolstadt mitzunehmen und die Erfolgsserie zu verlängern?
Wir haben kein schlechtes Auswärtsspiel gemacht, uns durch unsere Fehler aber selbst bestraft. In den ersten Minuten haben wir uns vom FC Ingolstadt 04 ein wenig überrumpeln lassen. Wir konnten uns nicht gut vom frühen Gegnerdruck befreien. Dem Rückstand sind wir leider bis zum Ende vergeblich hinterhergelaufen.

Du hast seit Mitte April jedes Ligaspiel bestritten. War der Treffer Anfang des Jahres so etwas wie ein Wendepunkt für dich?
Es war definitiv ein Signal, dass ich auf dem Weg zurück bin. Zuvor war ich verletzungsbedingt mehrere Monate ausgefallen. Den Moment meines Treffers habe ich im Hinterkopf behalten und konnte danach auch meine Spielanteile steigern. Ich genieße es, nach einer für mich schwierigen Zeit wieder ein fester Bestandteil des Teams zu sein.
Du wurdest während Deiner Zeit bei RWE häufig von Verletzungen zurückgeworfen. Wie schafft man es, immer wieder zurückzukommen?
Mit meinen zwei Kreuzbandrissen habe ich einen Leidensweg hinter mir, der sicherlich nicht typisch ist. Mir kam es vermutlich zugute, dass ich grundsätzlich ein sehr fleißiger Spieler bin. Ich war in der Reha immer sehr diszipliniert und habe mein Programm zu 100 Prozent durchgezogen. Mental war es sicherlich am schwierigsten. Ich habe aber zu jeder Zeit daran geglaubt, zurückkommen zu können. Durch meine Verletzungen weiß ich es noch mehr zu schätzen, gesund zu sein. Das Krafttraining und die Ernährung haben bei mir an Priorität gewonnen.
In welchen Bereichen hast Du bei Dir in den letzten Monaten die meisten Fortschritte bemerkt?
Mit jedem Spiel ist mein Selbstvertrauen größer geworden. Und das ist von großer Bedeutung, um mutig auf dem Platz agieren zu können. Solange eine gewisse Unsicherheit dabei ist, umso eher schleichen sich Fehler ein. Jeder Einsatz hat dabei geholfen, meine Stärken noch besser auf den Platz durchziehen zu können.

Nicht nur für Dich persönlich läuft es gut, Du bist mit dem Team auch punktgleich mit dem Relegationsrang drei. Was hat Euch vor allem in diese Situation gebracht?
Mein Spielstil passt richtig gut zu der attraktiven Art, wie wir in dieser Saison auftreten. Wir wollen den Ball haben und Dominanz ausstrahlen. Schon im Spielaufbau sind wir mutig. Diese Spielfreude zeigt sich auch in den positiven Ergebnissen.
An der Hafenstraße geht es jetzt gegen den SV Sandhausen. Wie ist Dein Eindruck?
Der SV Sandhausen ist aktuell gut drauf. Insgesamt waren die Ansprüche des Klubs aber – glaube ich – schon höher. Mit der hohen individuellen Qualität gehört der SVS definitiv zu den Teams, die ganz oben dabei sein wollen.

Worauf wird es für Euch ankommen?
Wir dürfen uns nicht lange mit der Niederlage in Ingolstadt aufhalten oder uns auf kein Fall von unserem eingeschlagenen Weg abbringen lassen. Wir wollen wieder eine große Überzeugung auf dem Platz ausstrahlen und unsere Spielweise weiterhin durchdrücken. Dann haben wir auch gute Chancen, die Punkte an der Hafenstraße zu behalten.
