19. Dezember 2025

Rekordtrainer Pavel Dotchev ist zurück in der 3. Liga

SSV Ulm 1846 Fußball droht nach Doppel-Aufstieg nun der Doppel-Abstieg.

Rekordtrainer Pavel Dotchev ist zurück in der 3. Liga – Rot-Weiss Essen
Der SSV Ulm steht vor dem Spiel mit 16 Punkten auf Platz 18 der dritten Liga. (Foto: SSV Ulm)

So schnell, wie es für den SSV Ulm 1846 Fußball von der Regionalliga Südwest bis in die 2. Bundesliga ging, droht den „Spatzen“ nun auch die unfreiwillige Rückkehr in die vierthöchste Spielklasse. Vor dem Auswärtsspiel an diesem Samstag, 14 Uhr, bei Rot-Weiss Essen belegen die Ulmer, die in den Spielzeiten 2022/2023 und 2023/2024 jeweils eine Liga nach oben geklettert waren, nach dem direkten Wiederabstieg aus der 2. Bundesliga auch eine Spielklasse tiefer erneut einen Abstiegsplatz. Die sichere Zone ist vor dem Jahresabschluss vier Punkte entfernt.

Normalerweise wäre es im Stadion an der Hafenstraße zum sportlichen Wiedersehen mit Dominik Martinovic gekommen. Der 28-jährige Angreifer war bekanntlich kurz vor dem Ende der Sommer-Transferphase von RWE zum SSV gewechselt. Mit einem Treffer und einer Vorlage zum 3:1 bei Alemannia Aachen verlief die Premiere bei seinem neuen Klub auch erfolgreich. Allerdings zog sich der Angreifer im gleichen Spiel einen Kreuzbandriss zu.

Damit ist er nicht der einzige langfristige Ausfall: Zuvor hatte es schon Kapitän und Identifikationsfigur Johannes Reichert mit der gleichen Verletzung erwischt. Danach zogen sich außerdem auch noch Mittelfeldspieler Marcel Wenig und Innenverteidiger Jonas David ebenfalls Kreuzbandrisse im Knie zu. Ob sie in dieser Saison überhaupt noch einmal eingreifen können, ist ungewiss.

Zusätzlich zu den Verletzungssorgen läuft es auch sportlich nicht rund. Trainer Robert Lechleiter, der das Team Mitte März und damit noch in der 2. Bundesliga übernommen hatte, musste nach vier Niederlagen aus den ersten sechs Drittliga-Partien (sechs Punkte) gehen. Mit dem vorherigen U 19-Trainer Moritz Glasbrenner als Interimstrainer zeigte die Kurve mit sieben Punkten aus vier Spielen zunächst wieder nach oben. Der 35-Jährige wurde – trotz fehlender Pro Lizenz und damit fälliger Strafzahlungen – daraufhin zum Cheftrainer ernannt.

Es sollten allerdings die einzigen Zähler unter Glasbrenner bleiben. Nach vier Niederlagen in Serie trennten sich die Wege Mitte November wieder – mit einigen Nebengeräuschen. Denn ein eigentlich nur an den Aufsichtsrat gerichtetes Schreiben von Kapitän Johannes Reichert und Torhüter Christian Ortag kam an die Öffentlichkeit. Darin forderten die langjährigen Ulmer Spieler das Gremium zum Handeln auf. Wenige Stunden später wurden neben Moritz Glasbrenner auch Assistent Max Kohlenberg sowie Geschäftsführer Markus Thiele von ihren Aufgaben entbunden.

Seitdem setzen die Ulmer auf Erfahrung: Mit Pavel Dotchev ist nach fast einjähriger Pause wieder der Rekordtrainer der 3. Liga in dieser Spielklasse tätig. Beim zurückliegenden 3:5 gegen Aufstiegsanwärter VfL Osnabrück stand der 60-Jährige, der zuvor beim FC Erzgebirge Aue, MSV Duisburg, FC Viktoria Köln, FC Hansa Rostock, erneut FC Erzgebirge Aue, SC Preußen Münster und SC Paderborn 07 tätig war, bereits zum 370. Mal in der 3. Liga an der Seitenlinie.

„Wir machen drei Tore, was eigentlich untypisch für uns ist. Aber das reicht nicht einmal für einen Punkt“, haderte Dotchev, der mit drei Punkten aus vier Spielen noch auf die Trendwende mit dem SSV wartet. „Das ist Kopfsache. Wie schon zuvor beim 0:1 gegen 1860 lagen wir erneut sehr früh zurück. Wir gehen mit einer Last ins Spiel und bekommen dann ein Gegentor – erst dann fangen wir an zu spielen. Nach der Pause haben wir das 0:2 aufgeholt. Nach dem 2:4 war es gegessen und für uns nicht mehr möglich, das Spiel noch zu drehen.“ Den einzigen Sieg unter seiner Regie gab es beim FC Viktoria Köln (1:0).

Kurze Zeit nach Pavel Dotchev heuerte auch Mirnes Pepic in Ulm an. Der 29-jährige Mittelfeldspieler hatte schon zweimal beim FC Erzgebirge Aue sowie beim FC Hansa Rostock und beim MSV Duisburg mit Dotchev zusammengearbeitet. „Ich möchte unbedingt mithelfen, dass wir den Klassenverbleib schaffen“, so Pepic. „Dass ich in der Region aufgewachsen bin und den Trainer sehr gut kenne, erleichtert mir den Einstieg in Ulm.“ In den letzten drei Begegnungen gehörte er jeweils zur Startformation.

Rekordtrainer Pavel Dotchev ist zurück in der 3. Liga – Rot-Weiss Essen
Rekordtrainer Pavel Dotchev ist zurück in der 3. Liga – Rot-Weiss Essen