23. November 2024
„Qualitäten auf den Platz bringen“
RWE-Cheftrainer Christoph Dabrowski vor Heimspiel gegen Sandhausen im Interview.

Duplizität der Ereignisse: Zum zweiten Mal nacheinander gastiert der aktuelle Spitzenreiter der 3. Liga bei Rot-Weiss Essen im Stadion an der Hafenstraße. Nach dem FC Energie Cottbus ist es diesmal der SV Sandhausen, der vor dem Gastspiel bei RWE den ersten Tabellenplatz erobert hat. Klar, dass RWE-Cheftrainer Christoph Dabrowski mit seinem Team nach dem 4:0 gegen die Lausitzer auch gegen den langjährigen Zweitligisten aus Baden erfolgreich sein will. Vor dem Duell mit dem SVS stand „Dabro“ der Redaktion der „kurzen fuffzehn“ wie immer ausführlich Rede und Antwort.
Hallo Dabro! Der 3:1-Erfolg im Niederrheinpokal-Viertelfinale beim Oberligisten SV Sonsbeck hing lange Zeit am seidenen Faden. Wie fällt Dein Fazit mit einigen Tagen Abstand aus?
Christoph Dabrowski: Es war eine enge Kiste, keine Frage. Die erste Halbzeit war nicht gut von uns, da müssen wir nicht drumherum reden. Der frühe Rückstand hat uns gegen einen hochmotivierten Gegner natürlich nicht in die Karten gespielt, die Zweikampfführung war oft pomadig, wir haben uns sehr schwergetan. Nach der Pause wurde es deutlich besser, wir haben aber unglaublich viele Chancen vergeben. Daher stand das Spiel bis zum Schluss auf des Messers Schneide. Zum Glück konnten wir es am Ende noch für uns entscheiden und das Halbfinale erreichen. Das ist das Wichtigste.
Es war im 16. Verbandspokal-Spiel unter Deiner Regie auch der 16. Sieg. Mal ehrlich: War es schon jemals so knapp?
In der ersten Saison mussten wir gegen den ETB trotz einer 3:0-Führung und auch gegen den 1. FC Bocholt jeweils ins Elfmeterschießen. Das ist dann oft Glückssache. Von daher war es auch in der Vergangenheit schon mal sehr eng. Das haben wir aber nicht exklusiv. Das passiert höherklassigen Mannschaften in solchen Spielen immer wieder.
Nun wird Lucas Brumme gegen den SV Sandhausen fehlen, weil er beim 1:2 in Aue unmittelbar nach dem Abpfiff die Gelb-Rote Karte gesehen hatte. Wie schwer wiegt dieser Verlust?
Das ist definitiv ein Handicap für uns. Lucas ist ein sehr wichtiger Spieler, außerdem haben wir gerade auf seiner Position durch den langfristigen Ausfall von Ekin Celebi nicht gerade viele Alternativen. Wir werden jedoch eine passende Lösung finden.
Ekin Celebi macht Fortschritte. Wann ist mit seinem Comeback zu rechnen?
Noch absolviert Ekin nach seiner Muskelverletzung ein individuelles Reha-Programm. Wir wollen ihn aber schon bald zumindest teilweise in das Training mit dem Team integrieren. Gleiches gilt übrigens auch für Moussa Doumbouya nach seiner Leisten-Operation. Nach der langen Pause müssen wir aber Geduld haben. Wann beide wieder einsatzbereit sein werden, ist daher zum jetzigen Zeitpunkt nur schwer einzuschätzen. Auch Nils Kaiser fällt mit seinem Innenbandriss noch einige Zeit aus.
Kapitän Michael Schultz musste wegen des Bruchs eines Mittelhandkochens operiert werden. Klappt es dennoch mit einem Einsatz gegen den SV Sandhausen?
Zu Beginn der Woche wurde eine Manschette angepasst, so dass er wieder ins Training einsteigen konnte. Wenn das gut funktioniert und auch die Wundheilung ohne Probleme verläuft, dann besteht die Möglichkeit, dass er spielen kann.
Sind noch weitere Spieler angeschlagen?
Robbie D’Haese und Dion Berisha, die das Pokalspiel krankheitsbedingt verpasst hatten, sind wieder dabei. Torben Müsel musste mit Rückenproblemen ein wenig kürzertreten. Ich hoffe jedoch, dass seinem Einsatz nichts im Wege steht.
Beim letzten Heimspiel wurde mit dem FC Energie Cottbus der damalige Tabellenführer 4:0 besiegt. Jetzt kommt mit dem SV Sandhausen erneut der Ligaprimus. Wie kann es erneut gelingen, den Spitzenreiter zu stürzen?
Entscheidend wird sein, dass wir als Team eng zusammenstehen, kompakt verteidigen, eine hohe Intensität an den Tag legen und außerdem sauber und zielstrebig nach vorne spielen. Wenn uns das gelingt, dann sind wir auch in der Lage, gegen ein weiteres Topteam eine gute Leistung abzuliefern und drei Punkte einzufahren.
Wie schätzt Du den Gegner ein?
Wir treffen auf eine sehr gut besetzte und äußerst erfahrene Mannschaft. Schon in der letzten Saison hatte der SV Sandhausen die Ambitionen, den Wiederaufstieg in die 2. Bundesliga zu schaffen. Daran hat sich mit Sicherheit nichts geändert. Nach 14 Spieltagen steht das Team auch völlig zurecht an der Tabellenspitze, daher sind die Vorzeichen klar.
Worauf wird es vor allem ankommen?
Wir haben schon oft genug bewiesen, dass wir auch eine Spitzenmannschaft in Schwierigkeiten bringen und besiegen können, wenn wir die Qualitäten auf den Platz bringen, die uns stark machen. Dafür werden wir alles in die Waagschale werfen.
