21. November 2025
Claus-Dieter Wollitz weiterhin an der Seitenlinie
Nach knapp verpasstem Aufstieg: FC Energie Cottbus trotzt Verlust einiger Leistungsträgern

Rot-Weiss Essen schließt den 15. Spieltag in der 3. Liga mit einer Spitzenbegegnung ab. Das Team von Trainer Uwe Koschinat hat an diesem Sonntag ab 19:30 Uhr den punktgleichen Tabellenzweiten FC Energie Cottbus im Stadion an der Hafenstraße zu Gast. Die Lausitzer sind derzeit auf gutem Wege, an die zurückliegende Saison anknüpfen zu können.
Am Ende der abgelaufenen Spielzeit 2024/2025 war der FC Energie als damaliger Aufsteiger mit nur drei Punkten Rückstand auf Relegationsrang drei auf dem vierten Tabellenplatz gelandet. Noch am 38. Spieltag hätte der ehemalige Bundesligist aus eigener Kraft die Relegation zur 2. Bundesliga erreichen können. Allerdings setzte es dann zu Hause ein 1:4 gegen den FC Ingolstadt 04. Die Enttäuschung über den knapp verpassten Durchmarsch in die 2. Bundesliga war zunächst riesengroß.
Eine noch bessere Ausgangslage hatten die Cottbuser im Saisonendspurt verpasst. Beim bislang letzten Aufeinandertreffen mit Rot-Weiss Essen hatte der FC Energie mit dem 0:1 eine von fünf Niederlagen aus den letzten acht Begegnungen (sieben Punkte) kassiert. Als Torschütze war damals Ramien Safi erfolgreich. Auch im Hinspiel an der Hafenstraße war der ehemalige Bundesligist beim 0:4 leer ausgegangen.
Zwischenzeitlich hatte es so ausgesehen, als würde die Partie gegen den FC Ingolstadt 04 das letzte Spiel von Claus-Dieter Wollitz als Trainer in Cottbus werden. Ursprünglich hatte der 60-Jährige geplant, im Sommer als Chefcoach aufzuhören und sich fortan auf den Job des Sportdirektors zu konzentrieren. Im Laufe der Rückrunde folgte beim Ex-Profi und den Verantwortlichen aber ein Umdenken, Wollitz verlängerte seinen Vertrag als Cheftrainer.
Auf der kürzlich durchgeführten Mitgliederversammlung verkündete Präsident Sebastian Lemke sogar die erneute Verlängerung mit dem FCE-Trainer, der damit auch in der kommenden Spielzeit weiter an der Seitenlinie stehen wird. Für „Pele“ Wollitz ist es derzeit bereits die dritte Amtszeit bei den Lausitzern. Von Juli 2009 bis Dezember 2011 hatte der in Brakel geborene Fußball-Lehrer den Verein schon einmal in der 2. Bundesliga betreut. Im April 2016 kehrte Wollitz zum FC Energie Cottbus zurück, um den in arge Abstiegsnöte geratenen Verein noch irgendwie vor dem Fall in die Regionalliga Nordost zu bewahren. Das gelang zwar nicht, der Ex-Profi schaffte mit dem Team jedoch den Wiederaufstieg und blieb dem Verein auch nach dem erneuten Abstieg bis Dezember 2019 in der Viertklassigkeit treu. Im Sommer 2021 heuerte er erneut in Cottbus an und führte den Verein im Sommer 2024 ein zweites Mal in die 3. Liga zurück.
Im Vergleich zur vergangenen Saison muss Wollitz ohne eine ganze Reihe an letztjährigen Leistungsträgern planen. So sind mit Niko Bretschneider (zum 1. FC Saarbrücken), Maximilian Krauß (FC Hansa Rostock), Phil Halbauer (SV Sandhausen) und Lucas Copado (SC Paderborn 04) vier Stammkräfte inzwischen für andere Klubs am Ball. Insgesamt verließen 15 Spieler den Klub, 17 Neue wurden verpflichtet.
Ein Unterschiedsspieler trägt aber weiterhin das Energie-Trikot: Tolcay Cigerci. Der im Sommer 2024 von der VSG Altglienicke aus der Regionalliga Nordost verpflichtete Mittelfeldspieler stach schon in seinem ersten Jahr mit 15 Treffern und sechs Vorlagen in 36 Einsätzen heraus. Nun stehen nach 14 Partien bereits wieder neun Tore und fünf Vorlagen zu Buche. Der inzwischen 30-Jährige war beim VfL Wolfsburg und beim Hamburger SV ausgebildet worden und absolvierte für den HSV auch ein Bundesliga-Spiel. Nach zehn Zweitliga-Begegnungen für die SpVgg Greuther Fürth war Tolcay Cigerci ab Sommer 2018 – mit der Ausnahme eines halben Jahres in der Türkei bei Samsunspor – bei den Berliner Klubs Berliner AK, Viktoria Berlin und VSG Altglienicke aktiv.


