22. März 2024

„Für sie hoffentlich besonders, ukrainischen Fußball live zu sehen!“

Über die aktuelle Situation bei RWE-Benefizspielgegner NK Veres Riwne.

"Für sie hoffentlich besonders, ukrainischen Fußball live zu sehen!" – Rot-Weiss Essen
RWE-Keeper Felix Wienand (l.) begrüßt stellvertretend für sein Team Marko Mrvaljevic und Veres Riwne im Stadion an der Hafenstraße. (Foto: RWE)

Die Zuschauer kommen zurück. Ein Lichtblick in dunklen Zeiten für den kommenden RWE-Testspielgegner NK Veres (Sa., 14.00 Uhr, Stadion an der Hafenstraße) aus Essens Solidarpartnerstadt Riwne. Gut zwei Jahre nach dem russischen Angriff auf die Ukraine tobt im Land immer noch Krieg. Der Ball rollt jedoch weiter.

Rund 10.000 Zuschauer mehr passen seit der Umbau-Fertigstellung 2022 ins Awanhard-Stadion. Nutzen konnte der 2015 wiederformierte „Premjer Liha“-Klub die Vorzüge der modernisierten Arena mit Fassungsvermögen für 14.000 Fußballfans bislang nicht. Die Kriegssituation erlaubte bisweilen keine Zuschauer. Mit Erlaubnis der regionalen Regierung ändert sich das derzeit.

Überhaupt ticken die Uhren des ukrainischen Fußballs seit Beginn der düsteren Kriegssituation anders. Ein Spiel hat keine 90 Minuten – zumindest nicht, wenn der Luftalarm ertönt. Spätestens dann ist trotz sportlichen Abstiegssorgen – Riwne schaffte jüngst mit einem 1:0-Sieg den Sprung von den direkten Abstiegsplätzen – am Ende des Tages der Ausgang des Spiels nicht mehr am wichtigsten.

Und doch spielt der Fußball eine Rolle. Er ist Ablenkung – auch für viele Menschen, die die Flucht antreten mussten und die ukrainische Liga aus anderen Nationen verfolgen. Manche von ihnen leben in Deutschland oder im Ruhrgebiet. „Für sie wird es hoffentlich etwas ganz besonderes, endlich wieder ukrainischen Fußball live zu sehen“, wünscht sich Tani Capitain, Geschäftsführer der RWE-Sozialinitiative ESSENER CHANCEN.

In dieser Hoffnung lädt auch Rot-Weiss Essen 1.500 ukrainische Bürger zum Spiel ein. Die ESSENER CHANCEN und das Jugendamt empfangen zudem 60 Kinder und Jugendliche, die ihre Heimat verlassen mussten.

Überschüssige Einnahmen und „RWE hilft!“-Aktion für Riwne-Junioren

Den Kindern – und zwar denen, die in Riwne, westlich von Kiew, geblieben sind – soll auch das Benefizspiel kommenden Samstag etwas bringen. Überschüssige Einnahmen gehen an die Juniorenabteilung von Veres Riwne.

Helfen können auch diejenigen, die nicht das Benefizspiel besuchen. RWE und ESSENER CHANCEN richteten eine „RWE hilft!“-Aktion ein. Gespendet werden kann via PayPal (www.paypal.me/rwehilft | Verwendungszweck: „Für die Jugend in Riwne“) oder alternativ per Überweisung (mehr Infos hier).

Am Samstag im Stadion an der Hafenstraße zählen derweil nicht nur Spenden: Gemeinsam möchten Rot-Weiss Essen und Veres Riwne ein solidarisches Zeichen setzen. Für Frieden.

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