8. August 2024
Dabrowskis Rückkehr in die alte Wirkungsstätte

Der Saisonstart von Rot-Weiss Essen steht ganz im Zeichen der Aufsteiger: Nach dem Heimauftakt gegen Alemannia Aachen ist das Team von Trainer Christoph Dabrowski auch im ersten Auswärtsspiel bei einem Neuling gefordert. Am Sonntag, 11. August, ab 13.30 Uhr sind die Rot-Weissen bei der U 23 von Hannover 96 gefordert. Ausgetragen wird die Partie in der Heinz von Heiden Arena, der Spielstätte der Zweitliga-Profis und Austragungsort bei der WM 2006 in Deutschland.
Alte Bekannte:
Für „Dabro“ ist es eine Rückkehr an seine langjährige Wirkungsstätte. Der 46-Jährige war nicht nur selbst Profi (von 2003 bis 2006) sowie Nachwuchstrainer (U 17, U 19 und U 23) bei den Niedersachsen (von 2013 und 2021), sondern in der Saison 2021/2022 auch in 21 Pflichtspielen für die 96-Profis verantwortlich, ehe er an die Hafenstraße wechselte. Ebenso wie der Trainer treffen auch Linksverteidiger Ekin Celebi und Angreifer Moussa Doumbouya in Hannover auf ihren ehemaligen Verein, während Mittelfeldspieler Tom Moustier wegen seines Mittelfußbruches das Wiedersehen mit seinen früheren Teamkollegen zumindest auf dem Platz verpasst.
Der Gegner:
Für den Aufsteiger aus Hannover gab es zum Auftakt der Drittliga-Saison eine 1:2 Niederlage in Aue. Nichtsdestotrotz dürfte die Stimmung bei den aktuellen U 23-Kickern nach dem historischen Erfolg des Aufstiegs immer noch positiv sein. Das Team um Trainer Daniel Stendel (50) durfte sich rund 30 Stunden nach dem dramatischen 5:4-Sieg im Elfmeterschießen gegen die Würzburger Kickers in das Goldene Buch der Region Hannover eintragen. „Die großartige Leistung dieser Mannschaft ist ein echtes Aushängeschild für die Sportregion Hannover“, schwärmte Regionspräsident Steffen Krach. „Gerade die entscheidende Partie hat gezeigt, welch große Mentalität in diesem jungen Team steckt.“ „Die neuformierte Mannschaft hat zu Saisonbeginn schnell zueinandergefunden und von Beginn an gute Leistungen gezeigt“, lobt Stendel, der vor Saisonbeginn das „vordere Tabellendrittel“ angepeilt hatte. „Bei uns steht natürlich die Entwicklung der einzelnen Spieler im Vordergrund. Erfolge schaden dabei aber nicht.“
In der Tat. Auch die sportliche Bilanz konnte sich mehr als sehen lassen. Die Hannoveraner stellten die beste Heimmannschaft der Liga (47 Punkte, keine Niederlage) und waren auch das erfolgreichste Rückrundenteam (41 Zähler). Vor allem aber ließ die Torausbeute von 90 Treffern aufhorchen. In den ersten vier Ligen traf nur der FC Bayern München in der Bundesliga (94) noch häufiger. Da konnte Daniel Stendel auch die 40 Gegentreffer verschmerzen, zumal sich seine Mannschaft auch in dieser Hinsicht nach der Winterpause im Vergleich zur Hinserie deutlich stabilisierte (zwölf statt 28 Gegentreffer). Die drei Gegentore in den beiden Aufstiegsspielen waren ein direkter Freistoß und zwei Strafstöße.

„Der Aufstieg war grundsätzlich kein erklärtes Ziel für uns“, sagt Stendel. „96 tut aber alles dafür, um seinen Talenten die bestmögliche Plattform zu bieten. Es fühlt sich schon besonders an, mit diesem Team aufzusteigen.“ Das gilt gerade für Stendel selbst, der von 1999 bis 2006 Profi in Hannover war, später seine aktive Laufbahn als spielender Co-Trainer in der U 23 ausklingen ließ, ehe er von 2008 bis 2017 erst als U 17-, dann als U 19- und schließlich als Cheftrainer für den Klub gearbeitet hatte. Nach Stationen in England (FC Barnsley), Schottland (Heart of Midlothian FC) und Frankreich (AS Nancy) kehrte er 2022 als U 23-Trainer nach Hannover zurück – und führte das Team jetzt zum bislang größten Erfolg. Schon zuvor wurde sein Vertrag gleich um drei Jahre (bis 2027) verlängert.
„Die 3. Liga wird eine riesige Herausforderung – sportlich, aber auch infrastrukturell“, betont Sportdirektor Marcus Mann (40). So soll das Fassungsvermögen des Eilenriedestadions in der 96-Akademie von bislang 2500 auf 5000 Plätze erweitert werden, um möglichst viele Heimspiele dort austragen zu können und nur vereinzelt in die Arena umziehen zu müssen – wie nun im ersten Heimspiel gegen Rot-Weiss Essen. Text: MSPW
