23. Januar 2026

Koschinat: „An der Hafenstraße stark und erfolgreich sein“

RWE-Cheftrainer Uwe Koschinat vor Heimspielauftakt gegen TSV Havelse im „kurze fuffzehn“-Interview.

Koschinat: "An der Hafenstraße stark und erfolgreich sein" – Rot-Weiss Essen
Will an der Hafenstraße erfolgreich sein: RWE-Trainer Uwe Koschinat. (Foto: Markus Endberg)

Auf das Remis zum Beginn des neuen Fußballjahres 2026 beim TSV 1860 München (1:1) folgt für Rot-Weiss Essen in der 3. Liga ein Heimspiel-Doppelpack. Im Rahmen des 21. Spieltages stellt sich zunächst an diesem Samstag, 24. Januar, ab 14 Uhr der TSV Havelse im Stadion an der Hafenstraße vor. Acht Tage später (Sonntag, 1. Februar, 19.30 Uhr) tritt das Team von RWE-Cheftrainer Uwe Koschinat dann gegen den SV Wehen Wiesbaden erneut vor eigenem Publikum an. Die volle Konzentration gilt jedoch zunächst allein dem Duell mit dem Aufsteiger aus Niedersachsen, der im Kampf um den Klassenverbleib zuletzt durch vier Spiele ohne Niederlage (acht Punkte) einigen Boden gutgemacht hat. Vor dem ersten Heimspiel nach der Winterpause stellte sich Uwe Koschinat wie immer ausführlich den Fragen der Redaktion der „kurzen fuffzehn“.

Hallo Uwe! Klassische Frage nach dem 1:1 zum Jahresstart beim TSV 1860 München: Habt Ihr einen Punkt gewonnen oder zwei Zähler verloren
Grundsätzlich spiegelt das Ergebnis den Spielverlauf wider und war durchaus leistungsgerecht. Auf der anderen Seite hatten wir nach unserem späten Führungstreffer den Sieg bereits vor Augen. Dann nach einem Standard noch den Ausgleich hinnehmen zu müssen, fühlte sich nicht gut an. Daher würde ich schon von zwei verlorenen Punkten sprechen. Mir hat aber gefallen, wie das Team nach dem 1:1 noch einmal alles versucht hat und das Spiel unbedingt gewinnen wollte. Schade, dass wir nicht mehr belohnt wurden.

Wie fällt insgesamt Dein Fazit zur Auftaktpartie aus?
Beide Mannschaften haben sich mit einer ähnlichen Spielanlage lange Zeit belauert und dem Gegner jeweils nur wenige Möglichkeiten gelassen. In der Schlussphase hat sich dann wieder einmal gezeigt, dass wir durch unsere sehr starke Bank immer noch für Wendungen innerhalb eines Spiels sorgen können. Wir hätten den Sieg natürlich sehr gerne mitgenommen. Dennoch ist ein Remis bei 1860 München sicher kein schlechtes Ergebnis.

Gegen den TSV Havelse und den SV Wehen Wiesbaden stehen jetzt zwei Heimspiele nacheinander auf dem Programm. Wie lautet die Marschroute?
Wenn wir den Anschluss an die Aufstiegsplätze halten und weiter oben mitmischen wollen, dann müssen wir speziell auch an der Hafenstraße stark und erfolgreich sein. Das ist uns allen klar. Durch die beiden Partien vor unseren eigenen Fans haben wir eine gute Möglichkeit, unsere Ausgangsposition weiter zu verbessern. Wir tun aber gut daran, uns zunächst ausschließlich auf das Spiel gegen den TSV Havelse zu fokussieren, zumal zwei komplett unterschiedlich Gegner auf uns zukommen und vor dem Duell mit dem SV Wehen Wiesbaden eine noch längere Trainingswoche ansteht.

Dann zu unserem Gast aus Niedersachsen: Wie überrascht warst Du vom 4:0-Heimsieg des TSV Havelse gegen die TSG Hoffenheim II?
Es war schon während der Hinserie sehr auffällig, dass Havelse gerade in den Spielen gegen Gegner aus dem oberen Tabellendrittel recht erfolgreich war, während Hoffenheim in den Spielen gegen Teams aus der Gefahrenzone einige Probleme hatte. Das hat sich nun fortgesetzt. Der TSV hat es aber auch schon in den letzten Partien vor der Winterpause hervorragend gemacht und einige Ausrufezeichen gesetzt. Dadurch konnte das Team den Rückstand zu den Nichtabstiegsplätzen deutlich verkürzen.

Was für ein Spiel erwartest Du?
Zunächst einmal hat Havelse durch einige Transfers in der Winterpause eindrucksvoll gezeigt, dass der Verein alles dafür tun will, den Klassenverbleib zu erreichen. Dennoch hält sich die Drucksituation für den Gegner in Grenzen. Ich gehe davon aus, dass der TSV das Gastspiel an der Hafenstraße als maximalen Höhepunkt in seiner Saison begreifen und entsprechend hochmotiviert sein wird. Umso wachsamer müssen wir sein. Selbstverständlich ist es unser klares Ziel, die drei Punkte an der Hafenstraße zu behalten.

Personell hast Du im Vergleich zur Auftaktpartie in München noch einige zusätzliche Alternativen. Wurden deshalb in der Trainingswoche die Karten in Sachen Startaufstellung noch einmal neu gemischt?
Klar ist, dass Klaus Gjasula und Jannik Hofmann nach ihren Gelbsperren wieder zur Verfügung stehen. Vor der Winterpause waren beide prägend für unser Spiel. Deshalb ist es natürlich eine Möglichkeit, dass sie wieder in der Startformation stehen. Die Eindrücke aus der Trainingswoche sind dabei entscheidend.

Seit Wochenbeginn ist auch Mittelfeldspieler Ruben Reisig, der von der zweiten Mannschaft der TSG Hoffenheim verpflichtet wurde, bei RWE im Training. Könnte auch er direkt eine Option für das Havelse-Spiel sein?
Warum nicht? Ruben war unumstrittener Leistungsträger in Hoffenheim, hat dort auch die komplette Wintervorbereitung absolviert und befindet sich entsprechend in einer sehr guten Verfassung. Er bringt sehr viele Qualitäten mit und ist körperlich sehr robust. Wir haben Ruben ganz sicher nicht als Backup-Spieler geholt, sondern er soll und will von Beginn um die Stammplätze kämpfen.

Welche Rolle könnte er übernehmen?
Im zentralen Mittelfeld ist er in der Lage, den defensiven, aber auch den offensiveren Part zu übernehmen. Noch vor einigen Jahren war er ein klarer Achter, wurde dann aber von Vincent Wagner in Hoffenheim zu einem defensiven Sechser umgeschult. Ich traue ihm zu, uns auf beiden Positionen entscheidend weiterhelfen zu können. Das ist auch sein eigener Anspruch.

Koschinat: "An der Hafenstraße stark und erfolgreich sein" – Rot-Weiss Essen