7. März 2025

Kaito Mizuta: „Wir müssen wieder alles reinwerfen“ 

Der 24-jährige RWE-Offensivspieler spricht vor dem Mannheim-Heimspiel im „kurze fuffzehn“-Interview.

Kaito Mizuta: "Wir müssen wieder alles reinwerfen"  – Rot-Weiss Essen
Wollte in Dortmund unbedingt das Tor machen: Kaito Mizuta (links). (Foto: Endberg) 

Das nennt man wohl eine starke Bilanz! Seit Kaito Mizuta für Rot-Weiss Essen am Ball ist, hat das Team um Cheftrainer Uwe Koschinat nicht verloren und aus fünf Partien sagenhafte 13 Punkte geholt. Beim jüngsten 1:0-Erfolg bei Borussia Dortmund II gelang dem 24-jährigen Japaner als Joker der spielentscheidende Siegtreffer. Mit einem sehenswerten Schlenzer setzte Mizuta den Ball rechts oben unter die Latte. Vor dem anstehenden Flutlicht-Heimspiel gegen den SV Waldhof Mannheim am Sonntag ab 19.30 Uhr nahm sich der in Tokio geborene Winter-Neuzugang Zeit für ein Interview mit der „kurzen fuffzehn“. 

Hallo Kaito. In Dortmund ist Dir nach Deiner Einwechslung der 1:0-Siegtreffer gelungen. Wie hast Du Dein erstes RWE-Tor wahrgenommen und was hat es bei Dir ausgelöst? 

Kaito Mizuta: Ich bin überglücklich, dass ich das Tor in Dortmund erzielen und damit der Mannschaft helfen konnte. Als ich den Ball von Klaus Gjasula zugespielt bekam, wollte ich das Tor unbedingt machen. Ich hoffe, dass unser guter Lauf weitergeht. 

2019 warst Du aus Japan zum SV Straelen gewechselt. Wie schwer war es für Dich, mit einer ganz anderen Kultur klarzukommen? 

Mizuta: Es war eine harte Zeit, weil ich zunächst kein Wort verstand und erst die Sprache lernen musste. Ich hatte aber großes Glück, weil beim SV Straelen bereits mehrere Japaner im Kader standen, die mir sehr geholfen hatten. 

Shinji Kagawa ist der erfolgreichste Japaner in der Bundesliga, wurde mit dem BVB je zweimal Deutscher Meister und DFB-Pokalsieger. Wie beliebt ist der deutsche Fußball in Japan und was macht ihn für Spieler so interessant? 

Mizuta: In dieser Saison stehen viele Japaner bei den Vereinen in der Bundesliga, der 2. Bundesliga und der 3. Liga unter Vertrag. Die Kulturen beider Länder ähneln sich, deshalb passen wir sehr gut zusammen. 

Nach Deiner Zeit in Straelen bist Du zur zweiten Mannschaft des 1. FSV Mainz 05 gewechselt, gehörtest dann am 1. Spieltag gegen RB Leipzig sogar zum Bundesliga-Kader. Wie nah warst Du damals schon am Sprung in eine Profiliga? 

Mizuta: Ich hatte im zweiten Jahr beim 1. FSV Mainz 05 sogar schon permanent mit den Profis trainiert, wollte spielen, kam aber nicht zum Einsatz. Dann kam die Corona-Pandemie, die einen Wechsel erschwerte. Uwe Koschinat lotste mich damals zu Arminia Bielefeld. Als ich dort ankam, war er aber leider nicht mehr im Amt. Ich bin deshalb sehr froh, dass wir uns jetzt bei RWE wiedergefunden haben. 

In welchen Bereichen willst Du Dich noch verbessern, um Dir möglichst schnell einen Stammplatz zu erkämpfen? 

Mizuta: Momentan läuft es für uns in der aktuellen Konstellation sehr gut. Deshalb besteht für den Trainer kein Grund, etwas zu verändern. Wenn ich eingewechselt werde, unternehme ich alles, um mit dem Team erfolgreich zu sein. Das würde ich aber natürlich auch machen, wenn ich von Beginn an spiele (lacht). Am Ende entscheidet aber der Trainer. 

Seit Du an die Hafenstraße gewechselt bist, hat RWE noch kein Spiel verloren. Wie bewertest Du grundsätzlich die aktuelle Tabellensituation? 

Mizuta: Wir wollen so schnell wie möglich die nötigen Punkte für den Klassenverbleib einfahren. Wir befinden uns auf einem guten Weg und ich bin sehr zuversichtlich, dass wir unsere Ziele erreichen werden. Grundsätzlich richte ich meinen Blick aber nach oben, will mit RWE den maximalen Erfolg. 

Der kommende Gegner SV Waldhof Mannheim belegt aktuell einen Abstiegsplatz. Wie schätzt Du die Aufgabe gegen die „Waldhof-Buben“ ein? 

Mizuta: Wir spielen zu Hause und haben die große Chance, uns mit einem Sieg weiter von der Gefahrenzone abzusetzen. Wir müssen wieder alles reinwerfen, um gegen Waldhof zu gewinnen. 

Was ist von Euch gefordert, um möglichst den sechsten Heimsieg einzufahren? 

Mizuta: Wichtig wird sein, dass wir nicht in Rückstand geraten und defensiv sehr stabil stehen. Offensiv verfügen wir über genügend Qualität, um einen Treffer zu erzielen. 

Dein Ex-Verein Arminia Bielefeld steht im DFB-Pokal im Halbfinale. Was sagt das grundsätzlich über die Stärke der 3. Liga aus? 

Mizuta: An einem guten Tag kann ein Drittligist gegen einen Bundesligisten über sich hinauswachsen und für eine Sensation sorgen. Generell ist das Leistungsgefälle in den einzelnen Profiligen nicht mehr so groß.