19. September 2025

Rückkehrer Marvin Obuz: „Das ist der Anspruch an mich selbst“

23-jähriger Offensivspieler äußert sich vor Heimspiel gegen FC Hansa Rostock im Interview.

Rückkehrer Marvin Obuz: "Das ist der Anspruch an mich selbst" – Rot-Weiss Essen
Freut sich auf das Duell mit Hansa Rostock: Marvin Obuz. (Foto: Markus Endberg)

Der Saison 2023/2024 von Rot-Weiss Essen hatte er als Leihspieler des 1. FC Köln mit sieben Treffern und 14 Vorlagen seinen Stempel aufgedrückt. Nun ist Marvin Obuz nach einem Jahr in Köln wieder zurück an der Hafenstraße. Vor dem Heimspiel gegen den FC Hansa Rostock sprach der 23-Jährige im Interview mit der „kurzen fuffzehn“ über seine Rückkehr zu RWE und seine Erwartungen an den weiteren Saisonverlauf.

Hallo Marvin! Nach einem Jahr bist Du zurück an der Hafenstraße. Hat Dich etwas bei Deiner Rückkehr nach Essen besonders überrascht?

Marvin Obuz: Ich fühle mich schon wie ein Neuzugang. Neben Trainer Uwe Koschinat sind ja auch einige Mitspieler für mich neu. Es ist aber natürlich auch vieles gleich geblieben. Das Umfeld und die Bedingungen kannte ich ja bereits. Dadurch habe ich mich schnell zurechtgefunden.

Für den 1. FC Köln kamst Du in der vergangenen Saison in fünf Zweitliga-Partien zum Einsatz. Wie bist Du mit der Situation umgegangen?Ganz klar: Das Jahr ist für mich nicht gut gelaufen. Mit fünf Einsätzen kann wohl kaum ein Spieler zufrieden sein. Ich habe meine Schlüsse daraus gezogen. Die Enttäuschung, so wenig zu spielen, hat bei mir für eine noch höhere Motivation gesorgt, wieder auf dem Feld zu stehen.

Den Aufstieg in die Bundesliga hattest Du mit dem Team auf Mallorca im RWE-Trikot gefeiert. Hättest Du damit gerechnet, dass das so viele Reaktionen hervorruft?
Tatsächlich nicht. Wir hatten jeweils in den Trikots von Freunden gefeiert. Das gehört auf Mallorca ja fast schon dazu. Auf meinem Trikot stand der Name von Leonardo Vonic drauf, weil wir uns immer gut verstanden haben. Dass ich erneut zu RWE wechseln könnte, war zu diesem Zeitpunkt noch nicht konkret. Der Kontakt zu den Verantwortlichen war aber nie ganz abgerissen. Soweit es möglich war, hatte ich mir auch jedes RWE-Spiel angeschaut.

Was war für Deine Rückkehr ausschlaggebend?
Nach dem Jahr in Köln stand für mich an erster Stelle, zu einem Verein zu gehen, bei dem ich mich wohl fühle und auf dem Platz stehen kann. Einem Klub, bei dem ich wieder Rückenwind bekomme. Da war RWE für mich die beste Station. Manche Leute meinten zwar auch zu mir, dass die zweite Zeit bei einem Verein nicht ganz einfach sein kann. In meinen Gedanken hat das aber keine Rolle gespielt.

Deine erste Saison bei RWE war mit sieben Toren und 14 Vorlagen äußerst erfolgreich. Spürst Du daher eine hohe Erwartungshaltung?
Ich werde natürlich alles versuchen, um an meine Leistungen aus dem ersten Jahr heranzukommen. Das ist aber in erster Linie der Anspruch, den ich an mich selbst habe.

Hast Du Dir dabei eine bestimmte Marke an Treffern oder Assists vorgenommen?
Zahlen habe ich da nicht im Kopf. Ich will einfach mit meinen Qualitäten – wie zum Beispiel mit meinem Zug zum Tor und meinen Flanken – dem Team helfen. Wenn das dann auch in Form von Vorlagen und Toren gelingt, freue ich mich natürlich darüber.

Du hast es schon angesprochen: Mit Uwe Koschinat arbeitest Du nun mit einem neuen Trainer zusammen. Wie hast Du ihn bislang erlebt?
Unsere Gespräche sind sehr offen und ehrlich. Er stellt uns immer wieder gut auf die Spiele ein. Da wir verschiedene Spielertypen im Team haben, sind wir zum Beispiel in der Lage, in der Abwehr zwischen einer Dreier- und Viererkette zu variieren.

In der Liga standest Du bislang dreimal in der Startelf und wurdest dreimal eingewechselt. Wo siehst Du bei dir momentan noch Luft nach oben?
Während der Vorbereitung war ich zwischenzeitlich verletzungsbedingt ausgefallen. Daher musste ich bei meinem Fitnesszustand noch ein wenig aufholen. Das habe ich aber getan, ich fühle mich absolut fit. So kann ich jede Trainingseinheit und Einsatzminute noch besser nutzen, um mich anzubieten.

Mit dem FC Hansa Rostock stellt sich jetzt einer der Aufstiegsfavoriten an der Hafenstraße vor. Wie schätzt Du den Gegner ein?
Rostock hat ein starkes Team und wurde daher nicht umsonst als Aufstiegskandidat gehandelt. Der Saisonstart ist mit unserem vergleichbar. Hansa hat auch große Fan-Unterstützung. Das wird ein super Spiel.

Was wird für Euch wichtig sein?
Ich rechne mit einer Menge umkämpfter und intensiver Duelle. Ein wesentlicher Faktor wird daher sein, wer die vielen Zweikämpfe mit dem größeren Willen bestreitet.

Dabei werdet ihr voraussichtlich auch Cedric Harenbrock gegenüberstehen. Freust Du dich auf das Wiedersehen?
Ich habe mich mit Cedric auf und neben dem Platz immer gut verstanden. Während der Sommerpause hatten wir uns bei der Hochzeit von José-Enrique Ríos Alonso mal wieder getroffen. Sonst ist das bei der Entfernung ja nicht ganz so einfach. Ich freue mich auf jeden Fall, ihn wiederzusehen. Nur ein Tor darf er diesmal gegen uns nicht schießen. (lacht)

Rückkehrer Marvin Obuz: "Das ist der Anspruch an mich selbst" – Rot-Weiss Essen
Rückkehrer Marvin Obuz: "Das ist der Anspruch an mich selbst" – Rot-Weiss Essen