18. Januar 2024
Golz: „Sehe weiterhin Potenzial nach oben“
RWE-Torhüter über die Hinrunde und seine aktuelle Form.

Seit Juli 2019 steht Torhüter Jakob Golz bei Rot-Weiss Essen unter Vertrag, seit April 2022 ist der Schlussmann ununterbrochen die klare Nummer eins an der Hafenstraße. Der 25-Jährige hat mit seinen Mitspielern in dieser Saison bis zur Winterpause schon sechsmal sein Tor sauber gehalten. Nur vier Torhütern in der 3. Liga gelang das häufiger. Vor den ersten Spielen des neuen Jahres 2024 gegen Erzgebirge Aue (Fr., 19. Januar, 19.00 Uhr) und den FC Viktoria Köln (Di., 23. Januar, 19.00 Uhr) nahm sich Golz Zeit für ein Interview.
Hallo Jakob! Erst gastieren wir Freitagabend in Aue, dann stellt sich der FC Viktoria Köln zum ersten Spiel im Jahr 2024 im Stadion an der Hafenstraße vor. Wie wichtig wäre ein erfolgreicher Auftakt?
Jakob Golz: Wir konnten unmittelbar vor der Winterpause die beiden Partien gegen den VfB Lübeck und den Halleschen FC gewinnen, daran wollen wir natürlich gemeinsam mit unseren Fans anknüpfen. Besonders bei Heimspielen – aber natürlich auch auswärts – beflügelt uns die tolle Stimmung von den Rängen und entfacht noch zusätzliche Energie.
Nach dem 0:0 im Hinspiel in Köln hattest Du viel Lob für Deine Leistung bekommen. War das Dein bislang bester Auftritt in dieser Saison?
Dass wir zu Null gespielt haben, ist zumindest nicht das schlechteste Anzeichen. (lacht) Anhand der Eindrücke aus dem Hinrundenspiel gegen uns gehört Viktoria Köln zu den besseren Mannschaften in der Liga. Ob es tatsächlich meine beste Leistung war, finde ich schwer zu sagen. Ich habe mich aber auf jeden Fall darüber gefreut, dass ich dem Team helfen konnte, einen Punkt einzufahren.

Bis zur Winterpause war es das erste von sechs Spielen ohne Gegentreffer. Verfolgst Du solche Statistiken?
Statistiken lassen sich häufig unterschiedlich auslegen. Das Gute an Spielen ohne Gegentor ist natürlich in erster Linie, dass wir dann automatisch etwas Zählbares mitnehmen. Dafür müssen wir es schaffen, als Mannschaft geschlossen aufzutreten. Das ist uns schon oft gelungen. Im Vordergrund steht allerdings, dass wir als Team so erfolgreich wie möglich sind.
Was gefällt Dir grundsätzlich besser: Spiele, in denen Du Dich bei Chancen des Gegners oft auszeichnen kannst oder Partien, in denen Du wegen einer insgesamt stabilen Defensivleistung eher wenig zu tun hast?
Ich mag es schon ganz gerne, mit der einen oder anderen Parade einen Beitrag zum Erfolg beigesteuert zu haben – wie zum Beispiel bei den Partien in Köln oder in Duisburg. Genauso kann es aber auch wie beim 0:0 im Heimspiel gegen den SSV Jahn Regensburg vorkommen, dass mal als Torhüter mal etwas weniger zu tun hat. Die Herausforderung besteht dann darin, genau auf den Punkt da zu sein. Ich denke, dass ich aber mit beiden Fällen ganz gut umgehen kann.
Du wurdest vom Fachmagazin „kicker“ zur Winterpause als einer von nur drei Torhütern in der Kategorie „herausragend“ eingestuft. Was bedeutet Dir das?
Es freut mich natürlich schon, dass meine Leistung wahrgenommen und mit der Auszeichnung auch geschätzt wird. An meiner Herangehensweise ändert sich für den weiteren Saisonhälfte allerdings nichts. Schon während der Hinserie hatte ich mich ganz auf mich konzentriert.

Siehst Du Dich auch selbst in der bislang besten Form Deiner Karriere?
Das finde ich schwierig zu bewerten. Ich merke ganz einfach, dass ich nun schon seit einiger Zeit konstant spiele und ich meine Minuten sammeln kann. Durch unseren Spielstil bin ich mutiger bei eigenem Ballbesitz. Auch bei Flanken bin ich konsequenter geworden. Ich sehe bei mir allerdings noch weiterhin Potenzial nach oben. Ich bin da sehr ambitioniert.
Du bist nicht nur ein Leistungsträger zwischen den Pfosten, sondern als Vize-Kapitän auch längst ein Führungsspieler im Team. Wie würdest Du Deine Art beschreiben?
‚Die Kommunikation auf dem Platz ist bei den Spielen – vor allem zu Hause vor unseren lautstarken Fans – nicht immer ganz einfach und meistens auf die Abwehrkette beschränkt. Ich will für meine Vorderleute Ruhe ausstrahlen. Sie sollen das Gefühl haben, sich auf mich verlassen zu können. Das gilt auch abseits des Rasens. Ich bin für jeden da, wenn er ein Anliegen hat.
