23. Januar 2024

Duellcheck: Dienstag, der 13.!

RWE will im Abendspiel Sieglos-Serie gegen Köln beenden.

Duellcheck: Dienstag, der 13.! – Rot-Weiss Essen
Hartes Stück Arbeit: Gegen Viktoria Köln und David Philipp (l.) erkämpften Felix Götze und RWE im Hinspiel einen Punkt. (Foto: Endberg)

Am Dienstagabend (19.00 Uhr) nimmt Rot-Weiss Essen den 13. Anlauf nacheinander, Viktoria Köln zu besiegen. Der letzte Erfolg gegen den West-Konkurrenten ist 12 Partien oder zehn Jahre her. Da stürmte RWE-Profifußball-Direktor Marcus Steegmann noch für Schwarz-Rot. Zeit also, das bei der Heimspiel-Premiere 2024 im Stadion an der Hafenstraße zu ändern! Doch davor kommen im Duellcheck alle wichtigen Fakten zum NRW-Duell.

Ausgangslage:

Losgelegt wie die Feuerwehr! Nur 57 Drittliga-Sekunden brauchte Isaiah Young, um RWE vergangenen Freitag gegen Erzgebirge Aue in Führung zu bringen. Am Ende einziger Anlass für rot-weissen Jubel: Die Hausherren drehten das Spiel in der neuminütigen Nachspielzeit.

„Wir hätten schneller das 2:0 oder 3:0 machen müssen“, haderte Young und deutete damit den Chancenreigen der Anfangsviertelstunde an. Die Verwertung von Torgelegenheiten damit weiter die Krux: Von 271 Torschüssen landeten 2023/24 26 im Netz.

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Vier Erfolgserlebnisse gehen davon auf die Kappe von Aue-Torschütze Young. Der US-Amerikaner ist auf Kurs seines persönlichen Saison-Bestwerts: Im RWE-Jahr 2022/23 mit neun Saisontreffern verzeichnete er nach 21 Spielen ein Tor weniger.

Neben Marvin Obuz und Cedric Harenbrock ist der 25-Jährige treffsicherster Rot-Weisser. Drei Torschützen mit vier oder mehr Erfolgen: durchaus ein Alleinstellungsmerkmal in der 3. Liga. Nur fünf weitere Vereine haben ebenso viele Spieler, die viermal trafen.

Hinter RWE liegt ein Restrundenauftakt auf Messers Schneide: Die achtbare Leistung, für die auch Erzgebirge-Coach Pavel Dotchev Lob über hatte, machte Rot-Weiss Essens Niederlage schnell vergessen. 550 Fans schickten ihre Mannschaft mit „Wir halten zusammen, RWE, RWE!“-Rufen in die Hotelnacht. Den Rückweg aus Aue traten die Hafenstraßen-Kicker aus Regenerationsgründen erst Samstag an, erst danach rollte schließlich die Kugel für die Viktoria-Vorbereitung auf dem Trainingsgrün.

Duellcheck: Dienstag, der 13.! – Rot-Weiss Essen
Zwischen den Spielen blieb für (v. l. n. r.) Cedric Harenbrock, Torben Müsel, Jose Enrique Rios Alonso und Mustafa Kourouma nicht viel Zeit, die Niederlage abzuschütteln. (Foto: Endberg)

Nicht viel Zeit, sich gemeinsam zwischen beiden Partien „auf die positiven Aspekte zu besinnen und die Negativen herauszuarbeiten und zu analysieren“, wie Young das Programm zwischen Aue und Viktoria beschrieb. Der US-Amerikaner ist jedoch schon alter Fußball-Hase genug, um zu wissen, dass eben das ein gefestigtes Team ausmacht: „den Blick schnell wieder nach vorn richten!“

Und überhaupt: „Die Belastung ist ja für alle 20 Mannschaften gleich“, ordnet Chef-Trainer Christoph Dabrowski das hohe Drittliga-Pensum gleich zu Beginn der Restserie ein. „Uns wird dadurch ein zusätzliches Flutlichtspiel an der Hafenstraße beschert“, stellt der Coach sogar positiv heraus. Die emotionale Stimmung sei ein möglicher Wettbewerbsvorteil, wie Abwehrspieler Andreas Wiegel weiß: „Die Fans haben uns bis jetzt immer nach vorn gepusht!“

Duellcheck: Dienstag, der 13.! – Rot-Weiss Essen
Ob’s ihm heute wohl wieder gelingt? Leonardo Vonic sammelte in den letzten beiden Spielen jeweils einen Scorerpunkt. (Foto: Höft)

Aufschwung im vierten Flutlichtspiel nacheinander wird Rot-Weiss Essen auch die Rückkehr von Felix Götze (zuletzt Gelbsperre), Ron Berlinski und Sascha Voelcke (beide muskläre Probleme) geben. Ekin Celebi (Schulterverletzung) und Sandro Plechaty (Innenbandriss) sowie Fabian Rüth (Aufbautraining nach Kreuzbandriss) fehlen noch für längere Zeit.

Das Hinspiel:

„Selbstbewusst und dominant“, sei Viktoria am 23. August aufgetreten, erinnert sich Christoph Dabrowski vor dem Rückspiel. „Damals war ich mir sicher, dass die Kölner ganz oben mitspielen werden.“

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Dass die Zuschauer im Sportpark Höhenberg keine Treffer sahen, lag allen voran an Jakob Golz. Dabrowski: „Wir waren fast über die ganze Spielzeit in die Defensiv gedrängt.“ Der Tormann glänzte jedoch immer wieder mit Paraden und verdiente sich so die Auszeichnung des Fußballfachmagazins „kicker“ als Spieler des Spieltags.

