27. August 2024
Silvia Zimmert ist die erste Preisträgerin der Georg-Melches-Verdienstmedaille
Kuratorium ehrt jahrzehntelanges ehrenamtliches Engagement.

Seit 1981 ist ihre Tätigkeit an der Hafenstraße nicht wegzudenken. In ihrer Funktion als Mitgliederbetreuerin ist sie seit über vier Jahrzehnten eine echte Institution und selbst nach ihrer Verabschiedung auf der außerordentlichen JHV im November 2023 immer noch unterstützend am Ball. Ein außergewöhnliches Engagement, für das Silvia Zimmert nun als erste Frau mit der besonderen Auszeichnung des Vereins gewürdigt wird.
An ihre Anfänge an der Hafenstraße kann sich die gebürtige Borbeckerin noch sehr gut erinnern: „Als im Jahr 1981 der damalige Vereinspräsident Wilhelm Lüke ehrenamtliche Mitarbeiter für die Geschäftsstelle suchte, habe ich nicht lange gezögert meine Mithilfe anzubieten.“ Rot-Weiss Essen befindet sich damals in der 2. Bundesliga.
Kurz darauf sitzt Silvia Zimmert – die schon am 1.1.1975 mit 16 Jahren Vereinsmitglied wurde – dann an der Hafenstraße am Schreibtisch. Und hier lernt die hauptamtliche Standesbeamtin der Stadt Essen den damaligen RWE-Fußballobmann Klaus-Peter Zimmert kennen, der heute noch einen Platz im Wahlausschuss des Vereins innehat sowie als Legendenbetreuer fungiert. Er kommt gerade vom Trainingsplatz zurück. Nur drei Tage später sind die beiden zum Essen verabredet. Die Treue zu sich selbst – aber auch zu RWE – halten beide bis heute.
Daraus sind inzwischen über vier Jahrzehnte geworden. Und so war in einem Reviersport-Interview die Frage schnell beantwortet, welche Highlights sie in ihrer Zeit als besonders empfindet: „Da gibt es eigentlich zwei Highlights, die unbedingt in diese Kategorie gehören. Erstens habe ich bei Rot-Weiss Essen meinen Mann kennengelernt, der zum damaligen Zeitpunkt als Fußballobmann bei der 1. Mannschaft tätig war. Zweitens, natürlich das Pokalfinale 1994 in Berlin gegen Werder Bremen. Ich habe Hotels gebucht und Ausflüge für Spielerfrauen und Gremien organisiert“, erinnert sie sich. Fanclubs halfen ihr bei der Organisation um das Finale. „Das Endspiel an sich habe ich dann selbstverständlich im Olympiastadion auf der Tribüne erlebt.“
Zwischenzeitlich ließ sie sich sogar von der Stadt Essen beurlauben, um als Geschäftsstellenleiterin ab 1989 für einige Jahre das Erbe des legendären Paul Nikelski (Geschäftsstellenleiter von 1955-1989) anzutreten. Zurück bei der Stadt erledigt sie für Rot-Weiss Essen weiterhin die Mitgliederbetreuung, „denn die kann ich von jedem Ort der Welt aus machen, das war das einfachste für mich. Der Begriff deckt den gesamten Bereich der Mitgliederverwaltung ab“, erklärt Silvia Zimmert, „von der Entgegennahme des Aufnahmeantrages über die Bestätigung der Mitgliedschaft, die regelmäßige Beitragsabrechnung, das Mahnwesen und nicht zuletzt auch die Vereinsausschlüsse, wenn z.B. Mitgliedsbeiträge trotz Mahnung nicht beglichen werden.“ Was eigentlich nicht sein muss, denn „in jedem Fall gilt hier meine Devise: Nur sprechenden Menschen kann man helfen. Es gibt ja auch mal Probleme und da kann ich nur versuchen zu helfen, wenn man mir ein Wort gönnt.“
Welche Entwicklung RWE im Mitgliederbereich genommen hat, zeigen folgende Zahlen: Als Silvia Zimmert 1981 zu RWE kam, hatte der Verein gerade einmal 1800 Mitglieder. Bei ihrem Reviersport -Interview 2009 waren es 2728 Mitglieder, 6470 Mitglieder auf der JHV 2021 verkündet, nach dem Aufstieg 2022 stieg die Zahl in wenigen Wochen auf über 8000, mittlerweile sind es fast 13.000 Mitglieder.
Zu ihrem runden rot-weissen Jubiläum 2021 meinte sie staunend: „40 Jahre schon. Es kommt mir so vor, als wären die letzten 15, 20 Jahre einfach vorbeigeflogen.“
Und über ihre Unterstützung freut sich die RWE-Geschäftsstelle auch noch in Zukunft.
Die gesamte RWE-Familie gratuliert Silvia Zimmert ganz herzlich zur Verleihung der Georg-Melches-Verdienstmedaille.
Zur Georg-Melches-Verdienstmedaille:
Die „Georg-Melches-Verdienstmedaille“ ist neben der Ehrenmitgliedschaft eine besondere Auszeichnung des Vereins Rot-Weiss Essen. Ausgezeichnet werden Personen, die sich durch ihr Kümmern um den Verein und dessen Ansehen in der Öffentlichkeit hervorragende Verdienste erworben haben. Die Medaille erinnert an den Vereinsgründer und Mäzen „Georg Melches“,
Vorschläge zur Auszeichnung sind einzureichen an das Kuratorium „Georg Melches Verdienstmedaille“, z. Hd. des Ehrenamtsbeauftragten. Das Kuratorium wird gebildet von je einem Vertreter des Vorstands, Aufsichtsrats, Ehrenrats, Wahlausschusses, der Fan Förderabteilung (FFA), der Essener Chancen und dem Ehrenamtsbeauftragten.
Die bisherigen Preisträger sind Walter Ruege (2021), Lothar Dohr (2022), Thomas „Sandy“ Sandgathe (2023) und Silvia Zimmert (2024).
Ein Beitrag von RWE-Vereinshistoriker Georg Schrepper.
