21. Februar 2025
Tom Moustier: „Ich gebe immer 100 Prozent – das ist Teil meines Charakters“
Der 22-jährige Mittelfeldspieler spricht vor dem Ingolstadt-Heimspiel im „kurze fuffzehn“-Interview.

Wenn er sich zum Einwurf bereit macht, wird es für den Gegner meistens gefährlich: Tom Moustier kann den Ball so weit werfen wie sonst kaum ein anderer Spieler der 3. Liga. Seit Mitte Dezember ist der im Sommer vom Aufsteiger Hannover 96 II verpflichtete Mittelfeldspieler auch mit seinen weiteren Qualitäten ein fester Bestandteil im Team von Trainer Uwe Koschinat. Vor dem Heimspiel gegen den FC Ingolstadt 04 nahm sich der 22-jährige Franzose Zeit für ein Interview mit der „kurzen fuffzehn„.
Hallo Tom! Du hast die zurückliegenden sieben Spiele alle von Beginn an bestritten. Bist Du sportlich endgültig bei RWE angekommen?
Tom Moustier: Ich gebe immer alles, um dem Team zu helfen. Dass ich seit der Partie beim VfL Osnabrück zur Startelf gehöre, freut mich und gibt mir als Spieler auch ein gutes Gefühl. Mit zehn Punkten aus den zurückliegenden vier Partien läuft es aktuell auch für uns als Team sehr gut. So wollen wir weitermachen.
Kurz nach Deinem Wechsel hattest Du dir einen Mittelfußbruch zugezogen. Wie schwierig war die Anfangszeit für dich?
Als Neuzugang ist das natürlich kein guter Start in einem neuen Umfeld. Das war schon ein Rückschlag, gehört zum Fußball aber auch dazu. Ich habe viel gearbeitet, um wieder auf dem Platz zu stehen. Trotz meiner Verletzung war ich immer nah dran am Team. Die Jungs hatten zum Beispiel auf meinem Gips unterschrieben. Das war ein schönes Zeichen für unseren Zusammenhalt.
Bei Deinen Einsätzen fällst Du unter anderem mit Deinen weiten Einwürfen auf. Wann hattest Du bemerkt, dass Du das besonders gut kannst?
Das war schon als Nachwuchsspieler so. Die Situationen sind für uns eine gute Möglichkeit, um für Gefahr zu sorgen. Mit Michael Schultz, Tobias Kraulich oder Klaus Gjasula haben wir einige großgewachsene Spieler. Hinzu kommt noch das gute Timing bei Kopfbällen von José-Enrique Rios Alonso. Daher trainieren wir die Einwürfe auch wie andere Standardsituationen. Und das eine oder andere Tor konnten wir aus diesen Situationen ja auch schon erzielen.

Was ist dabei vor allem wichtig?
Es kommt auf jeden Fall mehr auf die Technik als auf die Kraft an. Die Tipps versuche ich auch an Lucas Brumme und Julian Eitschberger weiterzugeben, da sie als Außenvertei-diger auch häufig den Ball einwerfen.
Wie würdest Du Deine weiteren Stärken beschreiben?
Ich gebe immer 100 Prozent – das ist Teil meines Charakters. Als Achter bin ich viel zwischen den Strafräumen unterwegs und ein laufstarker und technisch guter Mittelfeldspieler.
Ausgebildet wurdest Du bei Olympique Marseille. Was hast Du aus dieser Zeit mitgenommen?
Ich war schon als 13-Jähriger in die Nachwuchsabteilung von Olympique gewechselt und bin acht Jahre geblieben. Es war sehr lehrreich. Ich durfte auch bei der ersten Mannschaft trainieren und den Freundschaftsspielen mitmachen.
Seit Sommer 2022 spielst Du in Deutschland Fußball. Hättest Du jemals gedacht, dass Du diesen Schritt wagst?
Für einen Spieler ist es sehr wichtig, regelmäßig auf dem Platz zu stehen. Daher hatte ich mich dazu entschieden, Marseille zu verlassen. Die Disziplin und die Strukturen in Deutschland passen gut zu mir. In Hannover habe ich auch meine Freundin Vivien kennengelernt. Wir werden im Mai heiraten. In Essen haben wir eine schöne Wohnung gefunden und fühlen uns hier sehr wohl.
Gibt es Dinge, die Du aus Deiner Heimat vermisst?
Das Wetter, in Frankreich scheint häufiger die Sonne. (lacht) Ich bin in Marseille großgeworden, die Familie von meinem Papa lebt auch da. Ich bin aber auch Halb-Schwede, weil meine Mama von dort stammt.
Was sind Deine Erwartungen für das anstehende Heimspiel gegen den FC Ingolstadt?
Wir gehen jedes Spiel wie ein Finale an. Bei Heimspielen ist das von noch größerer Bedeutung. Wir haben vor keinem Gegner Angst. In der 3. Liga gibt es auch immer wieder genug Beweise, dass die Tabelle für die einzelnen Partien nur wenig Aussagekraft hat.
