14. März 2025

Felix Wienand: „Ich will ein Beispiel für die Jungs sein“

Der 22-jährige RWE-Torhüter vor der Partie gegen Dynamo Dresden im Interview mit der „kurzen fuffzehn“.

Felix Wienand: "Ich will ein Beispiel für die Jungs sein" – Rot-Weiss Essen
Im Wettbewerb trug Felix Wienand zuletzt Gesichtsschutz. (Foto: Endberg)

Er ist da, wenn er gebraucht wird: Seit seinem Wechsel an die Hafenstraße im Sommer 2022 bestritt Torwart Felix Wienand insgesamt 16 Pflichtspiele für Rot-Weiss Essen. Zuletzt vertrat der gebürtige Bocholter Ende Dezember gegen den VfB Stuttgart II (2:2) Stammtorhüter Jakob Golz zwischen den Pfosten. Im Niederrheinpokal hat Wienand in dieser Saison alle Runden bestritten und damit auch wesentlichen Anteil an der bevorstehenden Halbfinal-Teilnahme gegen Rot-Weiß Oberhausen (Samstag, 22- März, ab 14 Uhr). Vor dem anstehenden Heimspiel gegen Dynamo Dresden nahm sich Wienand, der erst kürzlich seinen Vertrag verlängert hat, Zeit für ein Interview mit der „kurzen fuffzehn“.

Hallo Felix! Du hast kürzlich Deinen Vertrag an der Hafenstraße verlängert. Mal Hand aufs Herz: Wie lange musstest Du überlegen?
Felix Wienand: Ich spreche über solche Entscheidungen mit meinem privaten Umfeld, also der Familie und engen Freunden. Viel musste ich allerdings nicht beraten werden. Ich bin nun schon seit einiger Zeit bei RWE, habe mich vom ersten Moment an wohl gefühlt. Sportlich läuft es in die richtige Richtung. Daher war meine Vertragsverlängerung keine schwere Entscheidung.

Die Verantwortlichen sprachen davon, dass sie in Dir „perspektivisch mehr als nur eine Nummer zwei“ sehen. Was bedeutet Dir das?
Sehr viel. Diese Wertschätzung ist auch einer der der Gründe dafür, dass ich bleibe. Meine Ambition ist weiterhin, perspektivisch bei RWE die Nummer eins zu werden. Daran hat sich auch durch die Vertragsverlängerung von Jakob Golz nichts verändert.

Wie bist Du in Deiner Karriere eigentlich zwischen den Pfosten gelandet?
Ich war schon relativ früh Torhüter. Das hat bereits als Kind angefangen. In dem Alter hatte man sich aber noch keine Gedanken um die Position gemacht. Der Spaß stand ganz klar im Vordergrund. Nachdem ich zwischendurch auch Feldspieler war, bin ich zur U13 oder zur U14 ins Tor zurückgekehrt. Rückblickend war das auf jeden Fall eine gute Entscheidung. Der Spaßfaktor war vom ersten Moment an groß.

Neben Jakob Golz und Dir gehört auch Ole Springer zum Torhüter-Trio. Wie versteht Ihr Euch untereinander?
Richtig gut. Wir sind ähnliche Charaktere. Eine klare Hierarchie zu haben, hilft ebenfalls. Jeder weiß um seine Position. In der Konstellation mit unserem Torwart-Trainer Manuel Lenz sind wir ein eingespieltes Team. Wir haben schon verschiedene sportliche Situationen erlebt und dabei immer zusammengehalten.

Auf der Torhüter-Position gibt es die Besonderheit, dass immer nur einer spielen kann. Wie gehst Du damit um?
Feldspieler können zumindest als Einwechselspieler Minuten sammeln, in der Regel im Gegensatz zu uns. Das macht die Herausforderung für Torhüter in der Tat noch einmal größer. Unser harmonisches Torhüter-Team macht es aber einfacher, damit umzugehen. Ich habe mich mental weiterentwickelt und bereite mich auf die Spiele genauso gewissenhaft vor, als wenn ich zur Startelf gehöre.

Wie kannst Du das Team unterstützen, wenn Du nicht selbst auf dem Platz stehst?
Ich will mit meiner Leistung und einem Engagement im Training ein Beispiel für die Jungs sein, die vielleicht in einer Phase sind, in denen sie nicht so häufig zum Einsatz kommen. Indem ich jeden Tag ans Limit gehe, verlange ich auch Jakob alles ab. Wir können alle unseren Anteil am Erfolg des Teams leisten, indem wir die erste Reihe zu 100 Prozent anstacheln.

In welchen Bereichen hast Du an Dir in fast drei Jahren an der Hafenstraße die größten Fortschritte bemerkt?
Ich kann da nicht einen Aspekt besonders hervorheben. Ich merke aber, dass ich mich in allen Bereichen weiterentwickelt habe. Mir kommt da das sehr spielnahe Training von Manuel Lenz entgegen. Potenzial habe ich noch im fußballerischen Bereich.

Im Niederrheinpokal kamst Du bislang regelmäßig zum Einsatz. Dort geht es im Halbfinale am 22. März zum West-Regionalligisten Rot-Weiß Oberhausen. Was erwartest Du für ein Spiel?
Das wird die bislang größte Prüfung in diesem Wettbewerb. Seitdem ich bei RWE bin, war RWO immer unser Gegner im Endspiel. Man kann also sagen, dass es ein vorgezogenes Finale sein wird. Oberhausen spielt in der Liga keine schlechte Rolle und wird uns alles abverlangen. Ich freue mich auf das Duell. Der Pokal hat durch die K.o.-Spiele einen speziellen Druck. Ich denke aber, dass ich bereits unter Beweis stellen konnte, dass sich das Team auf mich verlassen kann.

Zuvor ist in der Liga Aufstiegsaspirant Dynamo Dresden an der Hafenstraße zu Gast. Wie schätzt Du den Gegner ein?
Das 3:3 im Hinspiel hatte sich durch den späten Ausgleich für uns fast wie eine Niederlage angefühlt. Dynamo Dresden verfolgt auch in dieser Saison hohe Ambitionen. Gegen Teams aus der oberen Tabellenregion haben wir aber schon häufig gut ausgesehen. Wir wollen unsere starke Ausbeute im Jahr 2025 weiter ausbauen.

Felix Wienand: "Ich will ein Beispiel für die Jungs sein" – Rot-Weiss Essen
Konstant gute Arbeitsatmosphäre (von links): Torwarttrainer Manuel Lenz und Jakob Golz sowie die Ersatzkeeper Ole Springer und Felix Wienand. (Foto: Endberg)
Felix Wienand: "Ich will ein Beispiel für die Jungs sein" – Rot-Weiss Essen
Herzenssache Vertragsverlängerung: „Ich bin nun schon seit einiger Zeit bei RWE, habe mich vom ersten Moment an wohl gefühlt“, sagt Felix Wienand. (Foto: RWE)