28. Mai 2025
Sieg für RWE-Traditionsmannschaft
Eine Glosse von Dirk Wißel zum 2:1-Erfolg des rot-weissen Traditionsteams gegen RuWa Essen-Dellwig.

„Woran merkt man, dass man sich vor dem Spiel in der Kabine einer Traditionsmannschaft von Rot-Weiss Essen befindet? Wenn fünf Minuten vor dem Anpfiff noch schnell acht von elf Startspielern zur Toilette müssen, weil sie wissen, dass sie jetzt eine Halbzeit lang aushalten müssen und weil der Schiedsrichter das Spiel leider immer noch nicht nach 20 Minuten für einen Stuhlgang unterbrechen kann. Dann weißt Du, die Granufink-Besatzung des RWE ist wieder da – diesmal bei RuWa Dellwig. Das 100-jährige Jubiläum des Vereins war uns ein Anliegen und deshalb sagten wir auch die Partie am Sommerbad Hesse spontan zu.
Wirklich wertschätzend und mit sehr viel Obst überhäuft, wurden wir an der Grenze zu Oberhausen empfangen. Im weiten Rund der gut besuchten Sportstätte entdeckte Stefan Lorenz gleich einmal einige Protagonisten, denen er noch eine Woche vorher als Trainer der 2. Mannschaft gegenüber gestanden hatte und teilte uns nun zu unserem Erstaunen mit, dass diese sich hier nicht nur zur Nagelpflege eingefunden hatten, sondern tatkräftig eingreifen wollten. Das hatte uns unser Team-Manager, Frank Kurth, vorsorglich einmal verschwiegen und sich auch zu seinem eigenen Schutz gleich einmal vollständig von der Veranstaltung subtrahiert.
So begannen wir das Spiel gegen unsere gefühlt eigenen Söhne betont vorsichtig, um nicht beim ersten Sprint des Gegners Opfer einer eher ungünstigen Grippe zu werden. Dieses taktische Meisterwerk zahlte sich mit dem 1:0-Führungstreffer durch Michael Lorenz aus, der nach zwei verunglückten Flanken von Erwin Koen und einem anschließenden ziemlich suboptimalen Schussversuch von S. Lorenz mustergültig inkompetent freigespielt im Strafraum die Ruhe behielt und einschob. Doch nur wenig später glich der Gastgeber durch einen Distanzschuss aus. Chappy Schröder konnte den Ball erst knapp hinter der Torlinie unter Kontrolle bekommen, was der Schiedsrichter bei strikter Befolgung des Regelwerkes mit Tor für RuWa ahndete. Welche Klasse in der Prothesen-Versuchsgruppe aber noch steckt, zeigte sich beim erneuten 2:1-Führungstreffer nur zehn Minuten später, als Mike Prybilla eine intellektuell hoch durchdrungene Kombination mustergültig abschloss.
Nachdem wir alle Inhalationsgeräte und Defibrillatoren auf der Sportanlage in der Halbzeit genutzt hatten, einigten wir uns darauf, die Siegprämie (Pommes-Currywurst und Stauder-Eis) nicht mehr zu verwirken. Selbst ein haarsträubender Ballverlust des aus der Rippe einer Amöbe geschnitzten Nachwuchsautors dieser Zeilen kurz vor dem Ende der Partie konnte den Sieg nicht mehr verhindern.
Die Prämie nahm das Ü50-Perspektivteam selbstverständlich ohne Strafandrohung unmittelbar nach dem Schlusspfiff in sich auf und, was bei dem hohen läuferischen Aufwand, den wir an diesem Freitagabend betreiben mussten, die eigentliche Leistung war, gaben sie auch nicht wieder her. Wir müssen nur noch final klären, warum Karsten Rafoth den Mitspieler Lars Krüger als Einlaufkind in die Hand gedrückt bekam. Sachdienliche Hinweise nimmt jede Schwererziehbaren-Beratungsstelle gerne entgegen.
Wir bedanken uns hier noch einmal sehr gerne bei den Verantwortlichen von RuWa Dellwig für den freundlichen Empfang und die nette Bewirtung.“
Der RWE-Kader: Alexander Volobuyev, Mike Prybilla, Ingo Pickenäcker, Stefan Lorenz, Dirk Wißel, Pedrag Crnogaj, Erwin Koen, Lars Krüger, Michael Lorenz, Andreas Schröder, Ali Bilgin, Nils Kretschmar, Igor Denysiuk, Karsten Rafoth.
