22. Februar 2025

Uwe Koschinat: „Gute Ordnung ist die Basis“

Der RWE-Cheftrainer spricht mit der „kurzen fuffzehn“ vor dem Heimspiel gegen den FC Ingolstadt 04.

Uwe Koschinat: "Gute Ordnung ist die Basis" – Rot-Weiss Essen
RWE-Cheftrainer Uwe Koschinat: „Die Ingolstadt-Partie wird eine große Herausforderung für uns, die wir aber mit unseren enthusiastischen Fans im Rücken meistern können.“ (Foto: Endberg)

Mit drei Siegen und einem Remis aus den letzten vier Partien hat Rot-Weiss Essen in den zurückliegenden Wochen viel Boden gutgemacht. Diesen Aufwärtstrend will das Team von Cheftrainer Uwe Koschinat auch am 25. Spieltag im Heimspiel gegen den FC Ingolstadt 04, Samstag, 22. Februar, 14 Uhr, fortsetzen. Der Aufstiegsaspirant aus Bayern ist aktuell sogar seit acht Begegnungen unbesiegt und will Anschluss an die Tabellenspitze halten. Vor dem Duell mit dem ehemaligen Bundesligist nimmt Uwe Koschinat im Gespräch mit der „kurzen fuffzehn“ wie immer ausführlich Stellung.

Hallo Uwe! Zum ersten Mal in dieser Saison legte RWE eine Positivserie hin, fuhr in den letzten vier Begegnungen zehn von zwölf möglichen Punkten ein. Wo siehst Du die wichtigsten Faktoren für diesen Aufwärtstrend?

Uwe Koschinat: Zum einen sind wir deutlich stabiler, seit wir in der Abwehr mit drei Innenverteidigern spielen, die sich mit ihren unterschiedlichen Qualitäten sehr gut ergänzen. Dazu war während der Winterpause ein wesentlicher Ansatzpunkt, dass wir die Anzahl der Ballverluste im Spielaufbau deutlich minimieren wollen. In dieser Hinsicht gibt Klaus Gjasula der Mannschaft sehr viel Sicherheit. An seiner Seite hat sich auch Tom Moustier deutlich gesteigert. Diese gute Ordnung ist die Basis für die gezeigten Leistungen, denn so ist es für den Gegner schwierig, Tore gegen uns zu erzielen.

Dennoch lag RWE in Wiesbaden zur Pause 0:1 zurück, traf dann aber innerhalb von gut 20 Minuten dreimal. Auch offensiv läuft es jetzt also besser. Woran liegt das?

Ein Schlüssel dafür ist, Ahmet Arslan in eine offensivere Position und damit in torgefährlichere Räume zu bringen. Dort kann er seine Qualitäten besser einbringen und der Mannschaft noch mehr helfen. Das hat er in Wiesbaden eindrucksvoll gezeigt. Dominik Martinovic und Ramien Safi sind zwar keine klassischen Mittelstürmer, schaffen mit ihrer Geschwindigkeit und Laufstärke aber viele Räume für die nachrückenden Spieler. Nicht vergessen möchte ich aber auch, dass wir jetzt in der Lage sind, eine Menge Energie von der Bank zu bringen. Das hat ebenfalls zu den positiven Ergebnissen beigetragen. Es ist aber auch klar, dass wir noch nichts erreicht haben und noch viel Arbeit wartet.

Ahmet Arslan und Julian Eitschberger zogen sich in Wiesbaden bei einem unglücklichen Zusammenprall Kopfverletzungen zu, spielten aber jeweils mit einem „Turban“ weiter. Wie sieht es mit Blick auf die Partie gegen den FC Ingolstadt 04 aus?

Es war schon eine heftige Kollision, die ihre Spuren hinterlassen hat. Es spricht für die Jungs, dass sie nach der Behandlung durch die medizinischen Abteilungen beider Teams weitergespielt und beide auch noch jeweils einen Treffer erzielt haben. Sie konnten in dieser Woche wieder trainieren und sollten gegen Ingolstadt zur Verfügung stehen.

Wie sieht es sonst personell aus?

Lucas Brumme war nach dem Spiel angeschlagen, klagte über Probleme am Sprunggelenk. Ich hoffe aber, dass auch er rechtzeitig wieder fit ist. Gut sah es auch bei Thomas Eisfeld aus, der schon das Abschlusstraining vor dem Spiel in Wiesbaden ohne Probleme absolvieren konnte. Mit ihm hätten wir eine Option mehr. Noch keine Prognose war bei Torben Müsel möglich. Er wurde in dieser Woche intensiv untersucht, um genau abzuklären, was die Ursache für die Rückenbeschwerden ist.

Mit dem FC Ingolstadt 04 ist jetzt ein Aufstiegsaspirant an der Hafenstraße zu Gast. Wie schätzt Du den Gegner ein?

Wir treffen auf einen sehr ambitionierten Klub, der über eine große Wirtschaftskraft verfügt. Entsprechend stark ist der Kader besetzt. Es ist eine Mannschaft, die eine gute Mischung aus erfahrenen Zweitligaspielern, aber auch jungen Talenten aus dem eigenen Nachwuchsleistungszentrum zu bieten hat. Durch die jüngste Positivserie wurde der Anschluss an die Spitzenplätze hergestellt. Nach dem 1:1 gegen den VfB Stuttgart II wird sicherlich der Anspruch sein, bei uns drei Punkte zu holen.

Wie wollt Ihr das verhindern?

Wir müssen an die Leistungen der beiden Auswärtsspiele in Bielefeld und Wiesbaden anknüpfen. Die Partie wird für uns eine große Herausforderung, die wir aber mit unseren enthusiastischen Fans im Rücken meistern können. Wir dürfen nur nicht eine so lange Anlaufzeit wie beim letzten Heimspiel gegen die SpVgg Unterhaching benötigen.

Es wird das erste Mal sein, dass Du bei einem Pflichtspiel einer gegnerischen Trainerin gegenüberstehst. Wie sehr nötigt es Dir Respekt ab, dass Sabrina Wittmann als erste Cheftrainerin im deutschen Profifußball aktiv ist?

Ich kann meiner Kollegin nur großen Respekt aussprechen. Sie hatte zuvor schon bei der U19 sehr gute Arbeit geleistet und setzt das jetzt bei den Profis fort. Es ist spannend, wie sie es schafft, die Mannschaft mit vielen erfahrenen Spielern zu führen, gleichzeitig aber auch durch ihre Expertise aus dem NLZ junge Talente zu fördern und einzubauen. Nach unserem direkten Duell wünsche ich ihr weiterhin viel Erfolg.