25. April 2025

Jimmy Kaparos: „Von Gjasula kann ich viel lernen“

Der 23-jährige Mittelfeldspieler vor Duell mit 1. FC Saarbrücken im “kurze-fuffzehn”-Interview. 

Jimmy Kaparos: "Von Gjasula kann ich viel lernen" – Rot-Weiss Essen
Kaparos kann auf Platz nicht nur zerstören: „Ich bin ein Sechser, der gerne den Ball hat und das Spiel macht.“ (Fotos: Endberg)

Vom Stammspieler in der Regionalliga West zu regelmäßigen Einsätzen in der 3. Liga: Jimmy Kaparos stand seit seinem Wechsel im letzten Sommer an die Hafenstraße in 27 von 34 Begegnungen auf dem Feld, gehörte auch schon 16-mal zur Startformation. Vor dem Heimspiel gegen den 1. FC Saarbrücken nahm sich der 23-jährige Niederländer, der auch schon jeweils eine Partie in der Bundesliga und der 2. Bundesliga in seiner Vita stehen hat, Zeit für ein Interview mit der „kurzen fuffzehn“. 

Hallo Jimmy! Das 2:0 beim SV Sandhausen war für RWE bereits der vierte Sieg in Serie. Was zeichnet Euch aktuell vor allem aus? 

Jimmy Kaparos: Wir sind als Mannschaft noch mehr zusammengerückt und halten eng zusammen. Das ist in der 3. Liga, in der viele Spiele durch Kleinigkeiten entschieden werden, schon sehr viel wert. Wir haben uns auch nicht vom 0:3 beim SC Verl verrückt machen lassen, sondern anschließend genau die richtige Reaktion gezeigt. Es war klar, dass wir nicht jedes Spiel bis zum Saisonende gewinnen werden. 

Für Dich ist die 3. Liga eine neue Erfahrung. Wie bewertest Du deine bisherigen zehn Monate in Essen? 

Positiv. Ich durfte viele Spiele absolvieren. Zuletzt waren meine Einsatzzeiten etwas geringer. Dennoch konnte ich schon wertvolle Erfahrungen sammeln. Von der Spielweise musste ich mich nicht allzu sehr umstellen, die Abläufe sind allerdings schneller als noch in der Regionalliga West. In der 3. Liga sind die Leistungsunterschiede zwischen den Teams sehr gering. Genau das macht die Spielklasse auch so spannend. 

Bereits Ende Mai 2024 wurdest Du bei RWE als Neuzugang vorgestellt. Was hatte Dich an der neuen Aufgabe gereizt? 

Die Vereinsverantwortlichen haben mich schnell überzeugt. Ich hatte Bock auf RWE und der Verein auch Lust auf mich. Da ich außerdem kurz zuvor Vater geworden war und ich mich im Ruhrgebiet wohl fühle, gab es für mich keinen Grund, mit der Entscheidung zu warten, wie es für mich weitergeht. 

Jimmy Kaparos: "Von Gjasula kann ich viel lernen" – Rot-Weiss Essen
Jimmy Kaparos (m.) ist gerne in Essen: „Ich hatte Bock auf RWE und der Verein auch Lust auf mich.“

Auch in der Bundesliga standest Du bereits auf dem Platz. Welche Erinnerungen hast Du daran? 

Das ist jetzt auch schon ein wenig länger her. (lacht) Ich werde das aber nie vergessen. Dass ich mein erstes Profispiel dann direkt in der Bundesliga bestreiten durfte, war unglaublich. Ich bin sehr dankbar, dass ich die Chance bekommen hatte, mit vielen tollen Spielern auf dem Feld zu stehen. Noch besser wäre es nur gewesen, wenn Fans vor Ort gewesen wären. Das war damals wegen der Corona-Pandemie aber nicht möglich. 

Bereits 2011 hattest Du den Schritt von Arnheim nach Deutschland gewagt. Wie kam es dazu? 

Mein Papa hatte damals in Stuttgart gewohnt und meine Mama wollte, dass ich in seiner Nähe aufwachse. Meine schon älteren Geschwister sind in Arnheim geblieben, wo auch noch ein Großteil meiner Familie lebt. Ich habe zunächst beim FSV Waiblingen Fußball gespielt, war aber davon überzeugt, dass ich den Scouts des VfB Stuttgart auffallen könnte. Und so ist es dann auch gekommen. 

Jimmy Kaparos: "Von Gjasula kann ich viel lernen" – Rot-Weiss Essen
Der Niederländer wurde in der Jugend von den Scouts des VfB Stuttgart entdeckt und hat in Gelsenkirchen Bundesligaluft geschnuppert.

Du hast auch familiäre Wurzeln aus der Dominikanischen Republik. Wie ausgeprägt ist Deine Verbindung zum Land? 

Meine Mama und ihre Familie stammen von dort. Das bislang letzte Mal selbst vor Ort war ich im Alter von sechs oder sieben Jahren. Als Fußballer ist es mit dem Urlaub nicht ganz so einfach. Die Zeit verbringe ich dann doch eher in der näheren Umgebung. Kulturell habe ich aber auch so viel mitgenommen, spreche zum Beispiel auch Spanisch. 

Wie würdest Du dich als Spieler beschreiben? 

Ich bin ein Sechser, der gerne den Ball hat und das Spiel macht. Genauso habe ich aber auch das notwendige Zweikampfverhalten für die Position in mir. Ich bin auf dem Platz eher ein ruhiger Typ, kann aber auch eklig für die Gegenspieler sein. 

Seit der Winterpause steht mit Klaus Gjasula ein sehr erfahrener Spieler für Deine Position im Kader. Was kannst Du dir von ihm abschauen? 

Ich kann enorm viel von ihm lernen. Klaus hat in seiner Laufbahn schon einiges erlebt. Dadurch kann er schon im Voraus gut erahnen, wie sich gewisse Situationen entwickeln. Jeden Tag zu sehen, wie er sich auf dem Platz verhält, ist sehr hilfreich. Und dazu ist Klaus noch ein super Typ und ein toller Mensch. Wir tauschen uns eng aus. 

An diesem Spieltag stellt sich der 1. FC Saarbrücken an der Hafenstraße vor. Was erwartest Du für eine Partie? 

Ich rechne mit einem geilen Spiel. Saarbrücken muss für das Rennen um die vorderen Plätze eigentlich gewinnen, während wir nach den zurückliegenden Ergebnissen voller Selbstvertrauen auftreten können und unsere Serie unbedingt weiter ausbauen wollen. Ich freue mich einfach auf das Spiel.