3. Mai 2024
Duellcheck: Aller guten Dinge sind 8!
Rot-Weiss Essen will in Sandhausen Druck auf Konkurrenz hochhalten.

Rot-Weiss Essen ist in den letzten Wochen auf der Drittliga-Überholspur unterwegs: Nur Spitzenreiter SSV Ulm ist formstärker als RWE. Die Brust beim Hafenstraßen-Team also breit vor der ersten Partie beim SV Sandhausen in der Vereinsgeschichte. Das Spiel am Samstag, den 04. Mai (16.30 Uhr), für Christoph Dabrowski und sein Team das erste von drei Duellen im Kampf um den Relegationsplatz. Die Ausgangslage beider Teams und alles Wissenswerte gibt es im Duellcheck!
Die Ausgangslage:
Mit 12 Toren in den letzten drei Drittliga-Heimpartien – bei einer maximalen Punktausbeute – unterstreicht Rot-Weiss Essen die Macht der Hafenstraße eindrücklich. Besonders der letzte 4:0-Erfolg gegen den FC Ingolstadt ließ jedem Rot-Weissen ein Lächeln ins Gesicht zaubern. „Die Marschroute war klar: Wir wollten Kraft ausstrahlen, mutig spielen und den Gegner zu Fehlern zwingen“, so Chef-Trainer Christoph Dabrowski nach der Partie. Der Plan ist aufgegangen, und zwar ähnlich gut wie in den sechs Partie zuvor: Seit sieben Spielen ist RWE schließlich ungeschlagen.
Die Woche nach dem Ingolstadt-Sieg hielt zudem drei weitere gute Neuigkeiten für jeden, der es mit RWE hält, bereit. Das Niederrheinpokal-Finale (Sa., 25. Mai) gegen Rot-Weiß Oberhausen findet im Stadion an der Hafenstraße statt. Außerdem gab Rot-Weiss die Verpflichtung von Tom Moustier bekannt. Der 22-jährige Mittelfeldmann wechselt aus Hannovers U23 ins Ruhrgebiet. Die zweite Verpflichtung für die 1. Mannschaft trägt den Namen Gianluca Swajkowski. Das 19-jährige Defensivtalent rückt aus dem FÖRDERWERK in die Mannschaft von Dabrowski auf.
Drei Spiele sind noch zu absolvieren. Drei Spiele, aus denen RWE das Maximale herausholen will. Doch schon jetzt spielt das Hafenstraßen-Team eine tolle Runde: Rot-Weiss Essen erzielt aktuell die drittmeisten Tore, fährt die zweitmeisten Siege der Liga ein und kommt dabei auf 16 unterschiedliche Torschützen.
Der beste Torjäger in den Reihen von Dabrowski heißt aktuell Cedric Harenbrock. Der Blondschopf kommt auf acht Treffer. Alleine im April war der Mittelfeldmann an vier Buden direkt beteiligt, was ihm den 11880-Spieler des Monats-Award einbrachte.

Vinko Sapina (zuletzt Wadenprobleme) zählt gegen Sandhausen wieder zum RWE-Aufgebot. Marvin Obuz (Muskelfaserriss), Aaron Manu (Knieprobleme) und Ekin Celebi (Reha nach Schulterverletzung) müssen hingegen weiter auf der Tribüne Platz nehmen.
Das Hinspiel:
Rot-Weiss Essen unterlag dem Aufstiegsaspiranten SV Sandhausen nach intensiven 95 Minuten 1:2 (0:1). Dabei war die Schlussoffensive der Gastgeber nicht von Erfolg gekrönt. Im Stadion an der Hafenstraße erzielte der gebürtige Essener Abu-Bekir El-Zein (38./65.) beide Treffer für den effektiven Zweitliga-Absteiger. Nach dem Anschlusstreffer durch den eingewechselten Ron Berlinski (74.) warfen die Rot-Weissen alles nach vorne, wurden aber nicht mehr mit dem Ausgleich belohnt.
„Wir sind enttäuscht, heute keinen Punkt hier zu behalten. Das Manko war klar zu sehen: Wir hatten in der ersten Hälfte zwei – vielleicht drei – hundertprozentige Chancen, bei denen wir hätten in Führung gehen müssen. So wäre das Spiel in eine andere Richtung gelaufen. Wir müssen größere Effizienz an den Tag legen“, so Chef-Coach Christoph Dabrowski nach der Partie.

