11. Mai 2025

Uwe Koschinat: „Gesamtes Team hat Großartiges geleistet“ 

Der RWE-Cheftrainer spricht vor dem Heimabschluss gegen Ex-Klub VfL Osnabrück im “kurze-fuffzehn”-Interview.

Uwe Koschinat: "Gesamtes Team hat Großartiges geleistet"  – Rot-Weiss Essen
Uwe Koschinat vor Osnabrück-Duell: „Auch dem VfL habe ich den Klassenverbleib zugetraut.“ (Foto: Endberg) 

Als Trainer des VfL Osnabrück war Uwe Koschinat noch in diese Saison gestartet. Jetzt trifft Rot-Weiss Essens Cheftrainer im letzten Heimspiel in der laufenden Spielzeit bereits zum zweiten Mal auf seinen früheren Verein. Nachdem sein Debüt Mitte Dezember an der Bremer Brücke beim damaligen Tabellenletzten nicht nach Wunsch verlief (0:2-Niederlage), sollen die drei Punkte diesmal an der Hafenstraße bleiben, um die ohnehin schon herausragende Rückrundenbilanz noch weiter zu verbessern. Vor dem Duell mit dem VfL, der den Klassenverbleib ebenfalls seit dem zurückliegenden Spieltag sicher hat, nahm sich Uwe Koschinat wie immer ausführlich Zeit für die Fragen der „kurzen fuffzehn„. 

Hallo Uwe! Nach dem erlösenden 3:1-Auswärtserfolg beim TSV 1860 München blieb das gesamte RWE-Team noch eine Nacht in der bayerischen Landeshauptstadt, um dort einen gemeinsamen Abend zu verbringen und den Klassenverbleib zu feiern. War Dir schon vor dem Spiel klar, dass die Jungs liefern würden? 

Uwe Koschinat: Ich sage es mal so: Spätestens nach unserem Sieg in Sandhausen war eigentlich klar, dass der Klassenverbleib für uns nicht mehr auf der Kippe stand und es nur noch theoretische Zweifel gab. Deshalb hatte ich die Idee, die Reise nach München für ein Teamevent zu nutzen, da für uns ja nach dem regulären Saisonende noch das wichtige Niederreinpokal-Endspiel in Duisburg ansteht und sich die Spieler danach in den Urlaub oder teilweise sogar ganz aus Essen verabschieden werden. Die Mannschaft hat diesen Vorschlag sehr positiv aufgenommen, auch die aktuell nicht einsatzfähigen Spieler waren dabei. 

Was hat Dich besonders gefreut? 

Wie schon nach den Niederlagen bei Viktoria Köln und beim SC Verl hat das Team auch nach dem 0:3 im letzten Heimspiel gegen den 1. FC Saarbrücken erneut eine Reaktion gezeigt und eine starke Leistung auf den Platz gebracht. Das ist nicht selbstverständlich. In der gesamten Rückrunde hat das gesamte Team Großartiges geleistet. 

Dazu hat auch Torhüter Felix Wienand mit einem gelungenen Auftritt beigetragen! 

Das stimmt. Nachdem das Spiel gegen Saarbrücken auch für Felix nicht optimal gelaufen war, hat er in München unter großem Druck bewiesen, wozu er fähig ist. Er hat nicht nur eine sehr souveräne Leistung geboten, sondern sogar noch eine Torvorlage für Ramien Safi geliefert. Um es an dieser Stelle noch einmal ganz klar zu betonen: Jakob Golz ist und bleibt unsere unumstrittene Nummer eins. Aber auch Felix hat sich zum Verein bekannt und erneut gezeigt, dass wir uns auf ihn verlassen können. 

Einen Wermutstropfen gab es allerdings mit der Verletzung von Torben Müsel, oder? 

Bei seinem Tor zum 1:0 wurde Torben leider am Sprunggelenk getroffen und hat sich dabei einen Außenbandriss im Knöchel zugezogen. Damit muss er zunächst pausieren. Wir hoffen, dass er rechtzeitig zum Niederrheinpokal-Endspiel wieder zur Verfügung steht. Er hatte in München mit seiner Ruhe am Ball und seinen Qualitäten im Offensivspiel wieder einmal gezeigt, wie wertvoll er für uns sein kann. 

Beim Hinspiel in Osnabrück hattest Du ebenso wie VfL-Trainer Marco Antwerpen Deinen Einstand gegeben. Damals belegten die beiden Teams die Plätze 20 und 18. Hättest Du es damals für möglich gehalten, dass beide Vereine schon vor dem Rückspiel definitiv gerettet sind? 

Selbstverständlich habe ich daran geglaubt, dass wir es schaffen können. Das war schließlich mein Auftrag. Auch dem VfL habe ich den Klassenverbleib zugetraut. Allerdings muss ich schon zugeben, dass ich mit dieser Konstellation nicht wirklich gerechnet habe. Dafür waren schließlich für beide Klubs herausragende Rückserien notwendig. Das war zumindest in dieser Form zum damaligen Zeitpunkt nicht zu erwarten. Umso schöner ist es, dass es doch so gekommen ist. 

Es gibt zahlreiche Parallelen zwischen beiden Klubs, was den Saisonverlauf angeht. Was sind die Unterschiede? 

Der VfL Osnabrück hat nach der Verpflichtung von Marco Antwerpen schnell Schwung aufgenommen, nicht zuletzt auch wegen des 2:0-Hinspielsieges. Bei uns hat es ein wenig länger gedauert. Dafür haben wir nach der Winterpause noch zwei Zähler mehr gesammelt als die Osnabrücker und wollen sie jetzt auch weiterhin hinter uns lassen. Ein weiterer Unterschied ist sicherlich, dass mein Kollege häufiger gewechselt und die Breite des Kaders ausgenutzt hat, während wir mehr auf Kontinuität in der Startformation gesetzt und immer nur möglichst wenige Veränderungen vorgenommen haben. Fakt ist, dass beide Ansätze zum Erfolg geführt haben.