31. Oktober 2025
Franci Bouebari: „Erst mit elf Jahren mit Fußball angefangen“
22-jähriger Linksverteidiger vor dem Heimspiel gegen 1. FC Schweinfurt 05 im Interview.

Er ist auf den Punkt da, wenn er gebraucht wird: Franci Bouebari war im Derby beim MSV Duisburg (1:1) zum dritten Mal in dieser Saison als Vertreter von Linksverteidiger Lucas Brumme in der Startformation von RWE-Cheftrainer Uwe Koschinat gefragt. Zum dritten Mal holten die Rot-Weissen dabei auch etwas Zählbares. Im Interview mit der „kurzen fuffzehn“ spricht der vom SC Freiburg ausgeliehene 22-jährige Franzose über das Derby und das bevorstehende Heimspiel gegen den 1. FC Schweinfurt 05.
Hallo Franci! Hinter Euch liegt das Derby vor mehr als 27.000 Fans beim MSV Duisburg. Wie waren Deine Eindrücke?
Franci Bouebari: Die erste Halbzeit ging an uns. Wir hatten viel Ballbesitz und waren am Drücker. Dennoch geraten wir in Rückstand. Darauf konnten wir aber direkt mit dem Ausgleich antworten. Im zweiten Durchgang war Duisburg überlegen. Es war insgesamt ein gutes Spiel von beiden Teams, das vor dieser Kulisse einfach viel Spaß gemacht hat.
Du bist erstmals seit dem 2. Spieltag wieder von Beginn an aufgelaufen. Wie zufrieden warst Du mit Deiner Leistung?
Schon bei meiner vorherigen Einwechslung gegen Viktoria Köln, als Lucas Brumme angeschlagen nicht weitermachen konnte, bin ich gut in das Spiel reingekommen. Auch in der Trainingswoche meinte Trainer Uwe Koschinat zu mir, dass ich in Duisburg spielen werde, wenn ich so weitermache. Ich denke, das Vertrauen konnte ich dann auch in der Partie rechtfertigen. Ich fühle mich gut.
Du bist seit einigen Monaten bei RWE. Fühlst Du dich bereits angekommen?
Ich bin in eine für mich komplett neue Mannschaft gekommen. Die Jungs haben es mir aber leichtgemacht, mich gut in das Team zu integrieren. Ich bin kein schüchterner Mensch, mein Deutsch wird auch immer besser. Mit Tom Moustier gibt es außerdem einen Spieler, mit dem ich mich auch auf Französisch unterhalten kann. Wir verstehen uns gut.

Du bist aktuell vom SC Freiburg an die Hafenstraße verliehen. Wie oft hast Du Kontakt zum Sport-Club?
Ich tausche mich regelmäßig mit dem Trainerstab der zweiten und auch der ersten Mannschaft aus. Wir unterhalten uns, wie die Spiele und die Trainingseinheiten gelaufen sind. Nach dem Derby in Duisburg bekam ich zum Beispiel auch Glückwünsche.
Für Deinen Wechsel nach Freiburg hattest Du Deine Geburtsstadt Straßburg verlassen. Was sind die größten Unterschiede, die du festgestellt hast?
In Frankreich ist der Fußball sehr dynamisch, die Spieler können mit ihrer Beweglichkeit Spiele entscheiden. Es wird auch fast immer mit hohem Tempo gespielt und nicht wirklich Rücksicht darauf genommen, wie lange noch zu spielen ist. In Deutschland sind die Partien dagegen mehr taktisch geprägt. Umso wichtiger ist es, die Konzentration hoch zu halten, auf dem Platz füreinander da zu sein und als Team zu agieren.
Was vermisst Du aus Deiner Heimat am meisten?
Natürlich die Familie. Meine Eltern und meine kleine Schwester leben weiterhin in Straßburg. Wir telefonieren auch sehr viel. Wenn wir mal mehrere Tage am Stück frei haben, fahre ich in die Heimat. Bei meinem Wechsel nach Freiburg war es herausfordernd, in einem Umfeld mit einer mir noch unbekannten Sprache zurechtzukommen. Ich bin durch die Erfahrung erwachsener und reifer geworden. Der Sport-Club hatte mich bei der Eingewöhnung unterstützt und mir auch eine Deutsch-Lehrerin zur Seite gestellt.
Auch dein Zwillingsbruder Logan spielt Fußball. Er ist in der Regionalliga Südwest für den Bahlinger SC am Ball. War Profifußball schon immer Euer Traum?
Logan macht es gut. Er hat in Bahlingen den Sprung von der zweiten in die erste Mannschaft geschafft und kam kürzlich zu seinen ersten Einsätzen. Ich bin davon überzeugt, dass er seinen Weg gehen wird. Wir schreiben uns immer rund um die Spiele und unterstützen uns gegenseitig, wo wir nur können. Ich habe tatsächlich erst relativ spät mit dem Fußball angefangen. Da müsste ich schon elf Jahre alt gewesen sein. Zuvor hatte ich mit Rugby und Basketball andere Sportarten ausprobiert. Als kleiner Junge hat man dann schon den Wunsch, es eines Tages bis in die Champions League oder in die erste Liga zu schaffen.
Wo siehst Du Deine Stärken?
Zum einen in meiner Athletik und Zweikampfführung. Aber auch meine Schnelligkeit und meine Laufarbeit zeichnen mich aus. Dadurch kann ich mich immer wieder gut im Spiel nach vorne einbringen.
Nach Deinem Startelf-Einsatz in Duisburg wirst Du vermutlich auch zu Hause gegen den 1. FC Schweinfurt 05 von Beginn an spielen wollen, oder?
Ich habe in Duisburg und im Training alles dafür gegeben, die Entscheidung muss der Trainer treffen. Je nach Gegner passen teilweise ja auch unterschiedliche Spielertypen besser zur Spielweise.
Wie schätzt Du die Aufgabe ein?
Beim 1. FC Schweinfurt 05 läuft es nach dem Aufstieg als Tabellenschlusslicht nicht gut. Genau das macht solche Spiele aber auch immer ein Stück weit schwierig. Wir haben Respekt vor jedem Gegner, wollen aber natürlich vor allem zu Hause die drei Punkte holen. Dafür müssen wir die gesamte Spieldauer konzentriert bleiben.
Auf dem Platz könnte es unter anderem zum Wiedersehen mit dem von RWE ausgeliehenen Ekin Celebi kommen. Freust Du Dich darauf?
Ich habe Ekin in den ersten Wochen bis zu seinem Leih-Wechsel nach Schweinfurt als sehr netten Menschen kennengelernt. Da er schon einige Jahre bei RWE unter Vertrag steht, ist er mit vielen Spielern befreundet. Ich denke, für ihn wird das ein besonderer Tag sein.