Der Gegner:
Nach 401 Profispielen – umgerechnet rund 22 (!) volle Tage auf dem Platz – oder vierzehneinhalb Jahren Profifußballer-Dasein ist Schluss. Mit Dennis Diekmeier (34) beendet einer der bekanntesten Sandhäuser die Karriere. „Ich würde mir wünschen, dass möglichst viele sagen: ‚Der hat uns mit seiner Art und Weise Spaß gemacht‘“, erklärt Diekmeier in einem offenen Brief an die Fans.
Abgesehen des ausstehenden Landes-Pokalfinals (gegen den 1. FC Mühlhausen) wohl der letzte emotionale Moment der Sandhausen-Saison. Im Aufstiegskampf mussten die neuntplatzierten Kurpfälzer ihre Boxhandschuhe schon hinwerfen: Neun Punkte Abstand auf Platz 3 machen die Relegationsteilnahme so wahrscheinlich wie einen Sechser im Lotto – samt Zusatzzahl.
Schuld: Die aktuelle Negativserie. Drei Niederlagen in Folge, neun Gegentore bei drei Treffern. Sportdirektor Matthias Imhof (55) kreidete seinem Team bei der jüngsten 1:3-Pleite gegen den MSV Duisburg eine streckenweise „bodenlose“ Leistung an.
Das alles hat sich Chef -Trainer Jens Keller (53) ganz anders vorgestellt! Früh in der Saison ersetzte der Danny Galm (38) an der Seitenlinie. Die Mission Wiederaufstieg schien gefährdet. Mit drei Winter-Neuzugängen, unter denen allen voran Offensivmann Patrick Greil (27 / von Rapid Wien / sieben Tore in 14 Spielen) heraussticht, unterstrichen die Schwarz-Weißen ihre Ambitionen.

Doch auch in der Rückrunde bekam die mit namhaften Routiniers wie dem einstigen Deutschland-U21-Top-Torjäger Rouwen Hennings (36), Diekmeier oder Ex-Dresden-Kapitän Tim Knipping (31) gespickte Kurpfälzer-Mannschaft ihre ohne Frage vorhandenen Pferdestärken nur selten auf die Straße.
Die maue Rückserien-Bilanz: 22 Punkte aus 16 Spielen. Platz 9 in der Rückrunden-Tabelle! Nur Jahn Regensburg (12.) und Dynamo Dresden (18.) aus der oberen Saison-Klassement-Hälfte stehen schlechter da. Da macht es keine Hoffnung, dass gegen Essen mit Alexander Mühling (31) der Mannschaftskapitän gelbgesperrt fehlt.
Auch Hennings (muskuläre Probleme), Lucas Laux (Reha nach Kreuzbandriss), Livan Burcu (krank), Alexander Fuchs (Hüftprobleme) und Nikolai Rehnen (Gehirnerschütterung) stehen Keller nicht zur Verfügung. Mögliche Startelf-Änderungen nach der Duisburg-Partie also schwierig: „Aufgrund der Verletzung sind uns die Hände gebunden“, fürchtet Coach Keller.
Schiedsrichter:
Patrick Schwengers pfeift die Partie in Sandhausen. Der 29-jährige Schiedsrichter aus Travemünde leitet sein neuntes Drittliga-Spiel in dieser Saison. Ihm assistieren Fabian Maibaum (36, Hagen) und Alexander Roppelt (27, Lübeck).
Als Vierter Offizieller kommt Nico Dönges (Mainz) zum Einsatz.
Das Wetter:
Bewölkter Himmel über Sandhausen zum Spiel am Samstagnachmittag. Die Meteorologen erwarten eine Temperatur von 17 Grad.
Übertragung:
Ab 16.15 Uhr ist MAGENTA SPORT live auf Sendung. Christian Straßburger kommentiert, Cedric Pick führt als Moderator durch das Fußballprogramm.
