19. Dezember 2025

Uwe Koschinat: „Heimsieg wäre Krönung der Hinrunde“

RWE-Cheftrainer vor Jahresabschluss gegen SSV Ulm 1846 Fußball im „kurze fuffzehn“-Interview.

Uwe Koschinat: "Heimsieg wäre Krönung der Hinrunde" – Rot-Weiss Essen
Blickt positiv auf die Hinrunde zurück: RWE-Cheftrainer Uwe Koschinat. (Foto: Markus Endberg)

Noch einmal alles reinwerfen, noch einmal Daumen drücken! Mit dem Heimspiel an diesem Samstag, 20. Dezember, ab 14 Uhr gegen den SSV Ulm 1846 Fußball verabschiedet sich Rot-Weiss Essen in die Winterpause der laufenden Saison 2025/2026 in der 3. Liga. Klar ist schon vor dem Anpfiff: RWE hat die beste Hinserie seit dem Aufstieg in die dritthöchste deutsche Spielklasse absolviert und wird in der Spitzengruppe der Liga überwintern. Dennoch soll das Punktekonto möglichst mit einem Heimsieg gegen den Absteiger aus der 2. Bundesliga noch weiter aufgestockt und die Ausgangslage damit noch verbessert werden. Vor dem letzten Spiel des Jahres stand RWE-Cheftrainer Uwe Koschinat der Redaktion der „kurzen fuffzehn“ wie immer ausführlich Rede und Antwort.

Hallo Uwe! Wie zufrieden warst Du mit dem torlosen Remis beim SC Verl?
Uwe Koschinat: Unter dem Strich konnten wir mit dem Ergebnis leben, weil das Unentschieden für beide Seiten insgesamt gerecht war. Beide Teams spielen nicht von ungefähr oben mit. Der SC Verl hatte sicherlich optisch etwas mehr vom Spiel, wir hatten jedoch die besseren Tormöglichkeiten. Es fehlte nicht viel, dass mit Lucas Brumme als Vorlagengeber und Jannik Mause als Abnehmer erneut zwei Einwechselspieler den Lucky Punch gesetzt und die Partie für uns entschieden hätten.

Vor der Partie standen unter anderem Ahmet Arslan, Michael Kostka und Ramien Safi nicht zur Verfügung. Es hat sich erneut gezeigt, dass gute Alternativen zur Verfügung stehen, oder?
Absolut. Die Mannschaft hat schon mehrfach bewiesen, dass wir durch unsere große Qualität im Kader in der Lage sind, auch Ausfälle gut auffangen zu können. Das war auch in Verl wieder der Fall und gibt uns ein gutes Gefühl.

Wir sieht es mit Blick auf das abschießende Spiel des Jahres gegen Ulm aus?
Ahmet Arslan und Ramien Safi waren in dieser Woche wieder voll im Training. Michael Kostka hat zunächst ein individuelles Programm absolviert. Der Plan war jedoch, dass auch er noch vor dem Ulm-Spiel wieder einsteigen sollte. Wir haben genau hingeschaut, ob sich alle drei in einer so guten Verfassung befinden, dass sie schon wieder Optionen sind. Jaka Cuber Potocnik und Nico Schulte-Kellinghaus werden dagegen nicht im Kader sein.

In Verl hast Du erstmals seit mehr als drei Monaten wieder mit einer Dreierkette in der Abwehr begonnen. Dadurch kehrte auch Kapitän Michael Schultz in die Startelf zurück und sorgte mit einer starken Leistung für zusätzliche Stabilität. Wie bewertest Du seinen Auftritt?
Er musste sich lange Zeit gedulden, war dann aber sofort voll da und hat auch direkt wieder Führungsaufgaben übernommen. Damit hatte er großen Anteil daran, dass wir gegen eine sehr offensivstarke Mannschaft zu Null gespielt haben. Schulle ist ohnehin ein vorbildlicher Kapitän und agiert immer im Sinne der Mannschaft – auf dem Platz, aber auch außerhalb.

Ist diese taktische Grundformation auch eine Option für das Ulm-Spiel?
Grundsätzlich ist es erst einmal gut, dass wir flexibel sind und beide Systeme sehr gut spielen können. Selbstverständlich ist die Dreierkette auch eine Möglichkeit für ein Heimspiel, das haben wir in der zurückliegenden Saison oft genug bewiesen. Auf der anderen Seite wird sich unsere Herangehensweise für die Partie gegen Ulm sicherlich vom Verl-Spiel unterscheiden. Wir wollen vor unseren Fans zum Abschuss des Jahres drei Punkte holen, müssen dafür mehr Ballbesitz und mehr Chancen generieren, allerdings ohne die Stabilität zu verlieren. Wir werden die richtige Lösung finden.

Wie wichtig wäre ein Dreier mit Blick auf das neue Jahr?
Wir haben bislang schon eine gute Hinrunde gespielt. Wenn es uns jetzt noch gelingt, dieses Heimspiel zu gewinnen, dann wäre es aus meiner Sicht die Krönung einer sehr guten ersten Saisonhälfte. Es würde unsere ohnehin schon vielversprechende Ausgangsposition für die Rückserie weiter verbessern, um im besten Fall bis zum Schluss um den Aufstieg mitzuspielen. Dafür werden wir alles geben.

Wie schätzt Du den Gegner ein, der sechs Monate nach dem Abstieg aus der 2. Bundesliga jetzt erneut in der Gefahrenzone rangiert?
Der SSV Ulm verfügt über eine durchaus spannende Mannschaft, die in der Lage ist, ihre fußballerische Qualität auf den Platz zu bringen. Das hat man beispielsweise zuletzt auch beim 3:5 gegen den VfL Osnabrück gesehen. Ich gehe allerdings davon aus, dass die Ulmer für die Partie in Essen eher wieder einen defensiveren Ansatz wählen – wie etwa zuvor beim 1:0-Auswärtssieg bei Viktoria Köln. Darauf sind wir eingestellt.

Uwe Koschinat: "Heimsieg wäre Krönung der Hinrunde" – Rot-Weiss Essen