4. April 2025
Matti Wagner: „Müssen von Beginn an hellwach sein“
Der 19-jähriger Linksverteidiger spricht vor dem Heimspiel gegen den FC Hansa Rostock im “kurze fuffzehn”-Interview.

Er ist mit 19 Jahren der jüngste Spieler im RWE-Kader, hat seit seiner Verpflichtung aber nur ein Spiel verpasst: Die Rede ist von Matti Wagner. Seit der Winterpause ist der Linksverteidiger vom Zweitligisten SpVgg Greuther Fürth an die Hafenstraße verliehen. Lediglich beim Jahresauftakt in Aachen konnte der ehemalige Nachwuchsspieler des 1. FC Köln angeschlagen nicht mitwirken. Vor dem anstehenden Heimspiel gegen Hansa Rostock nahm sich Matti Wagner Zeit für ein Interview mit der „kurzen fuffzehn„.
Hallo Matti! Beim 0:3 in der Partie beim SC Verl lief es für Euch nicht wie geplant. Wie hast Du Deinen dritten Startelf-Einsatz erlebt?
Matti Wagner: Wir wussten, dass mit dem SC Verl eine gute Mannschaft, wenn nicht sogar einer der spielerisch stärksten Gegner, auf uns wartet. Wir sind nicht gut ins Spiel gekommen, was sich dann leider auch bis zum Ende so durchgezogen hat. Durch die Niederlage hatten wir über das Wochenende kein gutes Gefühl. Wir haben das Spiel in der neuen Trainingswoche aber klar angesprochen und wollen es nun gegen Rostock wieder deutlich besser machen.
Wie lange beschäftigen Dich persönlich solche Spiele noch?
Ich habe mir schon einige Szenen angeschaut und auch mit meinem Umfeld darüber gesprochen. Mittlerweile richte ich den Blick schneller nach vorne, als es noch vor einiger Zeit der Fall war. Stefan Ruthenbeck, mein früherer Trainer bei der U19 des 1. FC Köln, hatte mir dabei geholfen, nicht mehr zu lange in den Leistungen rumzuwühlen und mich stattdessen darauf zu konzentrieren, es beim nächsten Mal besser zu machen.
Was hast Du Dir während Deiner Leihe zu RWE vorgenommen?
Als Spieler möchte man möglichst jedes Spiel von Anfang an bestreiten – es wäre ein schlechtes Zeichen, wenn dem nicht so wäre. Ich will bei RWE richtig im Profifußball ankommen, regelmäßig meine Minuten und Spiele sammeln. Wenn wir dabei auch als Team unser gemeinsames Ziel erreichen, ist es eine Win-Win-Situation.
Für Dich ist die 3. Liga eine neue Erfahrung. Wie fällt Dein erstes Fazit nach zehn Einsätzen aus?
Ich hatte ein wenig Pech, dass ich mich direkt in der ersten Woche leicht verletzt hatte. Die Mannschaft hatte mich aber gut aufgenommen, so dass ich kurz darauf auch sportlich ganz gut reingefunden habe. Auch für das Team lief es sehr gut, wenn man die Spiele beim SC Verl und Viktoria Köln ein wenig rausnimmt. Die Qualität ist in der 3. Liga gut, die Teams sind auf sehr ähnlichem Niveau. Die Tagesform spielt daher eine umso wichtigere Rolle. Ein Beispiel dafür ist unser 1:1 gegen Tabellenführer Dynamo Dresden. Die Partie hätte in alle Richtungen kippen können.
Wie intensiv ist während der Leihe der Kontakt zur SpVgg Greuther Fürth?
Ich bin mit den Verantwortlichen in einem guten Austausch. Gerade in den ersten Wochen bei RWE war der Kontakt ein wenig mehr. Auch jetzt telefonieren wir regelmäßig. Mein Ansprechpartner ist dabei hauptsächlich Kaderplaner Ronny Philp, der auch selbst Profi war. Vor einigen Tagen hatte sich aber auch Cheftrainer Jan Siewert bei mir gemeldet.
Bis zum Sommer 2024 wurdest Du acht Jahre lang beim 1. FC Köln ausgebildet. Wie schwer war Dir der Abschied gefallen?
Wenn man so lange bei einem Verein spielt, war das natürlich nicht einfach. Ich hatte in dieser Zeit weiterhin zu Hause gewohnt, hatte meine Familie und Freunde um mich herum. Ein Wechsel ist dann nicht nur sportlich, sondern auch im Leben ein ganz neuer Schritt. Daher will das gut überlegt sein und die Entscheidung nicht einfach so getroffen werden.
Mit der U19 der „Geißböcke“ wurdest Du in der Saison 2022/2023 DFB-Pokal-Sieger der Junioren. War das Dein Highlight während der Junioren-Zeit?
Das würde ich schon sagen. Wobei auch das gesamte erste Jahr bei den A-Junioren außergewöhnlich war. Eine ganze Reihe an Spielern hat den Sprung in den Profifußball geschafft und sportlich haben wir um alle Titel mitgespielt. Den FVM-Pokal konnten wir gegen Bayer 04 Leverkusen gewinnen und in der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft sind wir im Halbfinale gegen den späteren Titelträger 1. FSV Mainz 05 unglücklich ausgeschieden. Ich habe immer noch mit einigen Spielern von damals regelmäßig Kontakt. Mit fünf Jungs, die ich zu meinen besten Freunden zähle, waren wir auch gemeinsam im Urlaub.
Wie würdest Du dich als Spieler beschreiben?
Ich habe eine ganz gute Technik und auch die notwendige Ruhe am Ball. Ich bin auch ein schneller Spieler, der viel auf dem Feld unterwegs ist und noch zulegen kann, wenn der Gegner schon etwas müde ist. Als Linksverteidiger mag ich die Position sowohl in der Vierer- als auch der Fünferkette. Wobei ich bei der Fünferkette noch mehr Platz habe, um mich nach vorne einzuschalten, was mir sehr gut gefällt. Letztlich kommt es auch darauf an, wie der Gegner auftritt und wo ich dann mehr Aktionen habe.
Nun stellt sich der FC Hansa Rostock an der Hafenstraße vor. Was erwartest Du für ein Spiel?
Ich rechne damit, dass es sehr kampfbetont wird. Daher gilt es, alles rauszuhauen. Wir wollen die Fans mit der Art und Weise unseres Auftritts mitnehmen, um das Spiel in unsere Richtung zu lenken. Dafür müssen wir von Beginn an hellwach sein.
