28. August 2024
Der RWE-Bundesliga-Vorstopper Gerd Wörmer wird 80
Talentschmied nach der Bundesligakarriere

Er hat die erfolgreichsten Jahre in der Fußballbundesligazeit von Rot-Weiss Essen als Vorstopper mitgeprägt und nach seiner aktiven Karriere als Jugendtrainer zahlreiche Talente ausgebildet. Gerd Wörmer, 1944 in Stadtlohn geboren, feiert am 27. August seinen 80. Geburtstag.
Geboren im westlichen Münsterland im Kreis Borken war er als Amateur vom SuS Stadtlohn 1966 nach Berlin gegangen – eigentlich um der Einberufung in den Wehrdienst zu entgehen – und spielte bis 1971 in der zweitklassigen Regionalliga Berlin für Tennis Borussia Berlin. Gerd Wörmer errang mit den „Veilchen“ zweimal die Vizemeisterschaft in Berlin (1968 und 1970) und nahm an zwei Aufstiegsrunden zur Bundesliga teil.

Bundesligajahre
Zur Saison 1971/72 wechselte er in die Bundesliga zu Rot-Weiß Oberhausen. Sein erstes Bundesligaspiel bestritt er am 14. August 1971 beim 1:0-Sieg gegen Arminia Bielefeld. In zwei Jahren spielte er 65-mal für die Kleeblätter aus dem Stadion Niederrhein und fehlte damit lediglich in drei Partien. Sein erstes und einziges Bundesliga-Tor im Dress der Oberhausener gelang ihm am 4. Oktober 1972 bei Hertha BSC Berlin mit der 1:0-Führung in der 22. Minute (Endergebnis 1:3). Hinzu kamen neun Spiele im DFB-Pokal, die ihn in seiner ersten Saison bis ins Viertelfinale führte.
Konnte im ersten Jahr bei RWO mit dem 15. Rang noch das rettende Ufer erreicht werden, gelang dies in seinem zweiten Jahr im Oberhausener Dress nicht mehr. Nach dem Abstieg mit Rot-Weiß Oberhausen aus der Bundesliga 1973 wechselte Gerd Wörmer an die Hafenstraße.
Auch bei Rot-Weiss Essen wurde er sofort zum Stammspieler. In vier Jahren Bundesliga spielte er 123-mal im RWE-Trikot und erzielte dabei vier Treffer, den ersten zum 1:1-Endstand bei Werder Bremen am 16. März 1973. Dazu kamen elf Einsätze (zwei Tore) im DFB-Pokal, die ihn 1977 bis ins Halbfinale gegen den 1. FC Köln führten. Mit dem achten Rang in der Saison 1975/76 erreichte er seine beste Bundesligaplatzierung und verpasste mit RWE am letzten Spieltag nur knapp aufgrund des schlechteren Torverhältnisses die Qualifikation für den UEFA-Cup (Vorläufer der Europa-League). Nach der Saison 1976/77 musste Rot-Weiss Essen erneut den Gang in die 2. Liga antreten. Gerd Wörmer, der als mannschaftsdienlicher; umsichtiger, hartnäckiger und kämpferischer Vorstopper galt, spielte noch fünfmal in der 2. Bundesliga Nord und beendete wegen eines Knorpelschadens seine aktive Laufbahn. Er arbeitete anschließend in der Hauptkasse der Deutschen Bank Essen und später in Düsseldorf.
Erfolgreicher Nachwuchstrainer
Rot-Weiss Essen blieb er als Jugendtrainer und später auch noch für ein Jahr als Trainer der 2. Mannschaft erhalten und gewann 1982 mit der A-Jugend den Niederrheinpokal.
Im Team die Nachwuchstalente Dirk „Putsche“ Helmig und Jürgen Wegmann, die auch in der 1. Mannschaft bald für Furore sorgten und später für verschiedene Vereine in der 1. Bundesliga kickten.
Rot-Weiss Essen gratuliert Gerd Wörmer ganz herzlich zum 80. Geburtstag und wünscht für das neue Lebensjahrzehnt Gesundheit und viele glückliche Tage.
Ein Beitrag von RWE-Vereinshistoriker Georg Schrepper.
