23. Januar 2026
TSV Havelse sehr aktiv auf dem Transfermarkt
Formstarker Aufsteiger stemmt sich mit Neuzugängen gegen Rückkehr in Regionalliga Nord.

Um im Gegensatz zur Drittliga-Premiere des Klubs in der Saison 2021/2022 die direkte Rückkehr in die Regionalliga Nord diesmal zu vermeiden, war der TSV Havelse vor dem Gastspiel an diesem Samstag, 24. Januar, ab 14 Uhr bei Rot-Weiss Essen im Rahmen des 21. Spieltages in der 3. Liga besonders häufig auf dem Transfermarkt aktiv.
Allerdings muss der Verein aus dem gleichnamigen Stadtteil des rund 60.000-Einwohner-Ortes Garbsen ab sofort im Rennen um den Klassenverbleib ohne seinen bislang erfolgreichsten Torschützen auskommen. Gleich sechs der insgesamt 29 Treffer gingen auf das Konto von John Posselt. So sicherte der 22-Jährige dem Aufsteiger zum Beispiel ein 1:1 gegen den damaligen Tabellenführer MSV Duisburg.
Posselt hatte dabei als Leihspieler des SC Paderborn 07 das Trikot des TSV Havelse getragen. Während der Winterpause machte dann der Zweitligist von seiner Option Gebrauch, die Vereinbarung vorzeitig zu beenden. Stattdessen wechselte Posselt fest zum SSV Jahn Regensburg. Die Paderborner sicherten sich allerdings eine Rückkauf-Option.
„Unser Ziel ist es, Spieler besser zu machen und ihnen Entwicklung zu ermöglichen“, meinte Florian Riedel, spielender Sportdirektor des TSV Havelse. „Wenn daraus – wie bereits bei zahlreichen Spielern in der Vergangenheit – der nächste Karriereschritt entsteht, ist das für den TSV Havelse als Ausbildungsklub Teil unseres Weges. Dass ein Spieler, den wir aus der Regionalliga verpflichtet haben, innerhalb kurzer Zeit das Interesse anderer Profivereine weckt, bestätigt unsere Arbeit. Der TSV Havelse bedankt sich bei John Posselt für seinen Einsatz und wünscht ihm für seinen weiteren sportlichen und persönlichen Weg alles Gute.“
Bei der Suche nach einem neuen Stürmer wurden die Verantwortlichen in der Regionalliga West fündig. Von Rot-Weiß Oberhausen wurde Christopher Scheppe verpflichtet. Für RWO blieb er in dieser Saison zwar in 15 Einsätzen ohne Torbeteiligung. In der Regionalliga Nord erzielte er in 83 Spielen für den SV Meppen und Blau-Weiß Lohne aber 37 Treffer. Hinzu kommen für den 25-Jährigen auch noch 17 Vorlagen.
Sein Einstand im TSV-Trikot verlief vielversprechend. Zum überraschend deutlichen 4:0-Heimsieg zum Rückrundenstart gegen die zweite Mannschaft der TSG Hoffenheim steuerte Christopher Schepp kurz nach seiner Einwechslung ein Strafstoß-Tor zum Endstand bei. Zuvor hatten schon Johann Berger per Handelfmeter sowie Kapitän Julius Düker und der Ex-Bielefelder Nassim Boujellab für die Niedersachsen getroffen. Durch den dritten Saisonsieg und das vierte Spiel in Serie ohne Niederlage (acht Punkte) wurde der Rückstand zu einem Nichtabstiegsplatz auf sechs Zähler verkürzt. Der Klassenverbleib ist längst nicht mehr in vermeintlich unerreichbarer Ferne.
Auch für den Defensivbereich wurde der TSV Havelse während der Winterpause bereits tätig. Bis zum Saisonende wurde Dennis Duah vom Zweitligisten Dynamo Dresden ausgeliehen. Die erste Drittliga-Saisonhälfte hatte der 22-jährige Innenverteidiger als Leihspieler bei Herbstmeister FC Energie Cottbus (fünf Einsätze) verbracht. „Wir kennen Dennis aus der Regionalliga Nord, wo er bereits in jungen Jahren als Kapitän der U21 des HSV gezeigt hat, dass er Verantwortung übernehmen kann“, so Julian Riedel. „Er verschärft den Konkurrenzkampf in unserer Verteidigung und fügt unserem Defensivspiel mit seinem Tempo eine Komponente hinzu, die in der 3. Liga ein echter Faktor ist und die wir so bisher nicht im Kader hatten. Für Dennis ist es gleichzeitig die Chance, sich auf diesem Niveau nachhaltig zu etablieren.“ Gegen Hoffenheim wurde er ebenfalls erstmals eingewechselt.
Außerdem ist ein alter Bekannter wieder zum TSV Havelse gestoßen. Norman Quindt hütete bereits von 2020 bis 2022 sowie erneut in der Spielzeit 2022/2023 das Tor der Garbsener. In diesen Zeiträumen kam der 1,85 Meter große Schlussmann insgesamt auf 64 Pflichtspieleinsätze. Dabei hatte er unter anderem maßgeblichen Anteil am Aufstieg in die 3. Liga. Auch in der Drittliga-Saison stand Quindt im Tor. Nach seiner Zeit in Havelse führte ihn sein weiterer Weg zunächst zu den Würzburger Kickers, ehe er sich in der folgenden Spielzeit der Zweitvertretung von Hannover 96 anschloss. Über Kickers Emden kehrte er nun an seine alte Wirkungsstätte zurück und nahm zum Rückrundenstart auf der Bank Platz. Die Erfahrung, dass der TSV Havelse nicht zuletzt den Teams aus der oberen Tabellenregion das Leben schwer machen kann, musste auch RWE im ersten Aufeinandertreffen (1:1) machen. Zwar brachte Innenverteidiger Tobias Kraulich die Rot-Weissen in der 90. Minute in Führung. In der Nachspielzeit gelang jedoch dem eingewechselten Lorenzo Paldino noch mit einem spektakulären Fallrückzieher der Ausgleich. Später konnten genau wie RWE und der MSV Duisburg auch die hochgehandelten FC Hansa Rostock (1:1) und 1. FC Saarbrücken (1:1) sowie der aktuelle Spitzenreiter SC Verl (2:2) nicht gegen Havelse gewinnen. Das soll sich jetzt beim erneuten Aufeinandertreffen an der Hafenstraße ändern.