Nächster Gegner:

Die krachend laute Hafenstraße küsst Viktoria Köln Dienstag aus dem Winterschlaf wach! Weil der verschneite Rasen am Höhenberg für eine Absage des Spiels gegen den 1. FC Saarbrücken sorgte, hatten die dreizehntplatzierten Domstädter vergangenes Wochenende frei. Auch die Trainingsgegebenheiten waren durch den Wintereinbruch massiv eingeschränkt.

Während sich die Domstädter nicht auf dem Drittliga-Rasen warmliefen, taten es dafür in den letzten Tagen Telefon und Computer von Sportdirektor Stephan Küsters. Defensiv-Allrounder Sidney Lopes Cabral, den der Kaderplaner vor allem für sein Tempo schätzt, unterzeichnete Sonntag ein Arbeitspapier. Nur Tage zuvor bezog mit Tobias Anselm ein Angreifer seinen Kabinen-Spind. In der Salzburger Akademie unter anderem von Leipzig-Trainer Marco Rose ausgebildet, soll der 23-Jährige sein Talent nach knapp zwei Jahren Knieverletzung unter Beweis stellen. Was er kann, zeigte er in 112 Minuten und drei Spielen U21-Nationalmannschaft: für sein Heimatland Österreich traf er 2021 viermal.

Duellcheck: Dienstag, der 13.! – Rot-Weiss Essen
Zuletzt drei Spiele ungeschlagen: das Team vom Höhenberg in der Saison 2023/24. (Foto: Viktoria Köln)

Noch mehr Angriffspower für die Viktorianer, denen RWE-Chef-Coach Christoph Dabrowski „gutes Pressing und Positionsspiel sowie große Spielfreude“ attestiert. Besonders der 26-jährige Blondschopf Luca Marseiler weiß zu überzeugen: Neun Treffer und drei Vorlagen in achtzehn Spielen machen den beidfüßigen Mittelfeldmann dem Vernehmen nach zum Objekt der Begierde für höherklassige Klubs. Unlängst nicht der einzige umtriebige Kölner Offensivspieler: David Philipp kommt etwa auf acht Scorerpunkte (drei Tore, fünf Vorlagen), Sturmhüne André Becker – stolze 1,97 Meter groß – traf fünfmal.

Massig Optionen für die gut geölte Tormaschine des eingespielten Viktoria-Systems. In ausnahmslos jeder Partie setzte Chef-Trainer Olaf Janßen auf eine Dreierkette mit zwei Schienenspielern zwischen Angriff und Verteidigung. 31 erzielte Tore sind ein überdurchschnittlicher Wert, 32 Gegentore dafür auch.

Thema „Zahlen“: 12 Spiele in Folge ist Viktoria Köln gegen RWE ungeschlagen. Als Essen zuletzt einen Dreier gegen die Domstädter bejubelte, ärgerte sich darüber der heutige Hafenstraßen-Profifußball-Direktor Marcus Steegmann. Er kickte seinerzeit beim damaligen Viertligisten in der Rheinmetropole.

„Das hat gar nichts zu sagen“, mahnt Coach Janßen, den ebenjener Steegmann 2021 gemeinsam mit Viktoria-Sportvorstand Franz Wunderlich in seiner Funktion als Sportlicher Leiter der Viktoria anstellte. „In den letzten Jahren haben sich die Voraussetzungen zu sehr verändert.“ Und überhaupt: Sein Team brauche viel „Mut und Überzeugung“, ein „Abendspiel unter Flutlicht in Essen“ zu gewinnen. Was die vollen Tribünen im Essener Norden bewirken können, weiß der 57-jährige Rheinländer bestens. 2006 stieg er als Sportlicher Leiter mit RWE in die 2. Bundesliga auf.

Duellcheck: Dienstag, der 13.! – Rot-Weiss Essen
Olaf Janßen (r.) ist seit 20 Jahren im Profifußball tätig, drei Saisons verbrachte er in Essen. (Foto: Endberg)

In Essen muss Janßen auf gleich vier seiner Schützlinge verzichten: Linksverteidiger Niklas May fehlt mit einem Riss der Syndesmose, Florian Engelhardt hat einen Muskelfaserriss, Ex-Essener und Mannschaftskapitän Moritz Fritz laboriert an einer Meniskusverletzung und Bryan Henning verpasst den Hafenstraßen-Ritt mit einem Kreuzbandriss.

Der Schiedsrichter:

Der 29-jährige Travemünder Patrick Schwengers hat die Spielleitung inne. Für den Zweitliga-Referee bereits das vierte Spiel mit RWE-Beteiligung: 2022/23 leitete er die Duelle gegen Saarbrücken (0:3) und 1860 München (2:2), in dieser Saison reiste er für die Partie gegen Erzgebirge Aue (1:1) an die Hafenstraße.

Schwengers Assistenten sind Luca Schlosser (30 / Stahlhofen) und Alexander Roppelt (26 / Lübeck). Tobias Severins (31 / Rheda-Wiedenbrück) vermittelt als vierter Offizieller.

Das Wetter:

Bei neun Grad wird’s windig und nass.

Übertragung:

Ab 18.45 Uhr ist Liga-Partner MAGENTA SPORT mit Markus Höhner als Kommentator und Cedric Pick als Moderator auf Sendung.

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